• Jobs
  • Immo
  • Auto
  • Kleinanzeigen
  • Trauer
  • Hochzeit
  • Guide
  • Shop
  • Tickets
  • nordbuzz
  • Fußball
  • Werben
  • Kontakt
 
NWZonline.de Region Stadt Oldenburg Wirtschaft

Fachkräftemangel In Oldenburg: Raus aus der Rente – Pfleger im Un-Ruhestand gesucht

25.04.2017

Oldenburg „Wir suchen motivierte Rentner, die ihre Rente aufstocken möchten“ – so heißt’s in einer aktuellen Stellenausschreibung. Das ist nicht ungewöhnlich. Im aktuellen Fall müssen aber keine Kugelschreiber montiert, sondern Menschen ambulant gepflegt werden. Und besagten Aufruf hat die Sozialstation (Ambulante Kranken- und Altenpflege) des Deutschen Roten Kreuzes veröffentlicht.

Lesen Sie auch:

Expertise in Nächstenliebe

„Die Fachkräfte fehlen uns überall“, erklärt Kerstin Feldmann (Pflegedienstleitung) dazu auf NWZ-Nachfrage, „das ist seit zwei Jahren eine richtige Katastrophe“. Stellenanzeigen würden ins Leere laufen, potenzielle Kandidaten hätten keinen Führerschein – oder würden eine „angemessene Work-Life-Balance“ vorziehen. Nun ist die Pflege aber kein lässiger Halbtagsjob, sondern echte Arbeit. Nicht nur psychisch, sondern auch physisch belastend. Und damit wenig attraktiv.

Aus eben dieser Not würde man nun neue Wege bei der Mitarbeiterakquise beschreiten wollen, so Feldmann, es sei einen Versuch wert. Mit ihrem Text möchte sie gezielt Rentner ansprechen, die früher als Pflegekräfte tätig waren und nachweislich ausgebildet sind – das ist die wichtigste Voraussetzung.

Einwilligung und Werberichtlinie

Ja, ich möchte den täglichen NWZonline-Newsletter erhalten. Meine E-Mailadresse wird ausschließlich für den Versand des Newsletters verwendet. Ich kann diese Einwilligung jederzeit widerrufen, indem ich mich vom Newsletter abmelde (Hinweise zur Abmeldung sind in jeder E-Mail enthalten). Nähere Informationen zur Verarbeitung meiner Daten finde ich in der Datenschutzerklärung, die ich zur Kenntnis genommen habe.

Sie sollen demnach ab und an in der ambulanten Pflege an Wochenenden eingesetzt werden – also Patienten aufsuchen, sie waschen, umbetten, Mahlzeiten vorbereiten, Medikamente anreichen und, wo nötig, durch den Alltag führen. Das können Wachkoma- oder Demenzpatienten sein, aber auch fittere Senioren, „die sich sicherer fühlen wollen“, sagt Feldmann. „Wir wollen unsere bestehende Mitarbeiterschaft, die an Wochenenden genau so viele Dienste wie unter der Woche leistet, entlasten“, sagt sie, „denn das ist enorm kräftezehrend.“ Entsprechend interessierten Pflegekräften im Ruhestand würden Touren je nach Befähigung zusammengestellt, „die sie ohne Probleme bewältigen können“, wie es heißt. Dienstwagen und Diensthandy stünden ihnen zur Verfügung, ein Arbeitsvertrag sowieso.

Lesen Sie auch:

Bessere Bedingungen

„Das ist ein ganz gewaltiger Hilfeschrei“, heißt es dazu von Mitbewerbern am Markt. Und das nicht einmal vorwurfsvoll. Denn die Probleme sind landauf landab die gleichen, seit langer Zeit schon. Es gibt viele, die Pflege benötigen und nur wenige, die diese leisten können und wollen.

Feldmann hält ein Umdenken für nötig, die alten Strukturen funktionierten nicht mehr, sagt sie. Doch kann diese neu entdeckte Zielgruppe tatsächlich für die Wende in der Pflege sorgen? Als Puzzlestück möglicherweise. Ungewöhnliche Versuche haben auch schon andere gewagt. Die Hansa-Gruppe beispielsweise – in deren Seniorenzentrum Kreyenbrück werden derzeit Fachkräfte aus China ausgebildet. Das allerdings in stationärer Betreuung.

Schon am ersten Tag nach der Ausschreibung habe es mehrere Anrufe von begeisterten Interessenten gegeben: „Mir fällt hier die Decke auf den Kopf“, hätte einer gesagt. „Ich brauche endlich mal wieder eine Aufgabe“, eine andere Anruferin. Ihnen geht es offenbar gar nicht um die Dotierung, sondern vielmehr um eine Beschäftigung per se. Eine eigentlich viel versprechende Einstellung.

Ob es aber für alle beteiligten Seiten – also Pflegedienst, Pfleger „im aktiven Ruhestand“ und auch Patienten – funktioniert, dürfte wohl nur die Zeit zeigen.

Kontinuierlichgestiegen ist der prozentuale Anteil der Über-65-Jährigen an der Oldenburger Bevölkerung – laut jüngster Statistik sind es mit rund 31000 Menschen 18,7 Prozent. Vor zwanzig Jahren waren es noch 16,3 Prozent.

Verwitwet sind rund 9500 Personen (5,7 Prozent). Vor allem ältere Frauen sind häufig allein.

NWZ-Jobs.de
Finden Sie Ihren Traumjob auf NWZ-Jobs.de!

Marc Geschonke Redakteur / Redaktion Oldenburg
Rufen Sie mich an:
0441 9988 2107
Meine Themen: Verpassen Sie keine für Sie wichtige Meldung mehr!

So erstellen Sie sich Ihre persönliche Nachrichtenseite:

  1. Registrieren Sie sich auf NWZonline bzw. melden Sie sich an, wenn Sie schon einen Zugang haben.
  2. Unter jedem Artikel finden Sie ausgewählte Themen, denen Sie folgen können.
  3. Per Klick aktivieren Sie ein Thema, die Auswahl färbt sich blau. Sie können es jederzeit auch wieder per Klick deaktivieren.
  4. Nun finden Sie auf Ihrer persönlichen Übersichtsseite alle passenden Artikel zu Ihrer Auswahl.

Ihre Meinung über 

Hinweis: Unsere Kommentarfunktion nutzt das Plug-In „DISQUS“ vom Betreiber DISQUS Inc., 717 Market St., San Francisco, CA 94103, USA, die für die Verarbeitung der Kommentare verantwortlich sind. Wir greifen nur bei Nutzerbeschwerden über Verstöße der Netiquette in den Dialog ein, können aber keine personenbezogenen Informationen des Nutzers einsehen oder verarbeiten.