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NWZonline.de Region Stadt Oldenburg Wirtschaft

Und wenn wir alle zusammenziehen?

22.10.2018

Oldenburg Gemeinsam alt werden, sich helfen und unterstützen, Ausflüge machen: Viele Menschen suchen nach alternativen Formen, um den Lebensabend zu verbringen. Beispiele dafür gibt es bei „kreaktiv“ in der ehemaligen Donnerschwee-Kaserne, am Justin-Hüppe-Ring in Kreyenbrück oder am Kaspersweg in Eversten.

Zwar ist das Interesse riesig, wissen Baudezernentin Gabriele Nießen und Axel Müller vom Fachdienst Liegenschaften. Doch Bauherrengemeinschaften bilden sich in den seltensten Fällen. Dabei steht die Stadt Bauwilligen beratend mit dem Institut für Partizipatives Gestalten (IPG) zur Seite und hält für Interessenten in Neubaugebieten Grundstücke bereit. Vier Stück waren es beispielsweise im ersten Bauabschnitt am Bahndamm in Osternburg, doch verkauft wurde keines.

Nun werden finanzkräftige Investoren zugreifen, die Mehrparteienhäuser errichten und damit Profit erzielen wollen. Den eigentlich geplanten Verkauf an Baugruppen hatte der Rat in seiner September-Sitzung vergangenen Jahres beschlossen. Mit der entsprechenden Vermarktung wurde Ende Oktober begonnen. Ohne Erfolg, wie sich herausstellte.

Die Gründe dafür sind vielfältig. Letztendlich fehlt meist jemand, der die Verantwortung übernimmt und bereit ist, die Fäden in die Hand zu nehmen, berichtete Müller im Bauausschuss. Manchmal sind sich die Interessenten aber gegenseitig auch nicht sympathisch und es passt zwischenmenschlich nicht.

kommentar

Gutes Zeichen setzen

Thomas Husmann

Der Plan klingt in seiner Theorie gut. Ältere Menschen verlassen ihre Häuser, machen sie frei für junge Familien und ziehen in ein gemeinsames Wohnprojekt. Praktisch muss man das auch wirklich wollen und in Kauf nehmen, das andere zukünftig ein gewisses Mitspracherecht haben werden. Dafür ist die Vergabe von Stellplätzen ein gutes Beispiel.

Andererseits befindet sich die Gesellschaft im Wandel. Das Auto verliert als Transportmittel an Bedeutung – insbesondere für die jüngere Generation. Die Bildung einer Wohngemeinschaft im Alter setzt ein ökologisches und soziales Zeichen.

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Anders sieht es da beim Wohnprojekt Alt-Osternburg an der Dragonerstraße aus. Dort werden zwölf 52 bis 105 Quadratmeter große Wohnungen gebaut. Bisher haben sich unter der Federführung von Elsbeth und Hans-Joachim Rudolph neun Parteien mit 13 Personen im Alter von 44 bis 69 Jahren gefunden, die dort investieren und in dem Mehrparteienhaus wohnen werden. Gegründet wurde eine Gesellschaft bürgerlichen Rechts (GbR), was den Investoren laut Rudolph eine rechtliche Absicherung bringt. Das Haus verfügt über zwei Vollgeschosse und ein abgesetztes Staffelgeschoss mit großzügigen Laubengängen und einer Freitreppe dienen der Erschließung und Begegnung. Es gibt private Balkone/Terrassen, einen Aufzug bis in den Keller, private Kellerräume und einen ebenerdigen Fahrradraum. Gemeinschaftlich genutzt werden ein 40 Quadratmeter großer Raum mit großer Terrasse, eine Werkstatt im Keller, der Waschmaschinenraum, ein Gästezimmer mit Dusche/WC und der 300 Quadratmeter große Garten.

Der vorhandene Altbau von 1960 wird in das Neubauprojekt integriert, es gibt extensive Gründächer, eine Photovoltaik-Anlage, verringerte Anzahl von Privat-Pkw durch internes Car-Sharing und ein Lastenrad-Sharing. Acht Parkplätze sind geplant, zwei sind fürs Carsharing reserviert, einer ist ein Behindertenparkplatz. Bleiben fünf, über deren Vergabe nach strengen Richtlinien entschieden wird, erklärte Rudolph weiter. Ein Argument ist beispielsweise, dass sich der Arbeitsplatz an einem Ort befindet, der mit dem Öffentlichen Personennahverkehr nicht oder nur sehr schlecht zu erreichen ist. Baubeginn soll im Frühsommer 2019 sein, der erste Einzug könnte im Sommer 2020 erfolgen.

So soll es werden: An der Dragonerstraße entsteht ein neues Mehrparteienhaus, in dem das Miteinander im Vordergrund steht.

In der Regel kommen die Bewohner der Hausgemeinschaft aus der näheren Umgebung, also aus Osternburg, erklärte Rudolph. Sie machen Häuser frei, die ihnen im Alter zu groß sind. Und dorthin können dann Familien ziehen, die dringend nach geeignetem Wohnraum suchen, freute sich Gabriele Nießen, die diese Häuser gern als stille Reserve bei der Schaffung von Wohnraum bezeichnet – deshalb auch die kommunale Unterstützung für die Haus-/Wohngemeinschaften.

Drei Wohnungen sind in dem nur knapp zwei Kilometer entfernt vom Stadtzentrum gelegenen Bauprojekt noch frei. Informationen auch gern für jüngere Leute gibt es unter wohnprojekt@­alt-osternburg.de oder im Internet unter


     www.alt-osternburg.de 
Thomas Husmann
Redakteur
Redaktion Oldenburg
Tel:
0441 9988 2104
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