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NWZonline.de Region Stadt Oldenburg Wirtschaft

Das Warten auf die „Palme“ hat ein Ende

05.11.2018

Oldenburg Als hätten die Oldenburger in den vergangenen Tagen mit den Füßen scharrend den ersten Novembersonntag erwartet – so mutete die Atmosphäre bei der Saisoneröffnung „Hallo Grünkohl!“ auf dem Rathausmarkt an. Sobald die zahlreichen Essstände öffneten, bildeten sich lange Schlangen. „Stehen Sie hier noch an?“, dürfte die erste und wohl häufigste Frage des Tages gewesen sein. Trotz teilweise langer Wartezeiten war die Stimmung der Grünkohl-Community aber immer locker und freundlich.

„Auf einer Skala von eins bis zehn? Elf!“ beantwortet Uwe Storm (55) die Frage, wie sehnsüchtig er auf den Start der Kohlsaison gewartet hat. Eine Portion Grünkohl klassisch hatte er sich bereits gegönnt. „Aber das muss ja noch nicht alles sein“, sagt Storm. Variationen wie Grünkohl-Bratwurst und -Burger machen den Oldenburger neugierig. „Da werde ich auch noch ’was von probieren. Meine Frau freut sich ja schon aufs Power Shopping, dafür muss ich ja gestärkt sein.“

Im Schlepptau hat das Ehepaar einen Gast aus Thüringen: Matthias Erharft (38) aus Weimar lässt die Atmosphäre auf sich wirken. Grünkohl kennt er zwar nicht aus seiner Region – aber von seiner Großmutter. „Die hat ihn immer mit Kochwurst gemacht“, erzählt er. Die Oldenburger Version schmeckt ihm auch. „Bis auf die Pinkel, die ist nicht so meins“, sagt Erhardt.

Bereits bis zum Grünkohl-Burger vorgedrungen war Fredi Sültz (57) aus Berne mit seinem Freundeskreis. Die fidele Truppe aus der Wesermarsch ist zum ersten Mal beim Grünkohlsonntag dabei.

„Wir hatten gestern beim Fischräuchern spontan die Idee, heute mal eine Radtour hierher zu machen“, erzählt Sültz. „Den klassischen Grünkohl und ein Bier hatte ich schon. Da dachte ich mir, zum Abschluss macht sich ein Grünkohl-Burger bestimmt gut.“ Das machte er offenbar tatsächlich. Ihm schmeckte die Kreation jedenfalls „100 Prozent. Ach was sag ich, 110“. Auch einige seiner Begleiter ließen sich den Burger schmecken. „Geht ganz ohne Prügel rein“, war noch das zurückhaltendste Lob.

Schöpfer des Grünkohl-Burgers sind Ricardo Heinemann und Malte und Clarissa Ibbeken. „Wir wollten den Grünkohl foodtrucktauglich machen“, sagt Malte Ibbeken. „So, dass man ihn auch aus der Hand essen kann.“ Seit zwei Jahren bieten sie den Burger an ihrem Food Truck an. Mit Erfolg offenbar, denn auf dem Rathausmarkt findet der Kassler im grünen Brötchen viele Fans. Neu ins Angebot haben „Die Geschmacksträger“, wie sich das Trio nennt, einen Grünkohl Hot Dog mit Pinkel vom Ochsen aufgenommen. „Auch der kommt schon gut an“, freut sich Malte Ibbeken.

Direkt nebenan zeigte Profikoch Jan Linne, was man mit der Oldenburger Palme sonst noch machen kann. Neben einem Kürbisrisotto mit knusprigem Grünkohl und Ziegenjoghurt kredenzte er etwa auch einen Kabeljau mit Grünkohlsaft, Linsen und Topinambur. „Grünkohl ist ungeheuer vielseitig“, sagt Linne. „Als Begleiter kann er zum Beispiel Wirsing oder Broccoli ohne Weiteres ersetzen.“

Den Grünkohl von der wissenschaftlichen Seite zeigte Christoph Hahn von der Uni Oldenburg am Stand des Botanischen Gartens. Aus den verschiedensten Grünkohlsorten versucht Hahn eine neue Sorte zu züchten, quasi einen echten Oldenburger Grünkohl. „Die bei uns meistens angebaute Sorte, Winnetou, ist durch Wuchs, Ertrag und Klimafestigkeit gut zu ernten“, sagt Hahn. „Sie könnte aber von den Inhaltsstoffen her ausgewogener sein, zum Beispiel mit etwas weniger Bitterstoffen und mehr Vitaminen.“

Darüber hinaus hat sein perfekter Grünkohl auch einen Zieraspekt. „Man könnte ihn im Gartenbeet blühen lassen und später essen“, so Hahn. Bei der Entwicklung dieses „Oldenburger Superkohls“ sieht sich Hahns Forschungsteam schon auf einem guten Weg. „Aber bis wir die erste Pflanze hier zeigen können, wird es noch ein paar Jahre dauern“, sagt er.


Mehr Fotos unter   www.nwzonline.de/fotos-oldenburg 
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