• Jobs
  • Immo
  • Auto
  • Kleinanzeigen
  • Trauer
  • Hochzeit
  • Guide
  • Shop
  • Tickets
  • nordbuzz
  • Fußball
  • Werben
  • Kontakt
 
NWZonline.de Region Stadt Oldenburg Wirtschaft

Waghalsige Flugmanöver In Oldenburg: Was machen „Seeluchse“ unter der Huntebrücke?

10.01.2018

Oldenburg Nur ein paar Oldenburger Bisamratten hatte er an diesem Morgen für seine umfängliche Sammlung fotografieren wollen – dann aber gelangen Lothar Wierschowski unterhalb der Huntebrücke plötzlich so seltene wie wahrlich beeindruckende Aufnahmen eines „Seeluchses“ in freier Wildbahn.

Bei diesem Seeluchs handelt es sich tatsächlich um einen Marine-Hubschrauber des Typs „Westland Sea Lynx“ mit gut 15 Metern Rotordurchmesser und einer Höchstgeschwindigkeit von plusminus 300 km/h. „Ist so etwas nicht extrem gefährlich und überhaupt erlaubt?“, fragte Wierschowski in der NWZ-Redaktion nach. Nun, die folgenden Antworten mögen nicht wirklich befriedigend sein, aber: durchaus – und ja.

MFG 5 - Marinefliegergeschwader 5

Es handelt sich dabei um ein Hubschraubergeschwader der Deutschen Marine am Fliegerhorst Nordholz, das auch international zum Einsatz (z.B. „Operation Atalanta“) kommt.

43 Bordhubschrauber – 21 vom Typ Westland „Sea King“ (deutsch: Meereskönig) und 22 Typ Westland „Sea Lynx“(„Seeluchs“) – sind dort seit 2012 (vormals Kiel) stationiert.

Vor einigen Jahren gab es Diskussionen um den Zustand der Helikopter. 2014 waren von 43 „sieben einsatzfähig“, wie es hieß. „Zu den Sorgenkindern gehört auch die betagte Sea King, die die Such- und Rettungsmissionen durchführen soll“, so das Bundeswehr-Journal seinerzeit – und: „Ähnlich düster die Situation bei den Marinehubschraubern Sea Lynx: Gesamtbestand 22, verfügbar 18, einsatzbereit vier.“ Anfang 2017 waren die Hubschrauber wieder „voll einsatzbereit“, wie es hieß.

„Es handelte sich dabei um Unterschwebemanöver“, bestätigt das Marinekommando in Rostock. „Übungen von taktischen Flugverfahren“, nennt es überdies Philipp Wagner, Leutnant zur See beim Marinefliegergeschwader in Nordholz.

Einwilligung und Werberichtlinie

Ja, ich möchte den täglichen NWZonline-Newsletter erhalten. Meine E-Mailadresse wird ausschließlich für den Versand des Newsletters verwendet. Ich kann diese Einwilligung jederzeit widerrufen, indem ich mich vom Newsletter abmelde (Hinweise zur Abmeldung sind in jeder E-Mail enthalten). Nähere Informationen zur Verarbeitung meiner Daten finde ich in der Datenschutzerklärung, die ich zur Kenntnis genommen habe.

Sprich: Die Piloten des besagten Geschwaders werden mit ihren riskanten Manövern unterhalb der Huntebrücke nicht ausgebildet, sondern stets trainiert. „Das gehört zu den Routineübungen wie das Unterschweben von Freileitungen“, sagt Wagner, „unter anderem wird so auch für den Rettungsdienst auf Nord- und Ostsee trainiert.“

Aber weshalb denn dann bitteschön in Oldenburg? „Weil die Huntebrücke sich dafür sehr gut eignet.“ Diese Eignung verdiene sie sich einerseits durch ihre Größe, wie es heißt, andererseits dank ihrer Beschaffenheit „als Autobahnbrücke“, so Wagner. Über Lob freut man sich in Oldenburg bekanntlich immer, in diesem Fall aber dürfte es durchaus den ein oder anderen Kritiker dieser Durchflüge geben. „Vor allem so extrem niedrig“, sagt beispielsweise Ohr- und Augenzeuge Lothar Wierschowski, „und das nicht in der Mitte der Brücke, sondern an den engen Rändern entlang. Ich halte das für problematisch. Berührt er dort einen Pfeiler, gibt es nicht nur jahrelanges Verkehrschaos, sondern auch Tote.“

Aus Nordholz heißt es dazu: „Solche Flüge werden ja nicht wöchentlich in Oldenburg trainiert, und die Hubschrauber fliegen ja auch nicht einfach mal eben so hindurch.“ Es würde zuvor von Sachverständigen überprüft, ob die Voraussetzungen stimmen, ob das Bauwerk tierfrei ist und ob die Gefahr von Vogelschlag besteht. Wagner: „Die Flugsicherheit steht an oberster Stelle.“ Stünde sie wohl auch für die hiesige Stadtverwaltung. Die aber sei gar nicht über derartige Übungseinsätze informiert, heißt es dort.

Ist die Brücke freigegeben, folgten Probeanflüge des Piloten. Dann erst ginge es den Übungsvorgaben entsprechend hindurch. So wie am Montagvormittag. Das mag Wierschowski bestätigen: Erst sei der Hubschrauber über die Huntebrücke geflogen, habe dann einen großen Bogen gemacht und sei dann unterhalb der Fahrbahn durch. Und das halt häufiger. So oft, dass der Oldenburger nun immerhin 41 seltene Fotos des „Seeluchses“ archivieren kann. Und eine nette Anekdote gab’s noch obendrauf: „Als ich den Hubschrauber so fotografierte, schauten mir zwei Rehe dabei zu. Das war schon etwas Besonderes!“

Marc Geschonke Redakteur / Redaktion Oldenburg
Rufen Sie mich an:
0441 9988 2107
Meine Themen: Verpassen Sie keine für Sie wichtige Meldung mehr!

So erstellen Sie sich Ihre persönliche Nachrichtenseite:

  1. Registrieren Sie sich auf NWZonline bzw. melden Sie sich an, wenn Sie schon einen Zugang haben.
  2. Unter jedem Artikel finden Sie ausgewählte Themen, denen Sie folgen können.
  3. Per Klick aktivieren Sie ein Thema, die Auswahl färbt sich blau. Sie können es jederzeit auch wieder per Klick deaktivieren.
  4. Nun finden Sie auf Ihrer persönlichen Übersichtsseite alle passenden Artikel zu Ihrer Auswahl.
DIE WIRTSCHAFT

Ihre Meinung über 

Hinweis: Unsere Kommentarfunktion nutzt das Plug-In „DISQUS“ vom Betreiber DISQUS Inc., 717 Market St., San Francisco, CA 94103, USA, die für die Verarbeitung der Kommentare verantwortlich sind. Wir greifen nur bei Nutzerbeschwerden über Verstöße der Netiquette in den Dialog ein, können aber keine personenbezogenen Informationen des Nutzers einsehen oder verarbeiten.