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NWZonline.de Region Stadt Oldenburg Wirtschaft

Protz-Leben mit Minirente – auf Gläubiger pfeift er

02.05.2016

Oldenburg /Wardenburg /Kitzbühel Handwerker gingen Pleite, Kunden wünschten den Geschäftspartner auf den Mond, Projekte riefen Polizei und Staatsanwaltschaft auf den Plan: In der Geschäftswelt ist Unternehmer Peter T. bekannt wie ein bunter Hund.

Der 74-Jährige, der lange Wardenburg als Wohnort angab, ist nach NWZ -Informationen zahlreichen Firmen verbunden. Demnach hat T. vor allem in der Schiffsfinanzierung seine Hände im Spiel.

Gläubiger-Forderungen entzieht er sich aber weiterhin. Daran hat auch ein Haftbefehl nichts geändert, den das Amtsgericht Oldenburg vor zwei Jahren ausstellte, um eine Vermögensauskunft zu erzwingen (NWZ  berichtete).

Mittlerweile lebt der Unternehmer im österreichischen Nobelort Kitzbühel – laut Augenzeugen auf großem Fuß. Ein Geschäftsmann, der heute nicht mehr gut auf seinen ehemaligen Partner zu sprechen ist, schätzt das Vermögen auf 200 Millionen Euro.

Um die Forderungen zu begleichen, die das Landgericht Oldenburg bereits 1989 einem Gläubiger zuerkannt hat, reicht das Geld aber offenbar nicht aus. Er lebe von seiner Rente, gab der Geschäftsmann bei einer offiziellen Befragung vor einigen Monaten an. Und diese Rente belaufe sich auf etwa 770 Euro pro Monat, sagt T., wie die NWZ  aus sicherer Quelle erfuhr. Mehr als ein bescheidener Lebensstil sei da nicht drin. Die Forderung erkennt T. an. Aber nachkommen könne er ihr mit seinen Mitteln nicht.

„Zur Polizei mit Q 5“

Nach Informationen, die der NWZ  vorliegen, sind vier Fahrzeuge auf T. zugelassen. In München, wo T. ebenfalls eine Adresse angibt, soll er mit einem Audi Q 5 – Neupreis 40 000 Euro und mehr – sogar zu einer polizeilichen Vernehmung vorgefahren sein.

Behörden, die wegen der Forderung aktiv werden, sehen sich aber machtlos. Die Fahrzeuge gehörten seiner Frau, heißt es. Auch bei den zahlreichen Firmenbeteiligungen sehen sich die Strafverfolgungsbehörden nicht in der Lage, die Gläubiger-Forderungen – dem Vernehmen nach eine Summe im fünfstelligen Bereich – einzutreiben. Einmal, so heißt es, habe ein Schiffsmodell, das Peter T. zugerechnet wird, vor der Pfändung gestanden. Kurz vor dem Eintreffen der Vollstreckungsbeamten sei das Modell abgeholt worden. Möglicherweise hat T. einen Tipp bekommen, wird in Gläubigerkreisen vermutet.

Tarnen und täuschen – darin sei der schillernde Investor auch in seinen aktiven Oldenburger Jahren gut gewesen, heißt es aus Kreisen ehemaliger Vertragspartner. Ein Versicherungsbetrug brachte T. 1988 für zwei Jahre hinter Gitter. Der Auto-Fan hatte seinen Rolls-Royce als gestohlen gemeldet. Tatsächlich hielt T. die Nobelkarosse in einer Garage versteckt. Die Versicherung hatte Verdacht geschöpft und nicht gezahlt (NWZ  berichtete).

Streit um VfB-Station

Verbunden ist der Name Peter T. mit dem Kauf des ehemaligen VfB-Stadions („Hölle des Nordens“) 1990. Vorwürfe, T. habe Stadt beziehungsweise VfB beim Kaufpreis über den Tisch gezogen, verliefen im Sand. Der „Fuchs“, wie ihn Bekannte nennen, habe mit seinem Geflecht an undurchsichtigen Beteiligungen und Besitzverhältnissen seine wahren Vermögensverhältnisse raffiniert verschleiert. Zuletzt trat T. bei der Sanierung des Burgstraßenviertels als Grundstücksverkäufer auf.

Wie leicht T. Erfolg hat, belegt die Schilderung aus einer Münchner Behörde. Auf die Frage, warum ihn Vorladungen nie erreichten, soll T. entgegnet haben, das Klingelschild an seinem Haus werde immer wieder entfernt. „Von wem?“ – „Von Unbekannten“. Fragen der NWZ  zu den offenen Gläubiger-Forderungen hat T. bislang nicht beantwortet.

Christoph Kiefer Redaktionsleitung / Redaktion Oldenburg
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