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NWZonline.de Region Stadt Oldenburg Wirtschaft

Wintereinbruch zeigt sich von der herben Seite

12.12.2017

Oldenburg „Einfach mal das Auto stehen lassen“, heißt es von der Polizei am Montagnachmittag – „wenn möglich“. Oldenburg ist zwar die Stadt der kurzen Wege, allerdings auch eine für Pendler. Vielleicht hat’s ja daran gelegen, dass es am frühen Montagmorgen in den Blechkolonnen nur schwerlich voran ging. Den zum Winterdienst abberufenen Mitarbeitern des Abfallwirtschaftsbetriebs (AWB) konnte man das „allwinterliche Verkehrschaos“ – wie es in den Sozialen Medien gern mal als Schlagwort in die Runde geworfen wird – gewiss nicht vorwerfen. Als wäre ein Montagmorgen nicht schon frustrierend genug, mussten sich viele Verkehrsteilnehmer auch noch mit vor allem gen Zentrum stauenden Strecken auseinandersetzen. Verspätungen notierte deshalb auch die VWG für ihre Busse, dies aber vorwiegend im Feierabendverkehr und dann bis zu 30 Minuten, wie Sprecherin Sarah Paulsen sagte, „es ist viel los auf den Straßen“. Oder wie es einer der Fahrer formulierte: „Die Leute sollen bei uns einsteigen und nicht vor uns her fahren.“ Immerhin lief das alles größtenteils glimpflich ab, vermeldeten doch Rettungsdienste und Polizei „keine Besonderheiten“ bis zum späten Nachmittag.

Was aus der Nacht und aus dem ganzen Stadtgebiet jedoch blieb, war so mancher Blechschaden. Dazu kam auf der A28 bei Wechloy am späten Sonntagabend eine 29-Jährige nach einem Überholvorgang ins Schleudern, ihr Fahrzeug kippte seitlich in den Graben. Drei Ersthelfer zogen die leichtverletzte Oldenburgerin über das Beifahrerfenster aus ihrem Wagen. Deutlich schwerer erwischte es eine 57-jährige Fußgängerin am Stau – als sie mit ihrem Mann die Fahrbahn überqueren wollte, wurde sie vom Fahrzeug eines 38-jährigen Oldenburgers erfasst, der aufgrund der Schneeglätte nicht mehr ausweichen konnte.

Grundsätzlich, so appelliert die Polizei, sollten vermeidbare Fahrten auch tatsächlich als solche behandelt werden.

Erst recht, wenn noch Sommerreifen auf den Fahrzeugen montiert sind – was im Übrigen keine Seltenheit ist. In so mancher Oldenburger Werkstatt türmen sich seit Montag schlagartig die Radwechsel-Aufträge panischer Kunden, „die jetzt ganz schnell, am besten sofort, einen Termin haben wollen“, heißt es bei ATU in Kreyenbrück. Mit „Sofort“ meinen die Auftraggeber schlagartig. „Sofort“ heißt bei den Profis in diesem Fall allerdings: Ende der Woche. Frühestens.

„Jetzt mit dem ersten Schnee kommen klassischerweise die letzten zehn Prozent mit Sommerreifen“, weiß Jörg Heinrich von Vergölst, „also zumeist jene, die auch am 23. noch ihre Weihnachtsgeschenke kaufen wollen – dazu gehöre ich leider auch ....“

Ein Glück also, dass der Winter vergleichsweise spät über Oldenburg hereingebrochen ist und die Verkehrsteilnehmer sich gewissenhaft auf den Schnee vorbereiten konnten. Die meisten zumindest.

Quasi dauerhaft Besen bei Fuß stehen derweil 120 AWB-Mitarbeiter – darunter Kräfte vom Grünflächenamt, des Fachdienstes Straßenunterhaltung und auch Stadtgrünpfleger. Derer 60 waren mit den ersten Flocken am Sonntag ab 15.30 Uhr dazu ab dem frühen Montagmorgen im Anti-Rutsch-Einsatz. Auch an diesem Dienstag zieht’s die gleiche Zahl notgedrungen ab 5 Uhr raus, um die Hauptverkehrsstraßen sowie die wichtigsten Rad- und Gehwege mit Streu- und Räumfahrzeugen, aber auch als Handkolonnen vorzubereiten.

Apropos Hände: Auf die sollten Fußgänger und Radfahrer in diesen Tagen gleichermaßen gut Acht geben. Viele von ihnen hatten es am Sonntag- und Montagabend nicht getan: In der Notaufnahme des Evangelischen Krankenhauses hatte man da beispielsweise „deutlich mehr Brüche“ von Beinen, Armen und Fingern verzeichnet, wie es heißt – vor allem, weil der ein oder andere Oldenburger zuvor „rasch noch mal aufs Fahrrad“ wollte und sich darauf sicher wähnte. Allerdings nur bis zum Sturz ...

André Heitkamp, Sprecher der Berufsfeuerwehr, hat’s sich da einfach gemacht – und einen speziellen Bereifungssatz für sein Fahrrad zugelegt: „Ein Vorderrad mit Wintermantel aus Spikes“, wie er sagt. Sicherlich nicht die schlechteste Idee – zumal es für diesen Reifenwechsel auch keines Termins braucht...

Marc Geschonke
Redakteur
Redaktion Oldenburg
Tel:
0441 9988 2107

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