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NWZonline.de Region Stadt Oldenburg Wirtschaft

Probieren – Lernen – Wissen

22.03.2018

Vier der derzeit 23 Teilnehmenden haben über ihre Zeit und ihre Erfahrungen in der Oldenburger Jugendwerkstatt (OJW) berichtet. Nashwan möchte seine Deutschkenntnisse verbessern und sich ebenso wie Nikola und Jusuf auf seinen Hauptschulabschluss vorbereiten. Ranja konzentriert sich zur Zeit auf die Praxisangebote der Jugendwerkstatt.

Frage: Wie sieht ein typischer Tag aus?
Nikola: Vormittags haben wir Unterricht in Fächern wie Biologie, Mathe, Deutsch oder Geschichte. Dann geht es in die Praxisbereiche. Alle vier Wochen wechseln wir zwischen den Bereichen Hauswirtschaft, Küche und Service. Mittags essen wir alle gemeinsam.
Jusuf: Im Hauswirtschaftsbereich bügeln wir, mangeln und falten Wäsche zusammen. Im Service bedienen wir die Gäste, die zum Essen kommen, räumen auf und in der Küche kochen wir, machen Beilagen.

Die Gäste, die zum Essen kommen, sind Gäste des sozialen Mittagstisches. Rund um Küchenmeister Andreas Lamping ist ein Team von Beiköchin und Projektteilnehmenden montags bis donnerstags damit beschäftigt, den abwechslungsreichen Speiseplan mit frisch gekochten Gerichten mit Leben zu füllen. Was zum Kochen gehört, erlernen Jusuf und die anderen Teilnehmenden zunächst über das Erleben und über ihre Sinne: Riechen und Schmecken, Sehen, Probieren und Anfassen. Andreas Lamping ist das besonders wichtig. Als verantwortlicher Einkäufer bringt er schon mal einen ganzen Lachs mit. Und probiert dann mit den jungen Leuten: Wie fühlt sich ein Lachs an? Wie muss ein frischer Fisch riechen? Wie wird er zerteilt?
Frage: Was macht dir am meisten Spaß?
Ranja: Vor allem die Hauswirtschaft mit dem Bügeln und Nähen. Dort kann ich mir meine Zeit besser einteilen als in der Küche oder im Service.
Jusuf: Ich bin ein freundlicher Mensch. Mir macht es am meisten Spaß, im Service die Leute zu bedienen.
Nashwan: Zusammen zu essen. Wenn alle an einem Tisch sitzen, dann sind wir wie eine Familie. Auch die Veranstaltungen, zum Beispiel Grünkohlessen oder Weihnachtsfeiern. Wir müssen dann alles vorbereiten, das Essen, die Getränke, die Tische decken.
Das Grünkohlessen war ein Dankeschön der Stadt Oldenburg an die etwa 120 Akteure der letztjährigen Ferienpass-Aktion und im noch jungen Jahr ein Highlight für die Projektteilnehmenden. Aufgeregt und angespannt, so beschreibt die gelernte Hauswirtschaftsleiterin Dörte Stühmer die jungen Erwachsenen, die in der unvertrauten Umgebung der OBS Ofenerdiek ungewohnt viele Gäste bewirteten. Sie machten einen guten Job: Zum Abschluss wurden sie auf die Bühne gebeten und mit viel Applaus bedacht. Auch das ist eine wichtige Erfahrung und gut für das Selbstvertrauen: Anerkennung erhalten und Dank annehmen.
Frage: Was bringt dir die Arbeit in der Jugendwerkstatt?
Nikola: Ich erhalte einen Einblick ins Arbeitsleben, und man lernt in den Praxisbereichen viel, was man auch Zuhause anwenden kann, wie etwa das Flicken einer Hose.
Ranja: Ich konnte durch die OJW mit Praktika meine Berufsideen testen. Zuerst in einer Bäckerei, anschließend in der Altenpflege.
Nashwan: Ich kann viel besser Deutsch sprechen und verstehen als am Anfang. Ich kann mit den Anleitern über meine Ideen sprechen und sie sagen mir, ob das gut ist.
Worüber sich Nikola freut: eine Hose flicken zu können, ist tatsächlich Ziel im praktischen Teil der Hauswirtschaft. Anleiterin Annali Hilger – auch sie ausgebildete Hauswirtschaftsleiterin – führt unter anderem in das Nähen mit der Nähmaschine ein, so dass die Jugendlichen eigenständig kleine Näharbeiten ausführen können. Auf dem hauswirtschaftlichen Pflichtprogramm stehen außerdem das Waschen, Bügeln und Mangeln der Tischwäsche und der Berufskleidung aller Akteure der Jugendwerkstatt. Annali Hilger motiviert die jungen Leute, indem sie unterschiedliche Projekte anbietet, mit denen sie ihr Geschick und ihre Freude an Gestaltung weckt. Dazu gehört zum Beispiel Handytaschen, Stoffbeutel oder Körnerkissen selbst anzufertigen.
Frage: Welche Pläne hast du für die Zukunft?
Nikola: Ich möchte nach meinem Hauptschulabschluss gerne eine Ausbildung zur Pflegeassistentin machen. Dafür habe ich mich beworben und mache demnächst ein Praktikum im Bereich Altenpflege. Darauf bin ich sehr gespannt.
Ranja: Ich bin jetzt noch vier Monate lang in der Jugendwerkstatt und gehe danach in den Mutterschutz. Im Anschluss suche ich eine Ausbildung oder einen Praktikumsplatz in der Altenpflege.
Jusuf: Ich möchte etwas im Kfz-Bereich machen. In der Küche oder im Service zu arbeiten, wäre die zweite Wahl.
Nashwan: Erstmal möchte ich den Hauptschulabschluss machen und die Sprache verbessern, um dann eine Ausbildung zu finden. Ich möchte gern im Büro arbeiten.

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