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NWZonline.de Region Stadt Oldenburg Wirtschaft

Warum diese Bäume gefällt wurden

22.02.2019

Oldenburg Plötzlich waren die Bäume weg: Vielen Oldenburgern ist aufgefallen, dass kürzlich ein kleines Waldstück neben der Autobahnauffahrt Wechloy Richtung Bremen verschwunden ist. Aus Sicherheitsgründen sei dies nicht zu vermeiden gewesen, argumentiert der Besitzer.

Hintergrund ist zunächst eine Aufforderung der Autobahnmeisterei, einige umsturzgefährdete Bäume nahe der Fahrbahn zu entfernen. Es folgte nach Aussage der Stadt ein Ortstermin mit der Unteren Naturschutzbehörde, bei dem der Herausnahme von Bäumen mit Sturmschäden sowie danach freistehenden Bäumen zugestimmt wurde. Von einem Kahlschlag des Geländes in der jetzigen Form sei nicht die Rede gewesen.

Das sieht der Grundstücksinhaber, der namentlich nicht genannt werden möchte, anders. Das Vorgehen sei so besprochen gewesen, zumal das Arbeiten mit schwerem Gerät keine andere Möglichkeit zugelassen hätte. Man habe sogar angeboten, einige beschädigte städtische Bäume mit zu entsorgen, was die Stadt angenommen habe.

Der Besitzer führt aus, dass mindestens die Hälfte der Bäume schräg gestanden habe. Zudem habe es Schwierigkeiten mit dem Boden gegeben. Im extrem trockenen letzten Sommer seien selbst eigentlich gut verwurzelte Bäume umgefallen. „Es ist sogar ein Baum in Richtung des dortigen Wohnhauses gestürzt und hat die Schaukel nur knapp verfehlt“, so der Grundstücksbesitzer.

Auch wenn Eigentümer und Stadt offenbar aneinander vorbeigeredet haben, Konsequenzen hat die Rodung zunächst nicht. Die Bäume hatten keinen Schutzstatus nach Naturschutzrecht. Zur waldrechtlichen Beurteilung hat die Stadt allerdings das zuständige Beratungsforstamt Neuenburg und das für die Beratung der privaten Waldbesitzer zuständige Forstamt der Landwirtschaftskammer beteiligt.

Die Stadt geht von einer Wiederaufforstung auf. Der Besitzer bestätigt grundsätzlich, dass Bäume gepflanzt werden sollen und dass ein Termin mit einem Förster anberaumt sei. Eine Bebauung des Grundstücks schloss er gegenüber der NWZ aus.

Es ist übrigens nicht die einzige Gehölzarbeit, die Oldenburger stutzig macht. Immer wieder gibt es auch Fragen, ob die teils starken Rückschnitte entlang der Autobahnen, wie kürzlich am Nordkreuz, nötig sind. Dabei werden die Gehölze an den fahrbahnnahen Böschungen auf den Stock gesetzt, wie es von Joachim Delfs von der Landesstraßenbaubehörde heißt. Das bedeutet, dass Gehölze auf zehn bis 20 Zentimeter Höhe zurückgeschnitten werden, damit sie neu austreiben.

Das sei notwendig, weil die Pflanzen wegen Lichtmangel nicht mehr natürlich verjüngten, so Delfs weiter. Die Bäume würden verkahlen und statisch sehr ungünstige Kronen entwickeln. „Die Folge ist eine Gefährdung des Verkehrs durch Astabbrüche und umstürzende Bäume.“ Die gekürzten Gehölze würden bereits im Frühjahr wieder kräftig durchtreiben.

Wann Bäume geschützt sind

Bäume und Sträucher (Gehölze) innerhalb des Stadtgebietes sind geschützt, wenn sie...

 entsprechend in Bebauungsplänen festgesetzt sind (Obstbäume und Nadelbäume sind in der Regel nicht geschützt, aber es gibt Ausnahmen.

 in Naturschutzgebieten stehen.

 in Landschaftsschutzgebieten stehen.

 innerhalb geschützter Landschaftsbestandteile stehen

 als Naturdenkmale ausgewiesen sind.

 auf Wallhecken stehen.

 in geschützter Umgebung von Baudenkmälern stehen.

 in einer Baugenehmigung als zu erhalten deklariert sind.

 als Kompensationsmaßnahmen festgesetzt sind.

Übrigens ist nicht nur das Fällen, sondern auch die Beschädigung verboten.

Die Strafen bei Nichtbeachtung der Regeln können beträchtlich sein. Bei Fällung eines Baumes, der im Bebauungsplan als zu erhalten festgesetzt ist, kommt es zur Einleitung eines Bußgeldverfahrens. In Höhe von bis zu 10 000 Euro kann ein Bußgeld verhängt werden. In der Regel sind Bußgelder von mindestens 1000 Euro pro Baum üblich.

Kompensationsmaßnahmen werden zusätzlich angeordnet. Je nach Größe des widerrechtlich gefällten Baumes sind mindestens zwei bis drei Ersatzbäume mit einem Stammumfang 16/18 cm auf dem eigenen Grundstück nachzupflanzen, oftmals auch mehr. Bei nicht ausreichendem Platz wird ein Ersatzgeld von 750 Euro pro nicht gepflanztem Ersatzbaum festgesetzt. Wird in größerer Qualität nachgepflanzt (z. B. 20/25 cm Stammumfang oder 30/35 cm Stammumfang) reduziert sich die Anzahl der nachzupflanzenden Bäume.

Sogar eine Straftat ist das Fällen von Bäumen, wenn es sich um ein Naturdenkmal handelt.

Patrick Buck Redakteur / Redaktion Oldenburg
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