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NWZonline.de Region Stadt Oldenburg Wirtschaft

Verborgenes für einen Tag sichtbar

09.09.2019

Oldenburg Oft angesehen, nie betreten: Viele Gebäude gehören zu Oldenburg, sind aber verschlossen oder dürfen nicht betreten werden. Am Tag des offenen Denkmals gibt es Gelegenheit, auf Erkundungstour zu gehen.

Jede halbe Stunde gab es Führungen durch das Wasserkraftwerk am Achterdiek. Ausgestattet mit Schutzhelm und Weste, folgten die Besucher einem der Führer. „Die Hauptaufgabe dieses Gebäudes war nie die Stromproduktion“, beginnt Angelo Koopmann von der EWE seinen Vortrag. In erster Linie sei das Wasserkraftwerk für die Regulierung des Pegels des Küstenkanals zuständig. Seit dem Jahr 1927, in dem es fertig gestellt wurde, hält das Werk die Wasserhöhe zwischen fünf und 5,10 Metern. Zweihundert Meter entfernt befindet sich am Achterdiek ein Durchlass, durch den das Wasser zur Entlastung des Werkes fließen kann. Die Hunte wurde an dieser Stelle aufgestaut, wie die Deiche entlang der Ufer zeigen. Sie reichen bis Höven in der Nähe von Wardenburg. Elektrizität wird mit den zwei Turbinen nur produziert, wenn der Pegel dies erlaubt – in den vergangenen trockenen Monaten also kaum. Sollte das Wasser zu hoch steigen, können weitere Wehre geöffnet werden. Dann fließt innerhalb einer Sekunde der Inhalt eines ganzen Schwimmbeckens durch das Werk.

Arthur Saathoff, Besucher des Wasserkraftwerks, verschlug es aus privatem Interesse in dieses Baudenkmal: „Ich bin hauptberuflich Architekt und interessiere mich für solche alten Gebäude.“ Das Kraftwerk habe eine eigene, mystische Aura, findet er.

Im Herzen des Gartendenkmals Schlossgarten liegt der Küchengarten. Eine hohe Mauer umgibt die etwa einen Hektar große Fläche. Der 1808 von Peter Friedrich Ludwig angelegte Garten liefert heute von Kürbissen bis Weinreben alle möglichen Früchte. Früher diente er der Versorgung des Hofes im benachbarten Schloss. „Normalerweise ist der Küchengarten nicht zugänglich, weil sich sonst Naschkatzen unerlaubt an den Früchten bedienen würden“, erklärt Schlossgartenchefin Trixi Stalling.

Nächste Gelegenheiten, den Küchengarten zu betreten, gibt es am Samstag, 21. September, beim Apfeltag (von 11 bis 17 Uhr mit Kuchenbackwettbewerb und Apfelsaftpressen) und am 25. Oktober zur Weinpromenade.

Der dominierende Gebäudekomplex im Dobbenviertel ist der ehemalige Alte Landtag und das dazugehörige Regierungsgebäude. Die Polizeidirektion ist für beide Gebäude zuständig. Der Alte Landtag an der Tappenbeckstraße stand am Sonntag im Mittelpunkt. Während des Ersten Weltkriegs gebaut, bot das Gebäude ab dem 9. November 1916 dem Oldenburger Landtag eine neue Heimat. Zuvor tagte er im heutigen Standesamt. Lange sollte der Landtag seine Funktion aber nicht behalten, denn 1931 erhielt die NSDAP in Oldenburg als erster Stadt in der Weimarer Republik eine absolute Mehrheit. Zwei Jahre später wurde der Landtag aufgelöst und das Gebäude zu einer Verwaltung und einem Gaugericht umfunktioniert. Der Platz vor dem Gebäude wurde in Adolf-Hitler-Platz umbenannt.

Heute – genau wie vor der Umbenennung – ist der Platz nach Theodor Tantzen benannt. Er war vor der Machtergreifung der erste Ministerpräsident Oldenburgs und wurde von den Alliierten nach Ende des Krieges erneut eingesetzt.

Nach Abzug der Alliierten befand sich der Komplex in desolatem Zustand. 1978 wurden die Gebäude nach weitreichenden Sanierungsmaßnahmen wieder in Betrieb genommen. Mit starken Bürgerprotesten wurde die größtenteils originalgetreue Erhaltung erreicht. Heute werden im Alten Landtag Veranstaltungen unterschiedlicher Ämter und Vereine abgehalten.

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