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NWZonline.de Region Stadt Oldenburg Wirtschaft

Trotz  Debatte: Kunden bleiben Diesel treu

09.11.2018

Oldenburg Wer sich ein neues Auto kauft, überlegt heute länger, ob es ein Diesel oder Benziner sein soll. Am Ende fällt die Entscheidung aber weiterhin oft zugunsten des Diesel: Das beobachtet der örtliche Autohandel. Insgesamt hat die Zahl der zugelassenen Diesel in Oldenburg sogar leicht zugelegt.

„Diesel ist derzeit für uns das Thema Nummer Eins“, sagt Lothar Krause, Verkaufsleiter für Neuwagen bei dem Mercedes-Händler Senger. „Die Kunden sind durch die aktuelle Situation verunsichert und verärgert.“ Die Nachfrage nach Diesel-Fahrzeugen halte aber an; „die Beratung ist nur wesentlich intensiver geworden“.

Krause sieht die anhaltende kritische Debatte auch an den Absatzzahlen. „Vor drei Jahren lag der Benziner-Anteil bei uns zwischen 30 und 40 Prozent. Heute ist das Verhältnis umgekehrt.“ Im Gebrauchtwagen-Bereich habe die anhaltende Debatte zu Preisnachlässen geführt.

kommentar

Wer zahlt

den Schaden?

Christoph Kiefer

Viele Kunden kaufen weiter Diesel, im Grunde ist das eine gute Nachricht. Denn in der teilweise hysterischen Diskussion um Luftverschmutzung ist der Blick auf die Wirklichkeit zum Teil verrutscht.

Entscheidend ist, dass immer mehr Autos über moderne Reinigungssysteme verfügen. Außerdem sollten möglichst viele attraktive Alternativen bereitstehen, um mobil zu sein.

Die Verteufelung der Antriebsart Diesel hat vor allem Unschuldige getroffen. Wer seinen Diesel verkaufen will, muss zum Teil kräftige Abschläge hinnehmen.

Im ungünstigsten Fall zieht der Halter folgende Konsequenz: Er verschiebt den Neuwagenkauf und fährt den alten Diesel weiter. Auch das ist eine Frucht der Fahrverbot-Debatte.

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Krause betont, alle aktuellen Modelle erfüllten die Euro-6-Norm; sie seien von möglichen Fahrverboten nicht betroffen. Der Diesel werde weiter eine wichtige Rolle spielen, erwartet Krause. „Ich hoffe, dass sich die Debatte beruhigt. Die Antriebsart ist aus wirtschaftlichen Gründen alternativlos und für viele Kunden, gerade im Nutzfahrzeugbereich, unverzichtbar.“

Kunden verunsichert

Eine Verunsicherung beobachtet auch das Volkswagen-Zentrum. Kunden beschäftigten Fragen zu möglichen Diesel-Fahrverboten und zum richtigen Kaufzeitpunkt mit Blick auf Fördermaßnahmen, berichtet Geschäftsleiter Bernd Weber. Bei Neufahrzeugen sei es zu einer leichten Verschiebung „vom Diesel zum Benziner“ gekommen. Früher sei eine Wirtschaftlichkeit des Diesel bereits ab einer jährlichen Fahrleistung von 15 000 Kilometern angenommen worden. Die Grenze habe sich aber zu einer höheren Laufleistung verschoben.

Das Kriterium „schadstoffarm“ werde leider im Wesentlichen nur vor dem Hintergrund wirtschaftlicher Fragen wie Kfz-Steuer, Anschaffungspreis und Förderungen angeführt, sagt Weber. Umweltfreundlichere Antriebe wie e-Fahrzeuge und Hybride würden zwar immer wieder gefordert. „Aber nur wenige sind bereit, die aktuellen Mehrkosten zu tragen.“ Insofern trage die Diesel-Diskussion im Moment nicht zu einem verstärkten Einsatz von solchen Fahrzeugen bei. „Pragmatismus trifft Idealismus – wer täglich zur Arbeit fährt und sein Geld verdienen muss, handelt verständlicherweise oft unter wirtschaftlichen Gesichtspunkten“, sagt Weber.

Bei Neufahrzeugen liegen die Absatzzahlen „annähernd auf Vorjahresniveau“, so Weber. „Im Gebrauchtfahrzeugbereich liegen wir etwas unter dem Vorjahresniveau.“

108 E-Autos zugelassen

Nach Zahlen des Kraftfahrzeugbundesamtes zeigten die September-Zahlen einen „leicht rückläufigen Gebrauchtwagenmarkt bei annähernd stabilen Diesel-Anteilen“, so Weber. Das Volkswagen-Zentrum beobachtet, dass fast so viele Autos gekauft werden wie vorher. Allerdings sei es besonders bei Diesel-Fahrzeugen zu „Preiskorrekturen“ gekommen.

Die Zulassungszahlen der Stadt Oldenburg zeigen zwar Bremsspuren durch die Diesel-Debatte. Doch die Zahl der zugelassenen Diesel-Fahrzeuge kennt weiterhin nur eine Richtung: aufwärts. Zum 1. Januar 2018 sind im Vergleich zum Vorjahr noch mal 299 mehr Diesel-Autos zugelassen worden. Gut 30.000 Diesel sind angemeldet, 53.000 Benziner. Zum Vergleich: Gerade mal 108 der zugelassenen Autos verfügten über Elektro-Antrieb. Und mit jeweils mehr als 20.000 wurden die meisten Fahrzeuge in den Euro-Klassen 4 und 5 zugelassen. Die Euro-6-Norm erfüllen nur gut 17.000 Autos.->

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Christoph Kiefer
Redaktionsleitung
Redaktion Oldenburg
Tel:
0441 9988 2101
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