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Verkehr In Oldenburg: Lange Leitung bei E-Mobilität

02.02.2019

Oldenburg Familie Kourouche hat gründlich überlegt. Ein neues Familienauto muss her: elektrisch sollte es sein, das war klar. Nach einigem hin und her war das passende Modell gefunden: „Es muss eine vierköpfige Familie hineinpassen und eine gewisse Reichweite sollte auch gegeben sein“, erklärt Vater Khaled Kourouche (38), der als Projektmanager bei einer SAP-Beratungsfirma arbeitet. Vor einigen Monaten war ein passendes Modell, ein Hyundai Kona, gefunden. Bald könnte der Wagen geliefert werden. Einzig: Die Infrastruktur fehlt, um das Gefährt abseits von öffentlichen Ladestationen, oder nahe der Arbeitsstätte auch mal vor dem eigenen Haus zu laden. Denn die Wohnsituation macht es ein wenig kompliziert, Strom ins Fahrzeug zu bekommen: „Wir wohnen in einem Reihenmittelhaus und haben daher keine Garage oder Einfahrt“, sagt Kourouche. Vor dem Haus befindet sich ein öffentlicher Stellplatz.

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Keine Denkverbote

Doch ein Kabel von der heimischen Steckdose quer über den Bürgersteig zu spannen, schien ihm nicht sehr sinnvoll. Kourouche grübelte über einer Alternative mit der er sich an die Stadt gewandt hat: „Ist es möglich“, fragte er in einem Schreiben, „einen schmalen Kabelschacht mit Klappe in den Fußweg einzulassen, um das Kabel dort temporär einzulegen? Wir könnten uns auch vorstellen, eine Ladesäule oder einen Schacht mit Anschluss an die Parkbucht legen zu lassen. Oder“, so endet seine Nachfrage, „vielleicht kennen Sie bereits ein anderes praktisches Vorgehen aus anderen Anfragen?“.

Die Antwort der Stadt hat den 38-Jährigen jedoch überrascht: „Seitens der Stadt Oldenburg soll hier keine Erlaubnis erteilt werden, da es sich um einen öffentlichen Stellplatz handelt. Hierbei soll insbesondere kein Vergleichsfall geschaffen werden“, heißt es wortwörtlich.

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Zufrieden war Kourouche mit der Begründung nicht. Dass eine Ladesäule vor seinem Haus nicht realisierbar ist, hatte er schon herausgefunden: „Dort stehen zwei Linden und in der Nähe von Bäumen ist das nicht möglich.“ Doch die Idee mit dem Kabelschacht, um aus eigenen Mitteln in die Infrastruktur zu investieren und die Elektromobilität weiter voranzutreiben, ließ ihm keine Ruhe: „Ich habe dann noch einmal nachgehakt.“

Aber auch das zweite Schreiben führte nicht zum Erfolg. Zwar begrüßte die Stadt in ihrer Antwort, dass Kourouche „durch den Kauf eines Elektrofahrzeugs zu einer Verringerung von Belastungen durch Verbrennungsmotoren beitragen möchte“, beschied aber zeitgleich auch, dass, um ihn zu unterstützen, die Stadt keine Stellflächen zur Verfügung stellen könne. „Doch ich wollte gar keine Stellfläche“, betont Kourouche. Ihm sei sehr wohl bewusst, dass auch andere Personen als er selbst ihre Autos auf dem öffentlichen Stellplatz vor seinem Haus parken könnten und er somit keinen Zugang zur eigenen Ladestation haben würde.

Was den E-Auto-Fan wurmt, ist, dass es sich die Stadt seiner Meinung nach zu wenig offenhalte, auch über alternative Methoden der Stromversorgung für Elektrofahrzeuge nachzudenken. Zwar ist in dem ablehnenden Schreiben von „haftungs- und unterhaltungsrelevanten Fragen“ die Rede, die sich in einem solchen Fall „stellen würden“, doch „vielleicht hätte man ja gemeinsam eine Lösung finden können“, sagt Kourouche.

Dann hätte auch über Hindernisse, die die Stadt anführt, wie die notwendige Überwachung, was bei einem Umzug passieren würde oder wie stark wirklich die „öffentliche Verkehrsfläche“ beeinträchtigt würde, beantwortet werden. Kourouche hofft, doch noch eine Lösung im Schulterschluss mit der Stadt zu finden.

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Mareike Weberink Redakteurin / Redaktion Oldenburg
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