• Jobs
  • Immo
  • Auto
  • Kleinanzeigen
  • Trauer
  • Hochzeit
  • Guide
  • Shop
  • Tickets
  • nordbuzz
  • Fußball
  • Werben
  • Kontakt
 
NWZonline.de Region Stadt Oldenburg Wirtschaft

Hunte auf Rekordtiefstand

14.08.2018

Oldenburg Die Hunte fließt in diesen Tagen nach der langen Trockenperiode gemächlicher als gewohnt dahin. Daran haben auch die Niederschläge der vergangenen Tage wenig geändert. Weniger als zwei Kubikmeter pro Sekunde fließen zurzeit durch Oldenburg, weiß Reinhard Hövel vom Oldenburgisch Ostfriesischen Wasserverband, der sich nicht nur von Berufs wegen für die Hunte interessiert, sondern gemeinsam mit seiner Ehefrau in diesem Sommer auch auf dem Hunte-Radwanderweg unterwegs zur Quelle war.

Hunte speist Kanal

„Die lange Trockenperiode hat der Fluss bislang gut weggesteckt“, sagt Hövel. Die Hunte speist am Achterdiek den Küstenkanal und sorgt dort für einen gleichbleibenden Wasserstand für die Berufsschifffahrt. Die Hunte wurde deshalb mit dem Bau des Küstenkanals vor dem Elektrizitätswerk aufgestaut. In Oldenburg wird der Wasserstand am Pegel Drielake gemessen. Dort wirken sich allerdings Ebbe und Flut aus. Verlässlichere Daten für die Menge des Wassers in der Hunte lässt der Pegel in Huntlosen zu, weiß Hövel. Der Pegelstand betrug dort am Donnerstag 2,85 Meter, das ist ein neuer Negativrekord.

Der Wert liegt damit sogar noch drei Zentimeter unter dem im Jahr 2003, aufgestellt am 13. August. Zum Vergleich: Am 22. Januar 2008 betrug der Pegelstand 6,27 Meter, auch das ein Rekord. Mit früheren Daten lassen sich die heutigen Zahlen aber nicht vergleichen, sagt Hövel. Vor 15 Jahren sei der Fluss der Hunte durch zahlreiche Baumaßnahmen erheblich verändert worden. Am Montag war der Pegelstand auf 2,88 Meter geringfügig angestiegen – normal ist dort 3,32 Meter.

Pro Jahr fließen etwa 600 Millionen Kubikmeter Wasser über die Hunte durch die Stadt. Das entspricht einem mittleren Durchfluss von ca. 20 Kubikmetern pro Sekunde. Der Spitzenwert der letzten 15 Jahre betrug 100 Kubikmeter pro Sekunde, gemessen ebenfalls im Januar 2008. Zum Vergleich: Im Zwischenahner Meer befinden sich 25 Millionen Kubikmeter Wasser. Rein rechnerisch fließt der Inhalt des Binnensees also 24 Mal durch Oldenburg. Und noch ein Vergleich: Pro Jahr fallen auf das Oldenburger Stadtgebiet durchschnittlich 75 Millionen Kubikmeter Niederschläge.

Dass die Hunte in der Trockenperiode überhaupt noch soviel Wasser führt, ist ihrem großen und relativ flachen Einzugsbereich zu verdanken. Zu ihrem Entwässerungsgebiet gehören 2785 Quadratkilometer Fläche. Das Stadtgebiet ist 103 Quadratkilometer groß. Der Fluss profitiert außerdem von der langen Regenperiode, die sich über den Winter hinweg bis in den März zog. „Die Grundwasserreservoirs sind gut gefüllt – noch“, räumt Hövel ein, der dringend auf weitere Niederschläge wartet.

189 Kilometer lang

Die Hunte ist von der Mündung in die Weser bei Elsfleth bis zur Quelle, die zwischen Bad Essen und Melle im Wiehengebirge liegt, 189 Kilometer lang. Dabei fließt sie 170 Höhenmeter abwärts. Der Dümmer liegt in etwa 40 Meter über dem Meeresspiegel, Bad Essen 50 Meter. Mit ihrer Länge rangiert die Hunte übrigens auf Platz 32 im bundesweiten Vergleich.

Hövel hat auch die Quelle der Hunte besucht. „Das ist eher ein schlammiges Loch“, findet er. Auf seinem Weg zur Weser legt der Fluss 2,3 Kilometer pro Stunde zurück, hat der OOWV-Experte ausgerechnet. Er braucht für die Strecke also rund drei Tage.

Neben den geringen Pegelständen und Abflussmengen der Hunte sind auch die Sauerstoffwerte zurzeit recht gering: An der Messstation Reithörne bei Wildeshausen im Landkreis Oldenburg wurde am vergangenen Donnerstag über den Tag gerechnet ein Sauerstoffgehalt von 5,6 Milligramm je Liter Wasser verzeichnet (bei einer Temperatur von gut 25 Grad Celsius), teilt Achim Stolz, Pressesprecher beim Niedersächsische Landesbetrieb für Wasserwirtschaft, Küsten- und Naturschutz, mit.

Wenig Sauerstoff

Das liege noch über der sogenannten „fischkritischen“ Marke von vier Milligramm pro Liter. Allerdings sinke der Sauerstoffgehalt über Nacht ab und liege tatsächlich nur noch knapp über der Vier-Milligramm-Marke.

Abhilfe in der derzeitigen Situation kann nur anderes Wetter mit geringeren Temperaturen und mehr Niederschlägen schaffen, wobei diese Niederschläge als „normaler“ Landregen und nicht als Starkregen fallen sollten. Bei Starkregen würden Bodenpartikel von den Feldern sowie Staub und Reifenabrieb von den Straßen in die Gewässer gespült, was den Sauerstoffgehalt senken könnte.

Thomas Husmann Redakteur / Redaktion Oldenburg
Rufen Sie mich an:
0441 9988 2104
Meine Themen: Verpassen Sie keine für Sie wichtige Meldung mehr!

So erstellen Sie sich Ihre persönliche Nachrichtenseite:

  1. Registrieren Sie sich auf NWZonline bzw. melden Sie sich an, wenn Sie schon einen Zugang haben.
  2. Unter jedem Artikel finden Sie ausgewählte Themen, denen Sie folgen können.
  3. Per Klick aktivieren Sie ein Thema, die Auswahl färbt sich blau. Sie können es jederzeit auch wieder per Klick deaktivieren.
  4. Nun finden Sie auf Ihrer persönlichen Übersichtsseite alle passenden Artikel zu Ihrer Auswahl.

Ihre Meinung über 

Hinweis: Unsere Kommentarfunktion nutzt das Plug-In „DISQUS“ vom Betreiber DISQUS Inc., 717 Market St., San Francisco, CA 94103, USA, die für die Verarbeitung der Kommentare verantwortlich sind. Wir greifen nur bei Nutzerbeschwerden über Verstöße der Netiquette in den Dialog ein, können aber keine personenbezogenen Informationen des Nutzers einsehen oder verarbeiten.