• Jobs
  • Immo
  • Auto
  • Kleinanzeigen
  • Trauer
  • Hochzeit
  • Guide
  • Shop
  • Tickets
  • nordbuzz
  • Fußball
  • Werben
  • Kontakt
 
NWZonline.de Region Stadt Oldenburg Wirtschaft

Oldenburg ist keine glyphosatfreie Zone

25.10.2018

Oldenburg Zwischen Gehwegplatten, am Straßenrand, auf Spielplätzen – nicht überall, wo Grünes wächst, ist es auch willkommen. Der einfachste und auch billigste Weg für Kommunen war lange der Einsatz von glyphosathaltigen Pflanzenschutzmitteln. Die Genehmigung dafür musste beantragt werden, wurde aber sehr häufig erteilt.

Spätestens seitdem im Frühjahr 2015 die Internationale Agentur für Krebsforschung (IACR), eine Unterbehörde der Weltgesundheitsorganisation WHO, den Wirkstoff als „wahrscheinlich Krebs erregend“ einstufte, tun sich viele Städte und Gemeinden – und auch die niedersächsische Landesregierung – deutlich schwerer damit. Die hat im Sommer 2015 verfügt, dass es „bis auf Weiteres“ keine Genehmigungen für den Einsatz glyphosathaltiger Pflanzenschutzmittel auf Nichtkulturland gibt. In begründeten Fällen gebe es Ausnahmen, teilt das Landwirtschaftsministerium mit.

Eine solche Ausnahme hat die Stadt Oldenburg bisher nicht geltend gemacht. Sie verzichte schon seit geraumer Zeit aus ökologischen Gründen auf den umstrittenen Wirkstoff, teilt Stadtsprecher Reinhard Schenke mit. Seit etwa 30 Jahren würden in Oldenburg im öffentlichen Grün im Wesentlichen keine Pflanzenschutzmittel mehr verwendet. Das Unkraut werde ausschließlich manuell oder mechanisch bekämpft, auch wenn das aufwändiger und teurer sei als der Einsatz von Herbiziden. Um wie viel, wollte er nicht abschätzen.

Oldenburg also eine glyphosatfreie Zone? Nein. Die Bahn verwendet nach wie vor Glyphosat, um den Gleisbereich frei von Bewuchs zu halten, das bestätigt die Pressestelle auf NWZ-Anfrage. Dieses Verfahren sei unverzichtbar für einen sicheren Bahnbetrieb. Thermische oder mechanische Verfahren seien derzeit keine Alternative. Keine Angaben macht die Bahn dazu, wie viel Glyphosat in Oldenburg zum Einsatz kommt.

Auch in der Landwirtschaft ist der begrenzte Einsatz von Glyphosat weiterhin erlaubt. Anders als andere Städte, wie Peine in Niedersachsen, Bottrop in Nordrhein-Westfalen oder Wiesbaden in Hessen, schließt die Stadt Oldenburg bei Verpachtungen ihrer Flächen die Nutzung von Glyphosat nicht aus. „Solche Vereinbarungen sind nicht Bestandteil unserer Pachtverträge“, teilt die Pressestelle mit.

Die dritte Gruppe, die noch Glyphosat nutzt, sind die Privatgärtner, die glyphosathaltige Mittel in Baumärkten und im Internet bekommen. Die Überprüfung, ob das Herbizid tatsächlich nicht auf Gehwegen oder Auffahrten verwendet wird, ist schwierig.

Der Oldenburger Olaf Hostrup, vor rund 15 Jahren Mitglied des Sachverständigenausschusses für die Zulassung von Pflanzenschutzmitteln, relativiert die Diskussion um Glyphosat. Glyphosat habe die hiesigen Zulassungsverfahren bestanden, ohne als krebserregend eingestuft zu werden. Es gebe noch eine ganze Reihe von Wirkstoffen, die die IRHC ebenfalls verdächtigt, Krebs zu erregen, und die in den Zulassungsverfahren in Deutschland und Europa auffälliger gewesen seien, als Glyphosat. Zu diesen Stoffen gehörten zum Beispiel die Phenoxycarbonsäuren, die sich in Pflanzenschutzmitteln zur Rasenpflege befänden.

Katja Mielcarek
Redakteurin
Redaktion Oldenburg
Tel:
0441 9988 2103

Weitere Nachrichten:

Weltgesundheitsorganisation | WHO | BMELV

Ihre Meinung über 

Hinweis: Unsere Kommentarfunktion nutzt das Plug-In „DISQUS“ vom Betreiber DISQUS Inc., 717 Market St., San Francisco, CA 94103, USA, die für die Verarbeitung der Kommentare verantwortlich sind. Wir greifen nur bei Nutzerbeschwerden über Verstöße der Netiquette in den Dialog ein, können aber keine personenbezogenen Informationen des Nutzers einsehen oder verarbeiten.