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NWZonline.de Region Stadt Oldenburg Wirtschaft

Mehrheit fährt mit dem Auto in die Fahrradstadt

23.06.2016

Oldenburg Die Fahrradstadt wird meistens mit dem Auto angefahren: Knapp 60 Prozent der Kunden in Oldenburger Innenstadtgeschäften kommen mit dem PKW in die City – aus den Randgemeinden sogar knapp 80 Prozent, aus dem weiter entfernten Umland 85 Prozent. Dies haben Oldenburgische Industrie- und Handelskammer und City-Management Oldenburg in drei Umfragen unter 23 000 Kunden an den Kassen ermittelt, die nach Postleitzahl und Anreise gefragt wurden.

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Es geht

ums Ganze

D eutliche Ansage: Die Kunden aus dem Umland sorgen für mehr als die Hälfte des Umsatzes in der City, und sie kommen in der großen Mehrheit mit dem Auto. Wer die Anreise erschwert, gefährdet die Innenstadt als Ganzes.

So interpretieren IHK und CMO ihre Erhebung zu den Verkehrsmitteln. Und verbinden das mit dem dringenden Appell an die Politik, mit dem Handel zu reden, wenn verkehrspolitische Entscheidungen in Sachen Luftverschmutzung und Lärm getroffen werden.

Die Ratspolitiker sollten das ernst nehmen. Handel und Leben in der City prägen die Bedeutung Oldenburgs. Es geht um mehr als um Umsätze. Es geht um den Ruf und die Leistungsfähigkeit der Stadt. Und es geht um reine Luft und weniger Lärm. Ein schmaler Grat, der Vorsicht erzwingt.

Die Präsentation – aufbereitet von der Jade-Hochschule – verbanden IHK-Handelsgeschäftsführerin Carola Havekost und CMO-Vorsitzender Friedrich-August Fisbeck mit dem Appell an Stadt und Politik nach einem „offenen, konstruktiven und engen Austausch“. Man müsse gemeinsam Möglichkeiten ausloten, wie die Verkehrspolitik vor dem Hintergrund von Luftreinhalte- und Lärmaktionsplan die Bedürfnisse des Einzelhandels berücksichtigen kann. Denn: „Weitere Einschränkungen für den Autoverkehr gefährden die Funktion der Oldenburger Innenstadt“, sagte Fisbeck. Und das betreffe nicht nur den Handel, sondern auch Kultur, Gastronomie und Dienstleistung und die Stadt als Arbeitsort: „Das Herz unserer Stadt“, so Gerhardine Müller-Meinhard-Cardoso, Mitglied im CMO-Vorstand und Gesellschafterin und Geschäftsführerin des Modehauses Bruns.

Die Fakten sprächen für sich; 51 Prozent der kaufenden Kunden kommen nicht aus Oldenburg – und sie nutzen die Bahn nur in geringem Maße: zwischen 1,4 (Randgemeinden) und 4 Prozent (weiteres Umland). „Die Kunden aus dem Umland sind die, die beim Besuch in Oldenburg meistens viel einkaufen“, sagt Gerhardine Müller-Meinhard-Cardoso. Fisbeck ergänzte: „Der innerstädtische Handel muss sich gegen wachsenden Online-Handel und „Grüne Wiese“ verteidigen.“ Wenn man nun den Kunden den Weg in die Innenstadt erschwere, wie es Teile der vom Rat verabschiedeten Programme vorschlagen, „wird die Innenstadt nicht bleiben, wie sie ist“. Müller-Meinhard-Cardoso: „Es geht um Begegnung und Lebendigkeit. Die Stadt wächst aus der Innenstadt heraus.“

Die Stadt-Oldenburger Kunden kommen übrigens den Zahlen zufolge zu 42 Prozent mit dem Rad, zu 34 Prozent mit dem Auto, zu 13,2 Prozent zu Fuß und zu 10,3 Prozent mit dem Bus in die Innenstadt. Daher müsse auch über mehr Radstellplätze nachgedacht werden, so Fisbeck. Aber: „Das Auto als Verkehrsträger wird in der aktuellen Politik zu sehr vernachlässigt.“ Es sei doch klar, dass alle saubere Luft und Ruhe wollen, aber die Zahlen sagten aus, dass man gemeinsam Lösungen für die Probleme suchen müsse. Selbst in den Programmen gebe es Widersprüche; etwa das Ziel eines durchlässigen funktionalen Netzes mit Tempo 30 auf Hauptstraße oder die gute Erreichbarkeit der Innenstadt mit dem Abbau von Einzelparkplätzen. Fisbeck dazu: „Wir brauchen stattdessen mehr Parkplätze, weil Engpässe am Sonnabend – dem zentralen Tag für den Handel – Umsätze verhindern und Marketingausgaben verpuffen lassen.“ Fisbeck schlug als Themen für den Dialog mit der Stadt „Grüne Welle“, Expressbusse in die City, ein besseres Parkleitsystem und ein attraktiveres Park&Ride-System vor.

Thorsten Kuchta stv. Redaktionsleitung / Redaktion Oldenburg
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