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NWZonline.de Region Stadt Oldenburg Wirtschaft

Stadtentwicklung In Oldenburg: Denkmalschützer will keinen Stahlkiosk am Bootsverleih

14.04.2018

Oldenburg Bei der Durchsicht historischer Ansichtspostkarten fallen manchmal Kioske auf, die sich ehemals an unterschiedlichen Stellen im Stadtgebiet befanden. In der Regel handelt es sich um originelle hölzerne Kleinarchitekturen, die wohl überwiegend von örtlichen Zimmereibetrieben zum Teil als Typenentwürfe realisiert wurden. Nach dem Zweiten Weltkrieg bauten sich oftmals Flüchtlinge und Vertriebene mit zeittypischen Kiosken, Obst- und Gemüseständen, Milchbuden und so weiter Existenzen auf. Von der Kioskarchitektur aus der Zeit vor 1945 ist nichts erhalten geblieben und auch aus der Nachkriegszeit gibt es nur noch wenige, zumeist stark veränderte Beispiele. Ein überaus individueller Kiosk befindet sich jedoch an der Elisabethstraße in Oldenburg. Er wurde 1949 als Ersatz für ein etwas tiefer am Ufer der Mühlenhunte stehendes Häuschen erbaut.

Beim ersten Blick wirkt der Kiosk in dem durch den Schlossgarten und dessen Pförtnerloge, das Schloss, das Prinzenpalais und das Augusteum geprägten Bereich kurios und fremdartig, ja vielleicht sogar deplatziert. Aber das hat einen besonderen Reiz und einen hohen Wiedererkennungswert. Zudem dokumentiert das Gebäude die entbehrungsreichen Jahre nach dem Krieg. Das Baumaterial war knapp, und so griff man auf heimisches preisgünstiges Reet für das Dach zurück. Diese Art der Dacheindeckung war bis weit in die 1950er-Jahre beliebt, und es entstanden in Oldenburg einige Einfamilienhäuser mit der sogenannten „weichen Bedachung“.

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„kulturland“

Der Bericht von Friedrich Precht über Kiosk und Bootsverleih an der Mühlenhunte ist in der Zeitschrift „kulturland Oldenburg“ der Oldenburgischen Landschaft erschienen in der Rubrik „Architektur“. Autor und Landschaft haben freundlicherweise den Abdruck in der NWZ erlaubt.

Die Zukunft des Häuschens ist ungewiss. (...) Nach dem Tod des letzten Betreibers von Kiosk und Tretbootverleih kommt es unter den neuen Betreibern wahrscheinlich zum Abbruch und Neubau des stark instandsetzungsbedürftigen Gebäudes.

Den Entwurf für den Kiosk fertigte der Architekt Ernst Boyken (1900- 1984) an. In der Nachkriegszeit mussten auch renommierte Architekten kleine Aufträge wie zum Beispiel den Bau von Behelfsheimen, Instandsetzungen oder Wiederherstellungen kriegsbeschädigter Gebäude und so weiter annehmen, um den Lebensunterhalt zu bestreiten. Ernst Boyken, geboren in Nordenham, war nach dem Architekturstudium an der technischen Hochschulen in Darmstadt und Hannover ab 1927 Mitarbeiter und Projektleiter bei Architekt Fritz Höger (1877-1949), der für seine expressionistischen nordwestdeutschen Klinkerbauten bekannt ist. 1930 machte sich Ernst Boyken in Nordenham selbstständig und zog 1932 nach Oldenburg. Hier entstanden nach seinen Entwürfen etliche Gebäude, unter anderer die Villa Lindenstraße 101 und das Kontorhaus Bürgerstraße 1 des Fabrikanten Anton J. Beckei (1933/1934), auch das Hotel Kreyenbrücker Hof/Parkhotel, Cloppenburger Straße 418 (1960) und das Fotostudio Besser, jetzt Polygenos, Am Stadtmuseum 15 (1963).

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Das Gebäude Markt 13 der Landessparkasse zu Oldenburg wurde 1936 nach den Plänen Ernst Boykens grundlegend umgebaut und umgestaltet (Abbruch 2009). Beim Bau der Weser-Ems-Halle 1953/54 war er Mitglied der Arbeitsgemeinschaft mit den Architekten Gustav Meckseper und Karl Josef Pfeiffer. Von den außerhalb Oldenburgs realisierten Projekten soll hier beispielhaft das 1952 erbaute Rathaus in Nordenham und dessen 1969-72 erstellte Erweiterung (Wasserturm) genannt werden.  Friedrich Precht hält von den Neubauplänen für den Bootsverleih, der in den nächsten Wochen abgerissen werden soll, nicht viel. Er hätte es sich anders gewünscht, wie er auf Nachfrage der NWZ sagte. Precht: „Ich finde es sehr bedauerlich, dass es offensichtlich nicht möglich ist, das Gebäude wegen des Seltenheitswertes, der geschichtlichen Aussage und der Bedeutung des Architekten Ernst Boyken zu erhalten.“ Die Kosten einer Instandsetzung lägen aus seiner Sicht „sicherlich weit unter der genannten Summe in Höhe von 250 000 Euro für einen Neubau mit Cortenstahl-Fassade“.

Nach NWZ-Informationen liegen inzwischen Baugenehmigungen der Stadt sowohl für einen Holz- als auch für Stahlneubau vor.

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