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NWZonline.de Region Stadt Oldenburg Wirtschaft

Mehrwegbecher sind kein kalter Kaffee

08.05.2019

Oldenburg Vor der Arbeit noch schnell einen Kaffee auf die Hand, vom Lieblingsbäcker direkt um die Ecke – für viele Oldenburger eine Alltäglichkeit. Doch der Pappbecher, der einem über die Theke gereicht wird, regt zum Denken an – geht das nicht auch irgendwie nachhaltiger?

Der Recup-Becher.

Das Recup-System

Das Recup-System wurde vom Pfandsystem inspiriert: Gegen einen Euro Pfand kann man den Becher bei allen Recup-Partnern erwerben und ihn sich dort auffüllen lassen.

Später gibt man ihn entweder leer bei einem der Anbieter wieder ab und bekommt das Pfandgeld zurück, oder lässt ihn dort saubermachen und neu befüllen. Nicht Teil des Pfandsystems sie die passenden Mehrwegdeckel, die seit März 2018 ebenfalls bei einigen Anbietern für einen Richtpreis von etwa 1,30 Euro zu kaufen sind.

Die Recup GmbH wurde im Jahr 2016 in München gegründet.

Deutschlandweit gibt es etwa 2400 Ausgabestellen für die Recup-Becher.

Ziel des Unternehmens ist, den Coffee-To-Go Kauf weltweit nachhaltig zu gestalten und dabei eine attraktive Alternative zum Einwegbecher zu bieten.

Diese Frage hatte sich auch die Stadt Oldenburg gestellt, und durch das Unternehmen „Recup GmbH“ im September 2017 eine Lösung gefunden – der Mehrweg-„Recup-Becher“, der momentan Verwendung in 23 Städten deutschlandweit findet, darunter in Berlin, Hamburg und München. Und nun zählt auch Oldenburg seit fast zwei Jahren dazu.

Wir hatten uns gefragt, wie sich das System seitdem hier entwickelt hat, und haben dazu lokale Betriebe befragt. Aktuell sind hier, nach Angaben der Stadt, etwa 11 000 der Becher im Umlauf, mit 21 Betrieben als beteiligte Anbieter.

Der Recup-Becher ist kostenlos und erwerbbar nach dem Hinterlegen von einem Euro Pfand. Bei Gebrauch kann er bei allen Recup-Partnern deutschlandweit gereinigt oder eingetauscht werden. Zu den Ausgabestellen zählen Cafés, Bäckereien und Coffee-Shops. Alle Anbieter sind auch im Internet und auf der offiziellen App „Recup – return. reuse. recycle“ zu finden. Das dadurch erleichterte Finden der Ausgabestellen ist hilfreich, wenn es darum geht, die Nutzung der Becher weiter zu steigern.

Bernd Leutbecher, Inhaber des Cafés Leutbecher am Schloßplatz, stellt fest: „Je mehr Leute dabei mitmachen, desto leichter wird die Umsetzung und desto weiter wird sich das System auch verbreiten können.“ Sein Betrieb zählt zu denen, die von der Stadt bei der Einführung der Aktion in Oldenburg ein Starterpaket von 200 Bechern bekommen hatten. Nun lässt sich der Recup-Becher auch bei ihm tauschen und auffüllen – sogar mit Rabatten. Diese sollen zur weiteren Mehrweg-Becher-Verwendung motivieren.

Solche Rabatte gibt es auch in der Bäckerei „Bruno der Oldenbäcker“, wo das System laut Mitarbeitern sehr gut ankomme. Durch die Aktion Recup profitierten die Anbieter, was den Kundenzuwachs angeht, weil die Kunden ihre Filialen über die App finden können, heißt es. Hinzu bessere sich das Image der Recup-Partner – Aktionen, welche zur Stadtsauberkeit beitrügen, seien gerne gesehen. Und den leidenschaftlichen Kaffeetrinkern böte sich die Gelegenheit, sich an der Müllminimierung der Stadt zu beteiligen und dabei das Geld für teurere Mehrwegbecher einzusparen.

Wachwerden beim Kaffeetrinken

Kommentar

Lea Bernsmann

Richtig aufgeweckt sind längst nicht alle Kaffeekonsumenten – Wergwerfbecher werden gerne genommen. Ist ja auch praktisch. Die Idee der Recup-Variante ist gut. Besser, wenn man das Getränk dann auch ohne Plastikdeckel serviert bekommt. So etwas gibt es noch in etlichen Lokalitäten der Stadt. Eine schöne Alternative sind eigene Becher, die es auch im hübschen Design gibt. Vielerorts erhält man für mitgebrachte Behälter Rabatt. Vielleicht sind wir irgendwann so weit, dass Kunden gar keine Wahl mehr haben, unnötigen Müll zu produzieren.

Gefragt sind natürlich auch die Konsumenten selbst. Das Thema Kaffee ist nämlich ein heißes. Wer geiz ist geil-mäßig bei Sonderangeboten zuschlägt, muss sich im Klaren sein, dass das Produkt unter menschenunwürdigen und umweltschädlichen Bedingungen angebaut, geerntet und verarbeitet wurde. Fairtraide kostet mehr – der Einsatz ist aber nicht umsonst. Nebenbei bemerkt schmeckt Kaffee von Bio-Kleinbauern, der dann im Langzeitverfahren geröstet wurde, auch besser. Wer sechs Euro für ein halbes Pfund bezahlt, genießt seinen Kaffee garantiert mehr. Vielleicht sogar aus einer echter Porzellantasse. Im Sitzen. Sowas soll es geben.

Lea Bernsmann über Mehrwegbecher für Kaffee zum Mitnehmen.

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