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NWZonline.de Region Stadt Oldenburg Wirtschaft

Vertrauen haben in den Fluss des Lebens

12.02.2019

Oldenburg /Rastede Zeitstress, privater Stress, Arbeitsstress, Freizeitstress, seelischer Stress... Die Formen von Stress in unserem Alltag sind vielfältig. Auch wenn die Begriffe vage bleiben und für jeden Menschen etwas anderes bedeuten, ahnen doch irgendwie alle: Wird das Stress-Level zu hoch, kann es ungesund werden. Das weiß auch Silvia Braumandl, die zusammen mit ihrem Partner Dr. Bernhard Becker und verschiedenen weiteren Projektpartnern nun in Rastede die Ergebnisse einer neuen Langzeitstudie unter der Überschrift „Natur statt Medikamente“ vorgestellt hat.

Negativer Stress-Trend

Gemeinsam mit Becker, der selbst Unternehmer ist, fiel Braumandl in den vergangenen Jahren ein negativer Trend auf: „Der Anteil derer, die an psychischen Erkrankungen leiden und demzufolge auch lange oder wiederholt in ihrem Job ausfallen, steigt drastisch“, beschreibt Becker. Und: „Gleichzeitig steigt die Zahl an von Menschen, die Antidepressiva verschrieben bekommen.“ Allein in Deutschland erkranken der Stiftung Deutsche Depressionshilfe zufolge pro Jahr 5,3 Millionen an einer behandlungsbedürftigen Depression. Trotz dieser hohen Werte wird dem Thema noch nicht genügend Bedeutung eingeräumt, da sind sich Becker und Braumandl sicher. „Wichtig ist, nach einer stressigen Phase, dass die Stresskurve sich wieder Richtung Entspannung bewegt“, weiß Braumandl, Heilpraktikerin für Psychotherapie, aus beruflicher Erfahrung.

Entspannungs-Tipps von der Heilpraktikerin

Silvia Braumandl ist Heilpraktikerin und gibt Naturseminare. Sie plädiert dafür, in der Stille einige Methoden einzuüben, um sie später in den Alltag integrieren zu können. Auch im Büro funktionieren kleine Tricks:

Tief in den Bauch zu atmen, kann helfen, sich zu besinnen und das Stresslevel wieder herunter zu fahren. „Man kann sich außerdem vorstellen, dass man blaue, energiegeladene Luft einatmet und schwarze, verbrauchte Luft wieder ausatmet“, schlägt Braumandl vor, wenn eine Phase der Anspannung den Alltag bedrückt.

Aus der Warteposition entkommen: „Viele Menschen denken, sie könnten sich erst am Feierabend entspannen oder leben nur auf das Wochenende hin“, kennt Braumandl ein Problem. Wer vermehrt im Hier und Jetzt lebe, könne gelassener Herausforderungen des Alltags meistern.

Der Hektik entkommen

Braumandl gibt Achtsamkeitstrainings, lehrt Meditationstechniken. Die Natur, spezielles Mentaltraining und Körperübungen können helfen, klarer zu sehen und der Hektik des Tages zu entfliehen. Es gelte, rechtzeitig gegenzusteuern und Wege aufzuzeigen, dem Spannungsfeld vorbeugend entgegen zu treten, so Becker.

Gemeinsam mit Dr. med. Helge Müller, stellvertretender Klinikdirektor der Klinik und Poliklinik für Psychiatrie und Psychotherapie in Bonn, initiierten Braumandl und Becker eine Studie. „2008/2009 gab es eine Forschung in diese Richtung. Doch die konnte keinen Gesamtbefund ausweisen. Sie war mit verschiedenen Methoden und Umsetzungen durchgeführt worden. Wir wollten eine Neuauflage – mit besserer Vergleichbarkeit und einer deutlicheren Aussage“, blickt der Unternehmer Becker zurück.

VR-Stiftung unterstützt

Der Plan stand also, doch wie umsetzen? Die VR-Stiftung der Volksbanken und Raiffeisenbanken in Weser-Ems hat sich diesem Thema angenommen und die Langzeitstudie gefördert. Auch die AOK Oldenburg und einige weitere Projektpartner unterstützten die Idee.

Teilnehmen an der Studie konnten alle Personen, die bereits Stress empfinden, aber (noch) nicht in Behandlung sind. Gemeldet hatten sich dann 119 Menschen: 64 aus Bayern und 55 aus dem Oldenburger Raum. Neben regelmäßigen Ausflügen in die Natur und Coachings durch Silvia Braumandl füllten die Teilnehmer dreimal während der Studienzeit denselben Fragebogen mit rund 150 Fragen aus. „So wollten wir eine möglichst genaue Bestandsaufnahme des Stressempfindens erwirken“, erklärt Becker.

Prophylaxe wichtig

Es sei wichtig, Menschen schon in früheren Stadien „abzuholen“ und ihnen simple Techniken und Methoden an die Hand zu geben, die zur Linderung oder gar Vermeidung der Stress- Symptome führen können, das machte auch Müller bei der Präsentation der Ergebnisse deutlich. Denn die Auswertung der Studie zeigt deutliche Tendenzen: Bei den Probanden stieg während der Monate das Vertrauen, die eigene Lage besser meistern zu können um elf Prozent; das Gefühl gegen den Stress besser gewappnet zu sein gar um 25 Prozent. Die eigene Achtsamkeit stieg um 30 Prozent und die Summe aller Wohlfühlwerte um rund 40 Prozent. Das persönlich eingeschätzte Stresslevel sank um über 22 Prozent.

„Wir hatten ein positives Ergebnis erwartet, aber diese hohen Werte sind schon bemerkenswert“, freut sich Braumandl. Die Initiatoren haben einen Wunsch: „Wir hoffen sehr, dass Unternehmen und Krankenkassen das Thema künftig ernster nehmen und offener werden für neue Methoden.“

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