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NWZonline.de Region Stadt Oldenburg Wirtschaft

Bürger befürchten lange Behinderungen

07.11.2018

Osternburg Die Stadt hatte sich für einen Ansturm gewappnet. Für rund 300 Besucher war die Aula der Cäcilienschule bestuhlt, dort informierten die zuständigen Fachdienste und beteiligte Institutionen über die Planungen zum Ausbau der Bremer Heerstraße. Von den erwarteten Anwohnern kamen aber nur etwa 150. Die wiederum schienen die Ankündigungen der Stadt größtenteils gefasst zur Kenntnis zu nehmen, nur gelegentlich waren Reaktionen zu hören. Als etwa Lars Vogelsang von der Ingenieurgesellschaft Nordwest die Gesamtbauzeit für den Abschnitt zwischen den Einmündungen Dählmannsweg und Herrenweg mit drei Jahren veranschlagte, ging ein Raunen durch die Menge und spöttischer Applaus kam auf. Nötig wird die vermeintlich lange Bauzeit unter anderem durch den neu zu bauenden Regenwasserkanal an der Südseite der Straße. Er soll die bisherigen Rinnen zwischen Rad- und Fußweg ersetzen.

Die Behinderungen für den einzelnen Anwohner sollen sich laut Johann de Buhr, Fachdienstleiter Tiefbau bei der Stadt, nicht länger als drei Tage hinziehen. Auf Einwände zur schlechten Erreichbarkeit vor allem der gewerblichen Grundstücke verwies de Buhr auf Erfahrungen beim früheren Ausbau der Wilhelmshavener Heerstraße und der Edewechter Landstraße. „Das sind vergleichbar stark befahrene Straßen, dort hat es auch geklappt.“

Welche Kosten auf die Anwohner zukommen, erklärte Udo Baumann, Fachdienstleiter Verwaltung Straßenbau. „Kein normaler Hausbesitzer wird mit fünfstelligen Beträgen belastet“, stellte er gleich zu Beginn klar. Für die klassischen Grundstücke um 500 Quadratmeter mit eingeschossigem Haus veranschlagte er einen Anteil von 1500 bis etwa 2000 Euro, die auf Antrag in Raten gezahlt werden können. An den Kosten beteiligt werden Grundstücksbesitzer bis zum Müll­ers­weg, auch wenn der Ausbau nur bis zum Herrenweg reicht. Das liegt in der Definition der Straße als „öffentliche Einrichtung“ im Sinne der Beitragssatzung. „Als öffentliche Einrichtung ist die Straße jeweils durch die großen Kreuzungen definiert“, so Baumann. Weil der Ausbauabschnitt mehr als 30 Prozent der gesamten öffentlichen Einrichtung ausmacht, gilt die gesamte Straße als erneuert, da es auf dem restlichen Abschnitt mittelfristig keinen Ausbaubedarf gibt.

Dieser Punkt stößt folglich vielen Betroffenen auf. Einige Anwohner monieren Willkür. „Das hat vielleicht ein bisschen was von Sozialismus, aber im Endeffekt profitieren auch alle Anwohner davon“, sagt Udo Baumann. „Wenn in den nächsten zehn Jahren, egal wo, doch noch einmal etwas zu tun wäre, muss keiner von Ihnen etwas bezahlen. Da haben sie beitragsrechtliche Sicherheit.“

Anwohner Hellmut Fader findet das nicht nachvollziehbar, auch wenn er sich ansonsten umfassend informiert fühlt. „Für mich bleibt da als Erklärung nur: Das wurde anderswo entschieden, also ist das jetzt so. Das ist doch skurril!“ Außerdem findet er die Anwohner an den Baukosten insgesamt zu stark beteiligt. „Ich selbst müsste nach der Rechnung von Herrn Baumann 1400 Euro zahlen, damit könnte ich mich arrangieren. Aber insgesamt werden 40 Prozent der Kosten auf die Anlieger verteilt. Sie haben von dieser Durchgangsstraße aber weitaus weniger Nutzen als diesen Anteil.“

Udo Bevermann, der ein Grundstück in der Nähe des Müllerswegs besitzt, bezweifelt, dass die Bauphase für alle Beteiligten so problemlos läuft, wie die Stadt es darstellt. „Mit der Wilhelmshavener Heerstraße kann man das nicht vergleichen“, sagt er. „Bei uns gibt es viel mehr Kleingewerbe als dort. Das wird unter den Bauarbeiten leiden.“

Das sieht auch Matthias Adler, Expansionsleiter bei der Bünting AG, so. „In drei Jahren können viele kleine Betriebe kaputt gehen“, warnt er. Für den Combi-Markt in der Bremer Heerstraße sieht er noch viele Fragen offen. „So oder so müssen wir uns aber wohl seelisch drauf vorbereiten, dass wir nächstes Jahr Geld in die Hand nehmen müssen“, sagt Adler.

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