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NWZonline.de Region Stadt Oldenburg Wirtschaft

Alpenverein: In 2512 Zentimetern Höhe gebaut

05.08.2017
NWZonline.de NWZonline 2017-08-05T05:15:09Z 280 158

Alpenverein:
In 2512 Zentimetern Höhe gebaut

Ostrittrum/Dötlingen/Oldenburg Zwischen hohen Kiefern versteckt, auf einem 15 500 Quadratmeter großen Grundstück zwischen Dötlingen und Ostrittrum, steht sie: die neue Poggenpohlhütte. Nicht weit entfernt vom Poggenpohlsmoor gehört sie der Sektion Oldenburg des Deutschen Alpenvereins. Es ist ein ebenso stabiler wie schmucker Holzbau (aus Fichte) auf einer Fläche von neun mal sieben Metern, der in den vergangenen Monaten mit knapp 50 Quadratmetern Wohnfläche entstanden ist. „Das ist Natur pur“, gerät der Vorsitzende der Sektion Oldenburg des Deutschen Alpenvereins, Werner Kaltenborn, ins Schwärmen, wenn er von den Vorzügen der Schutzhütte spricht.

Schmuckes Holzhaus: die Poggenpohlshütte bei Ostrittrum. BILD: Suttka

Hütte gehört der Sektion Oldenburg des Alpenvereins

Die Poggenpohlhütte soll ab dem Herbst in die Vermietung gehen. Erwachsene Mitglieder des Deutschen Alpenvereins zahlen acht Euro die Nacht (Nichtmitglieder 15 Euro), Kinder vom 6. bis zum 17. Lebensjahr fünf Euro (zehn Euro). Die ganze Hütte mit maximal 15 Personen pro Nacht liegt bei 120 Euro (250 Euro). Der Weg zu der Hütte zweigt vom Rittrumer Kirchweg ab und führt über die Steindarer Riede.

Info: Hüttenwarte sind Elke und Helmut Rind aus Neerstedt, Telefon   0 44 32/91 26 52. Der Vorsitzende der Sektion, Werner Kaltenborn, ist unter Telefon   0441/60 88 33 zu erreichen.

Der Deutsche Alpenverein wurde 1869 als gemeinnütziger Verein gegründet und gilt mit über einer Million Mitgliedern als die weltweit größte Vereinigung von Alpinisten. Über 310 allgemeine Schutzhütten werden unterhalten und ein umfangreiches Wegenetz betreut. Die Sektion Oldenburg des Deutschen Alpenvereins wurde 1912 gegründet. Sie hat 2047 Mitglieder.

  

  www.alpenverein-oldenburg.de

Dass es sich um ein absolutes Kleinod handelt, wissen seit Freitag auch das Vorstandsmitglied der Raiffeisenbank Oldenburg, Thorsten Schwengels, und Mitarbeiterin Mareike Hoffmann (Kommunikation). Sie überbrachten dem Team der fleißigen Helfer um Kaltenborn nämlich persönlich einen 10 000-Euro-Scheck der VR-Stiftung der Volks- und Raiffeisenbanken in Norddeutschland und der Raiffeisenbank Oldenburg. Damit kann jetzt Mobiliar und Innenausstattung angeschafft werden.

„Das ist mal etwas ganz anderes hier“, freute sich Schwengels über den ungewöhnlichen Spendenzweck für einen Alpenverein in der norddeutschen Tiefebene. Werner Kaltenborn betonte: „Nur mit solcher Hilfe kann es uns gelingen, die für die Ausstattung notwendigen Anschaffungen zu tätigen.“ Mit dem Scheck ist gleich die Hälfte der Anschaffungen finanziert, u. a. die Küche. Die Baukosten betragen 100 000 Euro, die der Verein trägt.

Seit 2016 hält die Hütte die Sektion in Atem. Zunächst wurde das alte Gebäude aus dem Jahr 1961 abgerissen. Die Zahl der Vermietungen nahm zuletzt ab. WC und Waschgelegenheit waren in einem Anbau, eine Dusche gab es gar nicht: Das war nicht mehr zeitgemäß. Für die vier Schlafplätze galt es stets, abends umzuräumen. „Sehr unverständlich“, wie Wolfgang Theilmann erzählte. Künftig sind es acht Plätze, die sich unter dem Dach befinden und für Schlafsäcke vorbereitet sind.

2017 machte sich ein fester Kreis von 18 Personen an die Arbeit für den Neubau. Unzählige Stunden verbrachten die Helfer am Bau – mal in größerer, mal in kleinerer Runde und mitunter auch allein. Ehrenamtlich wurden alle Arbeiten gestemmt, die nicht durch Fachfirmen erledigt werden mussten. Besonders aufwendig war der Anstrich: „Erst ölen, dann vorstreichen, und dann jeweils zweimal weiß und rot streichen“, erzählte Kaltenborn. „Der markante Außenanstrich des Hauses ist ein helles Schweden-Rot. Das hält sogar an der rauen norwegischen Westküste.“

Die Terrasse gilt es noch zu pflastern. Im Herbst soll die Hütte in die Vermietung gehen, hofft der Vorsitzende. Sie ist die nördlichste anerkannte Mittelgebirgshütte des Deutschen Alpenvereins und zudem die einzige Hütte in Weser-Ems. „Auf einer Höhe von 2512 Zentimetern“, schmunzelte der Vorsitzende. Hört sich imposanter als 25,12 Meter über Normalnull an.


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