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NWZonline.de Region Stadt Oldenburg Wirtschaft

Peguform vor entscheidender Vergabe

29.10.2012

Oldenburg Seit fast einem Jahr gehört das Peguform-Werk an der Rheinstraße mehrheitlich einem indischen Konzern (NWZ  berichtete). Die börsennotierte Samvardhana Motherson Group (Neu Delhi) benannte das Unternehmen um, auch an der Stedinger Straße prangt nun ein SMP-Logo. Doch eines ist auch unter dem Namen „Samvardhana Motherson Peguform“ gleich geblieben: Das Werk hängt trotz zunehmender Aufträge aus dem Mercedes-Werk in Bremen (seit 2007) ganz wesentlich von der Teilefertigung für ein Modell ab: dem in Emden gefertigten VW Passat.

Und von dem soll es 2013/2014 ein neues Modell geben, intern B8 genannt. VW nutzt den Wechsel, um die Teilefertigung neu auszuschreiben. Neben SMP Peguform haben sich nach NWZ -Informationen weitere Zulieferer für die aktuell in Oldenburg gefertigten Stoßfänger und Türinnenverkleidungen beworben. Experten wissen: Dabei kommt es auf den Preis an. Und genau das hat für Unruhe im Oldenburger Werk gesorgt.

Mitarbeiter teilten der NWZ  mit, dass es zwischen Werkleitung und Betriebsrat Ende August einen Konflikt um eine Lohnsenkung von drei Prozent gegeben haben soll. Nach einem „Nein“ des Betriebsrates soll zumindest diese Forderung auf Eis liegen. Der Betriebsratsvorsitzende Werner van Dalen und die zuständige Industriegewerkschaft IG BCE in Oldenburg beantworteten entsprechende NWZ -Fragen allerdings nicht.

Anders Andreas Heuser, Verantwortlicher der Samvardhana Motherson Group für Europa und Amerika. Er bestätigte, dass das Unternehmen mit dem Betriebsrat darüber spreche, „was wir machen können, um den Standort so wettbewerbsfähig zu halten, dass wir den Auftrag bekommen“. In dem ergebnisoffenen Verfahren gehe es beispielsweise um die Möglichkeit, 40 Stunden in der Woche zu arbeiten oder eine Tarifrunde auszusetzen. Es gehe keineswegs um Lohnsenkung, sagte Heuser der NWZ : „Den Leuten soll nichts weggenommen werden.“

Nach Aussagen aus der Belegschaft, die weder vom Arbeitgeber noch vom Betriebsrat bestätigt wurden, ist für das Werk seit 2005 ein Haustarifvertrag in Kraft, in dem damals Lohnerhöhungen, Urlaubsgeld und Teile des Weihnachtsgeldes gestrichen und eine Lohnreduzierung im 2,7 Prozent vereinbart worden seien. Weihnachtsgeld und Teile des Urlaubsgeldes seien bis heute fast wieder auf dem normalen Stand des IG-Chemie-Tarifes. Beim Lohn aber bestehe zwischen Flächentarif und „SMP“-Tarif ein Unterschied von fast 15 Prozent, weil Tariferhöhungen nicht voll angerechnet wurden, hieß es.

Heuser bestätigte der NWZ  zudem, dass es „zurzeit rein theoretische“ Überlegungen gebe, mit dem Werk innerhalb Oldenburgs umzuziehen. Das gelte nur, wenn SMP den Auftrag erhalte und sich herausstelle, dass der Umfang den Bau einer neuen Lackieranlage aus Kapazitäts- und Qualitätsgründen zwingend erforderlich mache. Es gebe zurzeit Untersuchungen darüber, ob in diesem Fall eine Investition in die bestehende Infrastruktur noch sinnvoll sei, oder ein Neubau produktiver und damit wettbewerbsfähiger zu organisieren sei. In dieser Frage gebe es aber keine Entscheidung. Ein Abzug des Werkes aus Oldenburg sei im Übrigen nie diskutiert worden.

Ein Umzug des Werkes würde aus stadtplanerischer Sicht in das Konzept „Wohnen und Arbeiten am Hafen“ passen. Neben der Bahn gelten die gewerblichen Emissionen als größtes Hindernis für die Pläne auf dem Südufer.

Thorsten Kuchta
stv. Redaktionsleitung
Redaktion Oldenburg
Tel:
0441 9988 2102

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