• Jobs
  • Immo
  • Auto
  • Kleinanzeigen
  • Trauer
  • Hochzeit
  • Guide
  • Shop
  • Tickets
  • nordbuzz
  • Fußball
  • Werben
  • Kontakt
 
NWZonline.de Region Stadt Oldenburg Wirtschaft

China-Initiative: Oldenburgs Pläne interessieren so viel wie ein Sack Reis

11.03.2010

OLDENBURG Außer Spesen nichts gewesen: Das von OB Gerd Schwandner im März 2009 groß angekündigte China-Projekt in Huaxi ist für die beteiligten Unternehmen aus Oldenburg zum Schlag ins Wasser geworden. Damals war die Rede davon gewesen, dass Huaxi mit Millionen Euro aus dem chinesischen Konjunkturpaket eine Öko-Siedlung aus dem Boden stampfen würde – unter Beteiligung von Oldenburger Unternehmen. Aus beidem wurde nichts – weder wurde die Siedlung gebaut, noch haben Oldenburger Unternehmen auch nur einen Auftrag aus Huaxi in der Tasche.

Bernd Feeken, Oldenburger Architekt, der mit seinem Kollegen Axel Iven im Februar 2009 an den Gesprächen in China beteiligt war, meint heute, dass die Unternehmer mit falschen Voraussetzungen gelockt wurden: „Die Chinesen wollten, dass sich die Oldenburger als Investoren engagieren – aber das stand in der für Oldenburg angefertigten Übersetzung der chinesischen Verträge nicht drin.“ Ob Übersetzungsfehler oder nicht: Drei Unternehmer gingen mit viel Hoffnung in die Verhandlungen und stehen nun mit leeren Händen da. „Wir haben 30 000 Euro in Arbeitsstunden, Projektpläne und Reisen investiert – ohne jedes Ergebnis“, bilanziert Iven. Was ihn besonders ärgert: „Ich habe Oberbürgermeister Schwandner einen Brief mit der Bitte geschrieben, über das Scheitern zu reden. Bis heute habe ich keine Antwort.“

Ivens Fazit über die Unterstützung der Stadt: „Das war amateurhaft. Wenn ich vorher gewusst hätte, wie das vorbereitet war, wäre ich nie mitgefahren.“ Sein Kollege Feeken argwöhnt, dass die Chinesen Know-how abgreifen wollten. Immer wieder sollte man nachbessern, „aber eine konkrete Aufgabenstellung gibt es bis heute nicht“. Iven ergänzt: „Ob es das Projekt ,Öko-Stadt’ in der uns mitgeteilten Tragweite je gegeben hat, wage ich zu bezweifeln.“ Im Verlauf der Gespräche sei immer deutlicher geworden, dass die Chinesen ein finanzielles Engagement der Stadt erwarten – „aber wie soll eine Stadt das leisten, die nicht einmal das Geld für ein ,Schlaues Haus’ hat?“, fragt Iven.

Einwilligung und Werberichtlinie

Ja, ich möchte den täglichen NWZonline-Newsletter erhalten. Meine E-Mailadresse wird ausschließlich für den Versand des Newsletters verwendet. Ich kann diese Einwilligung jederzeit widerrufen, indem ich mich vom Newsletter abmelde (Hinweise zur Abmeldung sind in jeder E-Mail enthalten). Nähere Informationen zur Verarbeitung meiner Daten finde ich in der Datenschutzerklärung, die ich zur Kenntnis genommen habe.

Auch das im TGO ansässige Unternehmen „Aqua Ecology“, das Abwasserkonzepte beisteuern sollte, hat nach einem Jahr nichts Greifbares in Händen. Geschäftsführer Thomas Raabe hat das Projekt in Huaxi abgeschrieben: „Wir haben das vorher geahnt. Wir haben aber mit anderen chinesischen Städten gute Kontakte geknüpft. Langfristig könnten wir noch von der China-Initiative profitieren.“ Ob man das Geschäft in China weiter verfolgt, sei aber offen: „Ich bin nicht sicher, ob sich das für Unternehmen unserer Größe jemals rechnet.“ Man habe gelernt, dass die Chinesen anders denken: „Es wird nicht offen kommuniziert, was sie erwarten.“ Auch Raabe glaubt, dass Huaxi Investoren gesucht hat: „Die suchten Leute mit Geld.“

Das dritte Oldenburger Unternehmen ist größer, aber auch der Solarenergie-Experte IFE Eriksen hat in Huaxi nichts geerntet. „Wir haben uns in einem relativ frühen Stadium entschieden, dass wir uns an diesem Projekt nicht weiter beteiligen wollen“, sagt Vorstand Gerhard Bookjans. Dass der OB sich in China engagiere, sei zu begrüßen. Aber es gehe auch ohne die Initiative aus dem Rathaus: „Wir haben ein aktuelles Großprojekt in China – ganz ohne politisches Back-up.“

Aber: ein vorzeigbares Resultat hat die China-Initiative bereits erbracht: Im Olantis arbeiten seit einigen Monaten chinesische Masseure.

Thorsten Kuchta stv. Redaktionsleitung / Redaktion Oldenburg
Rufen Sie mich an:
0441 9988 2102
Meine Themen: Verpassen Sie keine für Sie wichtige Meldung mehr!

So erstellen Sie sich Ihre persönliche Nachrichtenseite:

  1. Registrieren Sie sich auf NWZonline bzw. melden Sie sich an, wenn Sie schon einen Zugang haben.
  2. Unter jedem Artikel finden Sie ausgewählte Themen, denen Sie folgen können.
  3. Per Klick aktivieren Sie ein Thema, die Auswahl färbt sich blau. Sie können es jederzeit auch wieder per Klick deaktivieren.
  4. Nun finden Sie auf Ihrer persönlichen Übersichtsseite alle passenden Artikel zu Ihrer Auswahl.

Ihre Meinung über 

Hinweis: Unsere Kommentarfunktion nutzt das Plug-In „DISQUS“ vom Betreiber DISQUS Inc., 717 Market St., San Francisco, CA 94103, USA, die für die Verarbeitung der Kommentare verantwortlich sind. Wir greifen nur bei Nutzerbeschwerden über Verstöße der Netiquette in den Dialog ein, können aber keine personenbezogenen Informationen des Nutzers einsehen oder verarbeiten.