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Modellprojekt In Oldenburg: Stadt bevorzugt EWE-Kunden bei WLAN

15.07.2017

Oldenburg Vor gut einem halben Jahr hat die Stadt das frei zugängliche Netz „OL-WLAN“ freigeschaltet. An fünf Standorten in der Innenstadt befinden sich sogenannte Hotspots für kostenloses Surfen (Altes Rathaus, Schlossplatz, Lappan, Pferdemarkt, Kulturzentrum PFL). Im nächsten Jahr will die Stadt das Angebot ausbauen. Im Gespräch sind zusätzliche Knotenpunkte am Waffenplatz, am Julius-Mosen-Platz und am Hafen.

Die ersten Erfahrungen mit „OL-WLAN“ stimmen die Stadt optimistisch. Die Zugangszahlen seien seit der Freischaltung am 16. November 2016 kontinuierlich gestiegen, teilte die Verwaltung am Freitag mit. Von Mitte April bis Mitte Juli hätten insgesamt mehr als 36.000 Nutzerinnen und Nutzer „OL-WLAN“ aufgerufen. Das entspreche circa 12 .000 Nutzern pro Monat. In diesen drei Monaten seien Bürger insgesamt mehr als 55.000 Mal bei „OL-WLAN“ eingeloggt gewesen, heißt es in der Mitteilung.

Modell endet

„Das kostenfreie städtische WLAN-Angebot hat sich bewährt“, bilanziert Oberbürgermeister Jürgen Krogmann. Das Serviceangebot mache die Stadt noch attraktiver für Bürgerinnen und Bürger, Gäste und Touristen.

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Die Laufzeit des Modellprojekts endet Mitte November. Es sei geplant, die Probephase an den fünf Standorten in einen Dauerbetrieb zu überführen, kündigt die Stadt an. Hierfür rechnet die Verwaltung mit Kosten in Höhe von rund 5500 Euro im Jahr. Die Ausbaukosten für die neuen Hotspots beziffert die Stadtverwaltung auf 12.000 Euro pro Standort. Der Stadt stehe hier nicht – wie bei den bisherigen Plätzen – die eigene Infrastruktur (Leitungen, Strom) zur Verfügung.

An jedem der fünf Standorte bestehen bis zu sechs sogenannte Access Points (Zugangspunkte), die für eine gleichmäßige Netzabdeckung der Plätze sorgen. An den Hotspots können sich Nutzer mit mobilen Endgeräten – Smartphone, Tablet oder Laptop – für eine Stunde kostenlos einloggen. Anbieter von „OL-WLAN“ ist die Stadt, als Betreiber fungiert EWE TEL.

„Nicht wirklich frei“

Die Fraktion Linke/Piraten wiederholte am Freitag auf Nachfrage ihre Kritik an dem Projekt. „Wir bemängeln, dass es sich nicht um ein wirklich freies WLAN handelt“, sagte Ratsherr Jonas Höpken. Die Reichweite sei eingeschränkt, der Zugang auf zwei Stunden begrenzt. Zudem ärgert sich die Linke über die Bevorzugung von EWE-Tel-Kunden. „Sie können ohne zeitliche Begrenzung surfen, die Kunden anderer Kommunikationsanbieter nicht“. Eine EWE-Tel-Sprecherin bestätigt: „Grundsätzlich können alle – egal ob EWE-Kunde oder nicht – eine Stunde gratis im öffentlichen WLAN surfen. EWE-Kunden können die kostenfreie Surfdauer im Anschluss auf 24 Stunden – unter Eingabe der EWE-Zugangsdaten – verlängern.“

Ulf Weikert vom Verein Freifunker Nordwest vermisst einen freien Internet-Zugang. Die Stadt habe Filter eingebaut, die gewaltverherrlichende und pornografische Inhalte blockieren sollen, sagte Weikert auf Nachfrage. „Das ist im Prinzip verständlich. Aber wer garantiert, dass nicht auch andere Inhalte, vielleicht zu einem späteren Zeitpunkt blockiert werden? Wir sagen: Wehret den Anfängen!“

Auch vom Bezahlmodell sind die Freifunker nicht überzeugt. „Wir glauben, dass die Stadt damit nicht den erhoffen Erfolg hat“, so Weikert. Die Nutzerzahlen blieben begrenzt, wenn wie heute üblich je nach Nutzung Gebühren anfallen. Grundsätzlich seien die Freifunker an einer Zusammenarbeit interessiert: „Wir stänkern zwar“, so Weikert. „Aber wir sind offen für Gespräche.“

Höpken spricht sich erneut für eine Zusammenarbeit mit dem Verein Freifunker Nordwest aus. Diese Gruppierung baut auch in anderen Kommunen freie WLAN-Netze auf. Die Stadt hatte die Zusammenarbeit verworfen. Das ehrenamtlich organisierte Angebot stelle nicht sicher, dass zum Beispiel Störungen sofort behoben werden.

Christoph Kiefer Chefreporter / Reportage-Redaktion
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