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NWZonline.de Region Stadt Oldenburg Wirtschaft

Wie oft sollen in Oldenburg die Läden öffnen?

18.11.2016

Oldenburg „Einzige Chance gegen den niemals ruhenden Online-Handel“ oder „Sonntags gehört die Mami mir“? Auch in Oldenburg fallen die Reaktionen der Betroffenen im Einzelhandel auf die geforderte Erhöhung der Zahl der verkaufsoffenen Sonntage unterschiedlich aus.

Der Vorstoß des Präsidenten des Handelsverbandes Deutschland, Josef Sanktjohanser, bundesweit zehn verkaufsoffene Sonntage mit Öffnungszeiten von 13 bis 18 Uhr zuzulassen, stößt naturgemäß bei Martina Hartung, Handelsekretärin der Gewerkschaft Verdi, auf Ablehnung. „Die Belastung der im Einzelhandel Beschäftigten durch die schrittweise Ausdehnung der Ladenöffnungszeiten hat erheblich zugenommen. Wir sind ja dafür da, den Städten und Gemeinden auf die Finger zu schauen – somit betrachten wir diesen Vorschlag sehr kritisch.“

Das Niedersächsische Gesetz über Ladenöffnungs- und verkaufszeiten lässt die Öffnung an maximal vier Sonntagen im Jahr für die Dauer von fünf Stunden zu. „Meine liberale Seele möchte natürlich eine völlige Freigabe“, gesteht Friedrich-August Fisbeck. Der Vorsitzende des City-Managements Oldenburg weiß aber auch um die Urteile und Befindlichkeiten dieses heiklen Themas. „Wenn ich für das CMO spreche, sage ich im Grundsatz: Wir kommen mit den vier Sonntagen aus.“

2016 lagen die Termine am 3. Januar, 3. April, 9. Oktober und 6. November. Die letzten beiden Sonntage waren thematisch an den Kramermarkt und an Grünkohl angedockt. Fisbeck erhofft sich für die Zukunft mehr Flexibilität: „Ich wünsche mir, dass der Einzelhandel freier ist in der Entscheidung, an welchen Sonntag geöffnet werden darf.“

Das kann auch bedeuten, dass ein Stadtteil einen eigenen verkaufsoffenen Sonntag veranstaltet, um dort den Einzelhandel entsprechend zu präsentieren und die Kunden in die Geschäfte zu locken.

So sorgt in Oldenburg der Brunnenlauf am ersten Juni-Sonntag traditionell nicht nur für ein munteres Sport-Treiben im und am Eversten Holz, sondern auch für eine außerordentlich belebte Hauptstraße. „So etwas wünsche ich mir auch für andere Stadtteile. Dies würden wir unterstützen“, sagt Fisbeck.

Ein verkaufsoffener Sonntag ist in jedem Fall ein Eingriff in die Erholung und bei vielen eine massive Beschränkung der Familienzeit, hält Gewerkschafterin Hartung dagegen. „Wie man es dreht und wendet: Wer sonntags im Laden steht, kann nichts mit den Kindern unternehmen!“

Der Sonntag ist mittlerweile aber auch der Tag, an dem vom heimischen Sofa aus die meisten Online-Bestellungen getätigt werden. Diese Kunden würde CMO-Vorsitzender Fisbeck lieber in der Innenstadt sehen. „Von verkaufsoffenen Sonntagen profitiert ja nicht nur der stationäre Handel, sondern auch die Gastronomie und der Tourismus im Oberzentrum Oldenburg.“

Pastor Andreas Thibaut von der Nikolai-Gemeinde in Eversten warnt derweil davor, die Taktung im miteinander hinzugeben. „Die Ruhe und das Innehalten am Sonntag ist ein großes Geschenk. Im Übrigen habe ich bislang noch keine Straßen-Demonstrationen der Menschen für zehn verkaufsoffene Sonntage im Jahr gesehen“, fügt er augenzwinkernd an.

Oliver Schulz
Redakteur
Politikredaktion
Tel:
0441 9988 2094

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