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NWZonline.de Region Stadt Oldenburg Wirtschaft

Oldenburger Pfandhaus: Versteigerung – Goldstücke unterm Hammer

08.03.2019

Oldenburg Zum Ersten, zum Zweiten, ah, da geht doch noch eine Hand hoch, und noch eine, dann noch einmal: zum Ersten, zum Zweiten, zum Dritten: Der Hammer von Auktionator Horst Siemers fällt, die Kette ist verkauft. Etwa 25 Personen haben sich am Mittwochnachmittag im Oldenburger City Club Hotel (CCH) eingefunden – auf der Suche nach Schmuck und purem Gold.

Zweimal im Jahr lädt das Oldenburger Pfandhaus Glander zur Versteigerung nicht abgeholter Gegenstände, sogenannter Pfänder, ein. Eine Zwangsveranstaltung, denn: Es ist gesetzlich vorgeschrieben, dass Pfänder, die nicht innerhalb der vorgeschriebenen Vertragslaufzeit von drei Monaten wieder ausgelöst werden, öffentlich versteigert werden. „Verkaufen dürfen wir die Stücke nicht“, sagt Julia Fricke, Mitarbeiterin und Tochter der Geschäftsführerin des Hauses, Monika Glander.

Zwei Stunden vor Beginn der Versteigerung schauen sich die Schnäppchenjäger die rund 100 Pfänder an – zumeist Ringe, Ketten, Armreife und Ohrstecker – und notieren Nummern und Preise der Schmuckstücke, die sie interessieren. Preisspanne: zwischen 15 Euro für einen Ohrstecker und 4650 Euro für ein Ensemble aus Goldketten.

Weil man hier so schönen, hochwertigen Schmuck bekomme, sagt etwa Fritz Appel auf die Frage, weshalb er mit seiner Frau Erika zur Auktion gekommen sei. Die beiden kommen regelmäßig zu den Versteigerungen des Oldenburger Pfandhauses – und sind noch nie mit leeren Händen nach Hause gefahren. „Man muss sich allerdings im Griff haben“, sagt er. Damit der Finger nicht zuckt, wenn der selbst gesetzte Maximalbetrag längst überschritten ist.

Dass es wichtig ist, sich bei einer solchen Auktion zu zügeln, bestätigt Jenna Wohlers. Mit 25 Jahren ist sie eine der wenigen jüngeren Auktionsbesucherinnen und trotzdem schon Stammgast. „Hier kriegt man echten Wert für wenig Geld und eine Mischung aus allem – anders als beim Juwelier“, sagt sie.

Und was landet überhaupt unterm Hammer? „Wir nehmen hauptsächlich Goldschmuck und hochwertige Uhren“, sagt Julia Fricke vom Pfandhaus. Dass Pfandhäuser Darlehen für alles von der Tischdecke bis zur Porzellantasse geben, sei längst nicht mehr der Fall.

Ebenfalls weit gefehlt, wer bei Pfandhäusern an verruchte Ecken in dunklen Gassen denkt. „Das hat damit nichts mehr zu tun“, sagt Julia Fricke. Pfandhäuser füllten vielmehr eine wichtige Lücke: Zu ihnen kämen Leute, die kurzfristig Geld benötigten, vor allem kleinere Beträge, für die Banken keinen Kredit geben. Etwa, wenn am Ende des Geldes noch viel Monat übrig ist. „Es werden auch Pfandscheine für 15 Euro erteilt“, sagt Fricke. Nach oben gebe es im Prinzip keine Grenzen.

Weitere Vorteile eines Darlehens aus dem Pfandhaus sei die Diskretion: „Wir wollen keine Auskünfte über Vermögensverhältnisse unserer Kunden“, betont Fricke. Ebenso wenig stehen Pfandhäuser mit der Schufa in Verbindung.

Typische Kunden des Pfandhauses sind laut Fricke „alle“, zumindest aus der Mitte der Gesellschaft: „Die ganz Armen kommen nicht, weil sie nichts zu verleihen haben, und die ganz Reichen brauchen nichts.“ Kundschaft habe das Pfandhaus täglich, die meisten sind Stammkunden – und die meisten holen ihre Pfänder auch wieder ab.

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An der Versteigerung verdient das Pfandhaus im Übrigen nicht: Wird ein Pfand für mehr als das dafür ausgegebene Darlehen versteigert, haben die früheren Besitzer drei Jahre lang Anspruch auf den Mehrerlös. Fordern sie diesen nicht ein, geht das überschüssige Geld an die Stadt Oldenburg – und nicht an das Pfandhaus. Die Einnahmen des Pfandhauses bestehen letztlich aus Zinsen und Gebühren für Verwahrung und Sicherung des Pfandes. Ob das viel ist? „Wir sind ein kleiner Familienbetrieb“, sagt Fricke, „dafür reicht’s“.

Bis auf zwei Pfänder wurde am Mittwoch alles versteigert. Was nicht in die Hände von privaten Schmuckliebhabern ging, sicherten sich die Profis: Meist Gold, das von Händlern gesammelt und dann eingeschmolzen wird. Ein Goldhändler aus Bremen, seit 30 Jahren im Geschäft, bedauert dies allerdings: „Ich finde es besser, wenn Privatleute den Schmuck kaufen, damit er im Umlauf bleibt.“ Denn er stelle fest: Goldschmuck wird immer weniger.

Nathalie Meng Redakteurin / Online-Redaktion
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