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NWZonline.de Region Stadt Oldenburg Wirtschaft

Erster Erdgas-Hybrid-Gelenkbus geht in Betrieb

26.10.2018

Oldenburg „Das ist eine Weltpremiere“ freut sich der Geschäftsführer der Verkehr und Wasser GmbH (VWG), Michael Emschermann. Der Verkehrsbetrieb stellte am Donnerstag seinen ersten Erdgas-Hybrid-Gelenkbus offiziell vor. Insgesamt drei dieser Busse hat die VWG in die Flotte aufgenommen.

Dabei handelt es sich um Erdgasbusse mit einer zusätzlichen Elektro-Einheit. Sie arbeitet beim Bremsen des Busses als Generator und wandelt die Bremsenergie in Strom um. Der wird gespeichert und unterstützt den Verbrennungsmotor beim Anfahren. Neben dem Kraftstoffverbrauch, der gegenüber den bisherigen Erdgas-Bussen um 8,5 Prozent sinken soll, schlägt sich das vor allem beim Schadstoffausstoß nieder. „Die Emissionen gehen damit um 95 Prozent zurück“, verspricht Emschermann.

Zusätzlich zu den drei Weltneuheiten nimmt die VWG sieben neue Euro-6-Erdgasbusse in Betrieb. 16 weitere Busse des gleichen Typs sollen noch im November folgen. Für das nächste Jahr stehen nochmals 25 Fahrzeuge auf der Einkaufsliste. „Das macht insgesamt 51 Busse mit Emissionen von nahezu Null“, sagt Emschermann. „Wir bauen damit unseren Vorsprung als umweltfreundlichste Busflotte in Deutschland weiter aus.“

Die Gesamtkosten für die zehn jetzt neu angeschafften Busse beziffert die VWG mit 2,8 Millionen Euro. 40 Prozent davon trägt das Land Niedersachsen im Rahmen eines Förderprogramms für umweltfreundlichen Nahverkehr. Auch an den noch kommenden Fahrzeugen wird sich das Land beteiligen.

Für Oberbürgermeister Jürgen Krogmann ist die Erneuerung des VWG-Fuhrparks ein wichtiger Schritt, um Fahrverbote in Oldenburg zu vermeiden. Das ist umso dringlicher angesichts der Klage, die der Stadt gerade erst von der Deutschen Umwelthilfe auf den Tisch geflattert ist. „Damit müssen wir uns jetzt beschäftigen, aber die Klage trifft uns auch nicht ganz unvorbereitet“, sagt Krogmann. Die Stadt müsse jetzt darauf hinwirken, dass auch die privaten Betreiber von Überlandlinien und Schulbussen, die zumeist noch Dieselfahrzeuge einsetzen, ihre Flotten zügig modernisieren. „Direkten Einfluss haben wir darauf nur wenig“, räumt Krogmann ein. „Aber wir hoffen, dass die Initiative der VWG und die Förderpolitik des Landes hier genügend Anreize für die Unternehmen schaffen.“

Mit den neuen Bussen will die VWG nicht nur ihre Flotte modernisieren, sondern auch ihr Angebot erweitern. Der Fuhrpark wird von derzeit 97 Bussen auf 103 bis Ende dieses Jahres und 111 im nächsten Jahr aufgestockt. Die sechs zusätzlichen Busse in diesem Jahr werden auf den Linien nach Wardenburg und Hatterwüsting eingesetzt. „In Kooperation mit den Verkehrsbetrieben Oldenburg Land (VOL), die inzwischen übrigens auch ihren ersten Erdgasbus in Betrieb haben, verkürzt sich auf diesen Linien die Taktzeit von einer Stunde auf 30 Minuten“, erklärt Michael Emschermann. „Für das nächste Jahr sind wir derzeit mit dem Landkreis Ammerland in Gesprächen über die künftige Anbindung.“ Dort sollen die acht weiteren zusätzlichen Busse eingesetzt werden. Die Chancen dafür sieht Emschermann gut. „Es ist ja auch im Interesse der Landkreise, attraktive Verbindungen nach Oldenburg zu haben“, sagt er. Von diesen neuen Verbindungen erhoffen sich Stadt und VWG vor allem spürbare Verlagerungen vom Pkw-Verkehr auf den ÖPNV. „Dadurch wird der Verkehr deutlich stadtverträglicher und die Umwelt entlastet“, sagt Jürgen Krogmann.

Die im Zuge der Erneuerung ausgemusterten Erdgas-Busse werden vor allem nach Osteuropa weiterverkauft. „Dort ersetzen sie vor allem alte Dieselbusse und führen ihrerseits noch zu einer Verbesserung der Umweltbedingungen“, sagt Emschermann. Für Oldenburg hat die VWG unterdessen bereits die nächste Busgeneration im Blick. Anfang der 20er Jahre will sie erste Tests mit Wasserstoff-Bussen durchführen. „Dort gibt es bereits ein großes Potenzial für noch sauberere und effizientere Antriebe, allerdings sind die Investitionskosten derzeit noch zu hoch“, so Emschermann.

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