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NWZonline.de Region Stadt Oldenburg Wirtschaft

Anwohnerin verbarrikadiert sich gegen „Zoobesuche“

18.09.2018

Osternburg Eigentlich wollte Peter Willnow am Tag des offenen Denkmals an einer Führung durch die Glashüttensiedlung teilnehmen. Weit kam er jedoch nicht. „An der Nollstraße standen drei besetzte Stühle als Sperre“, schreibt er in einem Brief an die NWZ. „Laut eines anderen Besuchers war Behrensstraße außerdem ein Pkw quergestellt.“

Eine der Frauen auf den Stühlen gab ihm ein mit „Bitte nicht füttern!“ überschriebenes Flugblatt und erklärte ihm, sie seien mit der Besichtigung nicht einverstanden, außer es würden fünf Euro pro Person bezahlt. Auf dem Flugblatt wird die Besichtigung als Zoobesuch und die Bewohner als unfreiwillige Zirkusattraktion beschrieben. Mit den Bewohnern sei die Besichtigung nicht abgesprochen gewesen, hieß es weiter. Die anonyme Verfasserin äußert außerdem ihren Unmut über den „Verein alte Glashüttensiedlung“ und dessen Eigentumsgesellschaft, die „über die Köpfe von 80 Prozent der Bewohner hinweg“ entschieden und mit ihren Kauf- und Sanierungsplänen eine Gentrifizierung der Siedlung anstrebe.

„Das kam für uns völlig überraschend“ sagt Anda Nicolae-Vladu von der Glashüttensiedlungs Verwaltungs GmbH, der Eigentumsgesellschaft. „Wir haben unsere Beteiligung am Tag des offenen Denkmals vor bei einem Eigentümertreffen vor ein paar Monaten angekündigt und es gab keine Einwände. Vor einigen Tagen haben wir noch einmal alle Bewohner per Flugblatt im Briefkasten informiert.“ Nicolae-Vladu kennt die Verfasserin des Flugblatts, nennt aber ihren Namen nicht. „Hätte sie uns vorher gesagt, dass sie dagegen ist, hätten wir die Veranstaltung abgesagt“, betont sie, räumt aber auch Fehler in der Kommunikation ein. „Auf den Eigentümertreffen erreichen wir zwar viele Bewohner, aber nicht alle. Insofern hätten wir mit den anderen Bewohnern auch im Vorfeld das Gespräch suchen müssen. Auch die abschließende schriftliche Ankündigung war sicherlich zu kurzfristig.“

Entschieden wehrt sich Anda Nicolae-Vladu gegen den Vorwurf der Gentrifizierung. 13 der 59 Wohneinheiten gehören der GmbH, rund 30 gehören der GSG, von der sie weitere Wohnungen kaufen und sanieren möchte. „Aber immer nur in Absprache mit den Mietern“, betont Nicolae-Vladu. „Außerdem rechnen wir mit einer Festmiete von 5 Euro pro Quadratmeter. Hier wohnen unter anderem Geflüchtete, Alleinerziehende, Menschen mit geringem Einkommen und Hartz-4-Empfänger, und die sollen hier auch wohnen bleiben können. Dies soll kein Szene-Viertel für Wohlhabende werden.“

Die Besichtigung zum Tag des offenen Denkmals fand übrigens mit rund 50 Besuchern doch noch statt. „Wir waren an einem Ort bei Kaffee und Kuchen geblieben und ein Mitglied des Fördervereins machte noch eine Führung durch seine Wohnung“, erzählt Anda Nicolae-Vladu. „Es waren viele ehemalige Bewohner der Siedlung und ehemalige Arbeiter der Glashütte dabei, für die es ein besonderes Wiedersehen war.“

Ob es eine solche Veranstaltung noch einmal geben wird, ist aber fraglich. „Wenn die betreffende Anwohnerin bei ihrer ablehnenden Haltung bleibt, wird es das im nächsten Jahr nicht mehr geben“, sagt Anda Nicolae-Vladu.

Für diesen Donnerstag war vom Verein Werkstattfilm eigentlich eine Führung durch die Glashüttensiedlung geplant. Diese ist inzwischen abgesagt worden. Wir wollen erst den Dialog suchen, bevor es weitere Führungen durch die Siedlung gibt“, teilte am Dienstag Ronja Oltmanns von Verein Alte Glashüttensiedlung. Farschid Ali Zahedi von Werkstattfilm fügt hinzu: „Die Projektwoche soll von und für Osternburger sein. Wir wollen in dieser Situation nicht noch Öl ins Feuer gießen.“

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