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NWZonline.de Region Stadt Oldenburg Wirtschaft

2017 war überdurchschnittlich nass

17.01.2018

Oldenburg Das Gefühl trügt nicht: 2017 wird als eines der niederschlagsreichsten Jahre in die Geschichte eingehen. 907 Millimeter Niederschlag sind im vergangenen Jahr auf den Quadratmeter in Oldenburg gefallen, weiß Reinhard Hövel vom Oldenburgisch-Ostfriesischen Wasserverband, der an drei Stellen im Stadtgebiet misst – am Pulverturm, im Klärwerk an der Wehdestraße und am Trink- und Abwasserzentrum des OOWV an der Donnerschweer Straße. Eine neue Messstation soll auf dem Fliegerhorst entstehen, wo der Deutsche Wetterdienst früher eine komplette, mit mehreren Mitarbeitern besetzte Station betrieb.

Normal sind laut Hövel 750 Millimeter Niederschlag im Jahr. Insbesondere die zweite Jahreshälfte war feucht. 523 von 907 Millimeter Regen sind in der zweiten Jahreshälfte gefallen, bestätigt Hövel das subjektive Empfinden vieler Oldenburger, deren Gärten im Dezember schließlich unter Wasser standen. Zum Vergleich: Im gesamten Jahr 2016 fielen nur 608 Millimeter, 1998 waren es 1002 Millimeter, 1996 nur 526.

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Auch innerhalb des Stadtgebietes kann es an manchen Tagen erhebliche Unterschiede geben. Das war beispielsweise im August 2010 der Fall, als der Stadtnorden unter Wasser stand und es im Stadtsüden trocken blieb. Und überhaupt, die Starkregen-Ereignisse – davon hat es im vergangenen Jahr keines gegeben. Ganz im Gegensatz zu den Jahren 2010/11, als sich vier von acht in den vergangenen 15 Jahren aufgezeichneten Starkregenfällen innerhalb von zwei Jahren ereigneten. „Alle übrigens im nördlichen inneren Bereich des Autobahnrings um Oldenburg“, weiß Hövel.

Die Hunte als Wetterscheide und der im Norden von Oldenburg liegende Geestrücken sind mögliche Erklärungen für dieses Phänomen. Zudem sei das Gebiet nördlich des Stadtzentrums relativ eng bebaut. Im Sommer heizt sich die Luft laut Hövel dort deshalb stärker auf als in Stadtteilen mit viel Grün.

Der Starkregen bereitete auch dem OOWV auf der Kläranlage erhebliche Probleme. Das über die Mischwasserkanäle gemeinsam zur Kläranlage laufende Regen- und Abwasser rauschte ungeklärt in die Hunte. Ein Fall, der äußerst selten vorkommt und eigentlich nicht passieren soll. Doch die Kapazitäten aller Becken und Speicher waren laut Hövel erschöpft.

Um den Wassermassen Herr zu werden, arbeitet der OOWV an der Umsetzung eines Generalentwässerungsplanes. Dazu gehören der Bau von Regenrückhaltebecken, die Öffnung von verrohrten Wasserzügen und Bäken (z.B. Ofenerdieker Bäke am Fliegerhorst) oder Dachbegrünungen. Ziel ist es, den Abfluss des Wassers zu regulieren und das Regenwasser möglichst aus der Abwasserkanalisation herauszuhalten.

160 über das Stadtgebiet verteilte Regenrückhaltebecken gibt es mittlerweile. Wer auf dem Fliegerhorst ein Haus mit einem Dachneigungswinkel von weniger als 15 Grad bauen will, wird verpflichtet, es zu begrünen. Eine entsprechende Bauvorschrift ist bei der Stadtverwaltung in Arbeit. Der OOWV plant zudem ein System zur Regenwasserversickerung, für das der Untergrund Oldenburgs untersucht wurde. Über tonigen und lehmigen Bodenschichten ist das nicht möglich, erklärt Hövel.

„Die Regenmengen, die jährlich über Oldenburg fallen, sind enorm“, berichtet der OOWV. Durchschnittlich 750 Millimeter (also Liter) pro Quadratmeter entsprechen seinen Berechnungen zufolge auf der Fläche Oldenburgs 77 Millionen Kubikmeter.

Zum Vergleich: Laut Hövel befinden sich im Zwischenahner Meer 25 Millionen Kubikmeter Wasser. Der über dem Stadtgebiet in einem Jahr fallende Regen füllt also dreimal das Zwischenahner Meer.

Thomas Husmann Redakteur / Redaktion Oldenburg
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