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NWZonline.de Region Stadt Oldenburg Wirtschaft

Volksbegehren Artenvielfalt: Einig im Ziel – aber nicht im Weg dahin

30.07.2020

Oldenburg Das „Volksbegehren Artenvielfalt“ spaltet – vor allem Naturschützer und Landwirte. Auf dem Oldenburger Schlossplatz wurden zuletzt über drei Tage Stimmen für das Volksbegehren gesammelt. Einige Landwirte gesellten sich dazu und stellten ihre Sicht der Dinge dar, was geschehe, wenn dieses Volksbegehren erfolgreich ist und in Gesetzesform gegossen wird.

Das möchte Frauke Bielefeld auch noch einmal öffentlich tun. Die Landwirtin aus Jade (Landkreis Wesermarsch) befürchtet, dass das Volksbegehren das genau gegenteilige Ergebnis haben wird: Wem würde es wohl nützen, dass auf allen Fronten gegen die Landwirtschaft Geschütze gefahren werden, welche in der Summe mit Sicherheit die bäuerliche Landwirtschaft in Deutschland endgültig abschafft, fragt sich die Landwirtin. Und gibt gleich die Antwort: die Industrie. „Die Lebensmittel-Rohstoffe werden global eingeflogen, hier noch mal schnell ein Verarbeitungsschritt in Deutschland und wir werden auch weiterhin einen hohen Selbstversorgungsgrad an deutschen Produkten halten können. Nichts anderes bezwecken Handelsabkommen wie Mercosur und andere. Um Autoindustrie, Pharmaindustrie und Chemieindustrie den Absatz zu sichern, wird die hiesige Landwirtschaft als Verhandlungsmasse missbraucht.“

Drei Forderungen hätten die Landwirte: vollständige Deklaration auf Lebensmitteln über Inhaltsstoffe und beteiligte Herkunftsländer, EU-weit gleiche Standards, die verpflichtend einzuhalten sind und nur ins Regal, was kontrollierbar und kontrolliert zu ebendiesen Bedingungen entstand – auch Importe aus Nicht-EU-Gebieten.

Nur wenn diese drei Punkte umgesetzt würden, sei zu gewährleisten, dass in Deutschland/Europa nicht nur gesunde Produktion stattfinde, sondern auch gesunde Produkte im Regal auffindbar seien, meint Frauke Bielefeld. „Global hätte es den Effekt, dass Umwelt- und Klimaschutz ebenso wie Einhaltung von Sozialstandards realisiert werden.“ Ansonsten gebe es keine Absatzmöglichkeit. So würde nicht der brasilianische Kleinbauer verdrängt und auch das Brennen der Regenwälder beendet.

„Als Landwirtin – und somit Produzentin von Rohstoffen für die Lebensmittelherstellung – weigere ich mich strikt, mich für meine sinnvolle Arbeit zu schämen! Warum so kompliziert formuliert? Warum nicht: Ich produziere Lebensmittel?“ Weil dies laut Papier nicht so sei: Da Rohstoffe unter Gestehungskosten eingekauft werden dürften, habe der Landwirt niemals eine Chance, faire Preise zu erzielen.

Wütend macht die Landwirtin aus der Wesermarsch, „dass unsere politischen Vertreter wie auch die Stimmensammler fürs Volksbegehren mit mir übereinstimmen, dass wir einen falschen Weg beschreiten. Die Politiker zucken die Achseln.“ Dieselbe Reaktion habe es von diversen NGOs auf die Bitte gegeben, das große Ziel gemeinsam zu verfolgen.

Markus Minten Leitung / Lokalredaktion
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