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NWZonline.de Region Stadt Oldenburg Wirtschaft

Interview mit Besitzer vom Wallkino schlägt Wellen

06.02.2015
NWZonline.de NWZonline 2015-07-20T15:32:28Z 280 158

Oldenburger Denkmal:
Interview mit Besitzer vom Wallkino schlägt Wellen

Oldenburg Das NWZ -Interview mit Wallkino-Besitzer Ulrich Marseille hat in der Stadt Widerstand hervorgerufen und Fragen aufgeworfen. Während der von Marseille direkt angesprochene frühere Wallkino-Betreiber Dr. Detlef Roßmann den Aussagen Marseilles vehement widerspricht, geht die Stadtverwaltung den Vorwürfen Marseilles an ihre Adresse nach.

OB ordnet Klärung an

Für Aufsehen hat dort der Vorwurf Marseilles gesorgt, Akten zum Wallkino seien verschwunden. Nach Aussage von Stadtsprecher Reinhard Schenke hat Oberbürgermeister Jürgen Krogmann die interne Aufarbeitung angeordnet, vor allem die Frage der „verschwundenen Akte“. Allerdings sei diese in großen Teilen bereits rekonstruiert, teilte Schenke mit – „vor allem die Teile, die den Denkmalschutz betreffen, stehen uns und Herrn Marseille zur Verfügung“, sagte er und räumte damit indirekt ein, dass zumindest am Donnerstag keine komplette Akte zu finden war. Die Grünen haben am Donnerstag Einsicht in die Akten beantragt. Schenke bestätigte zudem, dass Krogmann an diesem Freitag ein Gespräch mit Ulrich Marseille führen wird. Es solle „dazu beitragen, die augenblicklichen Standpunkte auszutauschen und Kompromisse auszuloten.“

Vertrauliches Gespräch

Die Politik soll nach NWZ -Informationen am Montag im nicht öffentlich tagenden Verwaltungsausschuss über die Ergebnisse des Gesprächs informiert werden.

Der Vorsitzende des City-Managements Oldenburg, Friedrich-August Fisbeck, sagte der NWZ , dass leerstehende Gebäude grundsätzlich „eine Störung der Innenstadt“ seien. Daher hoffe er, dass bald eine rechtliche Lösung für eine neue Nutzung des Wallkinos gefunden werde. Die von Marseille ins Spiel gebrachte Mischnutzung von Gastronomie, Wohnen und Büros könne dafür eine Option sein.

Farschid Ali Zahedi, Vorsitzender des Vereins Werkstattfilm, sagte, 1800 Menschen hätten eine Petition zum Erhalt des Kinos unterzeichnet. Dass – wie von Marseille geäußert – dort kein Kino mehr wirtschaftlich betrieben werden könne, sei „nicht neu“.

Tragfähig sei eine Mischung von Gastronomie und Kultur – und zwar im alten Gebäude. Ein Abriss komme nicht in Frage, weil es nur noch wenige Kinos gebe, die vor 100 Jahren gebaut wurden: Das Wallkino sei als Denkmal dieser Ära bundesweit von Bedeutung. Der Besitzer habe eine Verantwortung, die eine rein wirtschaftliche Betrachtung nicht rechtfertige.

Roßmann wollte bleiben

Dr. Detlef Roßmann, Geschäftsführer der Firma Atelier Filmtheater GmbH und Betreiber des „Casablanca“, wehrt sich gegen die Darstellungen Marseilles zum Ende der Kino-Ära am Heiligengeistwall. Er habe weder mit der Mutter Marseilles (der damaligen Besitzerin) beim Kaffeetrinken Mietreduzierungen vereinbart, noch habe er Konditionen des Mietvertrags in Frage gestellt, teilte Roßmann am Donnerstag mit. Beides hatte Marseille so dargestellt.

Roßmann teilte mit, er habe mit der Eigentümerin, die durch ein Anwaltsbüro vertreten wurde, 2006 einen Zusatz zum Mietvertrag von 1976 abgeschlossen. Dieser Zusatz lege unter anderem die Miethöhe fest. Zudem habe Marseille „das Mietverhältnis am 30. August 2006“ zum nächstmöglichen Zeitpunkt gekündigt“. Der sei mit dem 30. 12. 2006 benannt worden, obwohl das Mietjahr bis zum 30. April lief. Das zeige, dass „Herrn Marseille die vereinbarten Konditionen nicht bekannt waren, weshalb er auch nicht an sie erinnern konnte“. Roßmann betont, er sei 2006 „uneingeschränkt bereit“ gewesen, den Kinobetrieb am Wall aufrechtzuerhalten.