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NWZonline.de Region Stadt Oldenburg Wirtschaft

Rat bleibt bei Wunderline misstrauisch

19.12.2018

Oldenburg Im Prinzip sind sich alle einig: Schnellere, komfortablere Zugverbindungen zwischen Bremen und Groningen sind höchst wünschenswert. Deshalb trifft die Wunderline – so heißt das Verkehrsprojekt für eine schnellere Zugverbindung über die Grenze – auf Zustimmung. Doch wie schwer sich die Fraktionen tun mit der Sorge, über eine ausgebaute Strecke könne mehr Güterverkehr von Rotterdam über die Grenze und durch Oldenburg Richtung Bremen rollen, wurde am Montag im Rat wieder deutlich. Zur Abstimmung stand, ob Oberbürgermeister Jürgen Krogmann seine Unterschrift setzen darf unter eine Absichtserklärung. Darin wollen sich im Februar alle Kommunen entlang der Strecke grundsätzlich bereit erklären, ihre Bahnhöfe für Anschlussreisende der Wunderline attraktiver zu machen.

kommentar

Sorgen nicht

begründet

Christoph Kiefer

Viele Oldenburger sind beim Thema Bahnlärm leidgeprüft. Deshalb ist die Sensibilität groß, wenn jetzt die Strecke nach Groningen ertüchtigt werden soll.

Das Misstrauen lässt sich aber kaum mit Argumenten belegen. Die Strecke hat kein Potenzial für internationalen Güterverkehr; das bestätigen bahn-kritische Experten. Wenn überhaupt, ist vereinzelter regionaler Güterverkehr denkbar.

Im Mittelpunkt steht der Personenverkehr nach Groningen – und der sollte nach Kräften ausgebaut werden. Krogmann hat wegen seiner Zustimmung zur Wunderline nicht Kontrolle durch die Kommunalaufsicht verdient. Im Gegenteil: breite politische Unterstützung.

Um es kurz zu machen: Er darf. Aber der einmütigen Zustimmung ging eine lebhafte Aussprache und eine Ergänzung der Erklärung voraus. Hans-Henning Adler (Linke) beantragte, die Zustimmung davon abhängig zu machen, dass die Wunderline nicht den Güterverkehr-Ausbau zum Ziel hat. Einer entsprechenden Klausel sprachen weitere Ratsvertreter, darunter Olaf Klaukien (CDU) und Sebastian Beer (Grüne), das Wort. Ziel: Es solle von Anfang an klar sein, auf was Oldenburg Wert lege.

Die für Februar geplante Absichtserklärung der Kommunen nimmt die sogenannte Anschlussmodalitäten in den Blick. Dabei geht es um Entwicklungen in den einzelnen Bahnhöfen und deren Umfeld. Themen wie Barrierefreiheit und Aufenthaltsqualität (Informationen, Sicherheit, Gastronomie) werden angesprochen. Auch die Verknüpfung zwischen Schiene und Bus sowie zu Auto, Taxi, Carsharing und Rad sollen gestärkt werden. Wer die Kosten für eine Aufwertung der Bahnhöfe übernehmen wird, sagt die Erklärung nicht.

Der Wunderline liegt die Überzeugung zugrunde, dass die Zahl der Fahrgäste deutlich gesteigert werden kann. Bis zur Sperrung der beschädigten Friesenbrücke – derzeit fahren ab Leer nur Busse Richtung Groningen – wurden am Tag rund 800 Fahrgäste gezählt. Bis 2027, so ist die Hoffnung, könnten es mindestens 1000 sein. Für einen zweiten Schritt sieht Wunderline-Projektleiter Tjeerd Postma sogar ein Potenzial von etwa 2000 Fahrgästen am Tag.

Attraktiver soll vor allem die Reisezeit werden: Von heute etwa 2 Stunden und 45 Minuten soll die Reisezeit zwischen Bremen und Groningen auf rund zwei Stunden sinken. Zum Vergleich: Fernbusse sind auf dieser Strecke etwa drei Stunden unterwegs.

Im Sommer hatte der Oberbürgermeister vor allem bei der CDU-Fraktion Empörung ausgelöst. Der Rathauschef hatte – ohne vorherige Abstimmung mit dem Rat – zusammen mit anderen Bürgermeistern einen Aufruf zur Realisierung der Wunderline unterschrieben. Die CDU sprach von Eigenmächtigkeiten und warf Krogmann vor, seine Zuständigkeiten überschritten zu haben. Die CDU schaltete die Kommunalaufsicht ein und lässt das Verhalten Krogmanns überprüfen. Ergebnisse stehen noch aus.

Christoph Kiefer Redaktionsleitung / Redaktion Oldenburg
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