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Osternburger Geschichte: Als „Onkel Willi“ den Verkehr regelte

31.01.2020

Osternburg Ein guter Titel macht neugierig und ist die halbe Miete. Insofern hat der Verein Werkstattfilm bei seinem neuen Film alles richtig gemacht: „Wie die Zucchini nach Osternburg kam“ heißt das Werk, das am Donnerstagabend im Alhambra Premiere feierte.

Einen Tag zuvor hatte eine ganz besondere Gruppe den Streifen bereits zu Gesicht bekommen. Mehr als 30 Zeitzeugen hatte das Team von Werkstattfilm, allen voran Sigrid Osterloh, für die Dokumentation interviewt. Im Rahmen des Projekts „Fernes Land Osternburg“ waren so viele Geschichten zusammengekommen, die wollte man für die Ewigkeit festhalten. Fast alle Protagonisten des Films kamen am Mittwoch ins Jochen-Klepper-Haus, um das Ergebnis zu bewundern.

Kommunistenviertel

Und das sorgte für viele wissend nickende Gesichter unter den stolzen Osternburgern. Und das sind sie. Nicht Oldenburger. Erst 1922 wurde der heutige Stadtteil eingemeindet. Und das ließ man die Bewohner lange spüren. Das Arbeiter- und Kommunistenviertel hatte auf der anderen Seite des Kanals keinen guten Ruf. „Osternburg und Flüchtlingskind? Also sowas heiratet man schon gar nicht“, fast es Doris Bitter im Film zusammen.

Doch das schweißte die Osternburger nur noch mehr zusammen. Und dem Selbstbewusstsein hat diese gefühlte Eigenständigkeit auch nicht geschadet. „Oldenburg ist doch durch Osternburg erst groß geworden, weil hier die Menschen lebten, die gearbeitet haben“, sagt Liesel Siebes mit Blick auf die Beamten- und Behördenstadt hinter der Cäcilienbrücke.

Diese Unterschiede zum Stadtkern sind als besondere Geschichten in den Köpfen der Bewohner hängen geblieben. Zum Beispiel die vom Polizisten „Onkel Willi“, der an der Kreuzung Bremer Straße / Stedinger Straße / Cloppenburger Straße den Verkehr regelte, als es dort noch keine Ampel gab. Jedes Kinde wusste, dass es sich an ihn wenden musste, wenn es sicher über die Straße wollte. Die Dankbarkeit war spätestens zu Weihnachten für alle Augen sichtbar. Dann bekam der Schutzmann Meter hoch Geschenke.

Rampen zur Brücke

Oder die Geschichte von der zum Ende des Krieges gesprengten Cäcilienbrücke, die daher nur zum Teil passierbar war. „An beiden Seiten gab es Holzrampen, über die man mit dem Fahrrad rüberschieben konnte“, berichtet Heinz Meyer. Das erinnert doch stark an die Situation im vergangenen Sommer, als die Brücke ebenfalls dauerhaft außer Betrieb war.

Großes Thema sind natürlich Orte, die es so in der Form heute gar nicht mehr gibt. Etwa die alte Dragoner-Kaserne, in der nach dem Krieg wegen des Mangels an Unterkünften auch gewohnt wurde. Die „Kasernen-Kinder“ hatten damals eine gut Zeit und einen großen Zusammenhalt, erinnert sich Gottfried Baier.

Oder die alten Gastwirtschaften wie Drielaker Hof, die Harmonie oder „Zum schwarzen Ross“. Letztere musste 1979 für den Bau der Stadtautobahn weichen, erzählt Werner Mohrmann.

Und wie kam die Zucchini nun nach Osternburg? Nun, das sogenannten Spoilern, also das Verraten von Film- oder Serieninhalten, ist äußerst verpönt. Daher nur so viel: Es hat mit einem italienischen Nachbarn zu tun.

Film als DVD

Wer mehr wissen möchte, kann die DVD im Buchhandel oder bei Werkstattfilm an der Wallstraße für 18 Euro erwerben oder sich eine der nächsten Vorstellungen anschauen. Die weiteren Vorführungstermine sind am Freitag, 7. Februar, 18 Uhr in der Freizeitstätte Osternburg (Kampstraße 22); Dienstag, 11. Februar, 19.30 Uhr, im Kinoladen (Wallstraße 24); Freitag, 14. Februar, 18 Uhr, in der Freizeitstätte Osternburg (Kampstraße 22). Die Karten kosten 8 Euro, ermäßigt 5 Euro.

Patrick Buck stv. Redaktionsleiter / Redaktion Oldenburg
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