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NWZonline.de Region

Schiffergesellschaft läutet neues Kapitel ein

07.03.2016

Oldenburg Miesmuscheln mit Knoblauch und pikantem Gemüsesud, mit Curry-Weißweinsauce oder, mal ganz anders, mit Orangenmarmelade? Wie auch immer die Küche sie zubereitet – Muscheln erfreuen sich bei Gourmets großer Beliebtheit. Was kaum jemand weiß: Der Aufwand, der für diese Gerichte betrieben werden muss, ist enorm.

Einen wohl für alle Besucherinnen und Besucher erkenntnisreichen Einblick bot die Oldenburgische Schiffergesellschaft von 1574 bei der traditionellen Collatie am Freitagabend. Manuela Gubernator brach im Gesellschaftshaus Wöbken nicht nur eine Lanze für die niedersächsische Miesmuschelfischerei, die von Umweltschützern mit Argusaugen beäugt wird. Die Geschäftsführerin der Niedersächsischen Muschelfischer – dazu gehören vier Betriebe mit fünf Kuttern – stellte auch die mühsame Arbeit der „Bauern der Meere“ vor. Wildmuschelfischerei an den geeigneten Stellen im Wattenmeer und Saatmuschelfischerei aus Kulturflächen – das sind die beiden Formen dieser Fischerei. Wobei der Markt weitgehend von den Niederländern, die mit viel größeren Mengen operieren, dominiert wird. Doch als traditionsreicher Beruf, der ein Stück Kultur und und Geschichte bedeute, genieße die Miesmuschelfischerei nicht nur einen ökonomischen Stellenwert, führte Manuela Gubernator aus.

Unter den voll besetzten Reihen fielen viele junge Gesichter auf, die in dieser großen Zahl erstmals eine Collatie der Schiffergesellschaft bereicherten. Die meisten nehmen am Mentoring-Programm teil, das der Vorstand Ende vergangenen Jahres gestartet hat. Das Projekt, so erläutert Ralf Kaiser vom Vorstand, ist nicht weniger als ein Teil Zukunftssicherung für die Gesellschaft. Denn ohne Nachwuchs sehe es nicht so gut aus für die Zukunft.

Und das ist die Idee: Mitglieder der Schiffergesellschaft bieten sich Studentinnen und Studenten als Mentoren an – als Ansprechpartner für Praktika, Fragen zum Beruf und Berufseinstieg.

Die Nachfrage zeigt, dass die Schiffergesellschaft offenbar einen Nerv getroffen hat: Mehr als 30 Studierende haben sich in den vergangen Monaten bereits anmeldet. „Sehr hilfreich“, urteilen die jungen Frauen und Männer, die sich für diesen Abend in Schale geschmissen haben.

Christoph Kiefer Redaktionsleitung / Redaktion Oldenburg
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