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NWZonline.de Region Stadt Oldenburg Wirtschaft

Stadt steckt Positionen zur Brücke ab

13.11.2013

Oldenburg An der Cäcilienbrücke hängt das Herz vieler Oldenburger. Der damalige Stadtbaurat Frank-Egon Pantel drohte im September 2004 sogar, sich an einen der Brückentürme zu ketten, sollten die Bagger für deren Abriss anrollen.

Seitdem ist viel Wasser die Hunte hinabgeflossen. Als Stadtbaurat ist Pantel Geschichte. Die Schäden an dem Bauwerk sind irreparabel, belegen mehrere Gutachten. Seine Nachfolgerin, Gabriele Nießen, muss nun den Abriss der Brücke moderieren. Nicht mehr und nicht weniger – die baulichen Entscheidungen fallen im Wasser- und Wirtschaftsamt Bremen.

Das weiß Rüdiger Oltmanns, WSA-Sachbereichsleiter Bau und Unterhaltung, der mit seiner Behörde die Oldenburger bei der Planung des Abrisses und des Neubaus allerdings umfassend informieren und eng einbinden will (und damit aus Fehlern der Vergangenheit gelernt hat).

Freies Denken

Die Stadt nimmt den ihr zugespielten Ball auf und formuliert in ihrem im Bauausschuss vorgestellten Positionspapier „relevante Rahmenbedingungen zum Neubau der Cäcilienbrücke“, die Nießen zur Diskussion stellte (die NWZ  berichtete). Darin wird eines klar: In dem vom WSA ausgelobten Wettbewerbsverfahren „kann es“, so steht es im Positionspapier, „nicht darum gehen, eine historische Hülle oder eine Verkleidung für eine bevorzugte oder vorgegebene technische Lösung zu finden.“ Sinn des Wettbewerbs solle das freie Denken sein.

Eigenständiger Charakter

Es sollten städtebauliche, stadtgestalterische und architektonische Lösungen gesucht werden, die dem Neubau einen eigenständigen Charakter geben und technische Funktion und Gestaltung in einen wirkungsvollen Zusammenhang bringen. Denkbar ist auch eine Klappbrücke – wie das Vorgängermodell der heutigen Brücke.

Die Brücke wird folglich ihrem Vorgängermodell allenfalls ähneln, ein Wiederaufbau nach historischem Vorbild ist nicht geplant. Lediglich Reminiszenzen an die Historie könnten eine Rolle spielen, räumt die Stadt ein. Die neue Brücke sollte allerdings, so wie ihre Vorgängerin, ihrer Rolle als Tor zur Stadt gerecht werden. Das Positionspapier spricht sich für eine zeitgemäße und klare Formensprache und gegen eine Retro-Architektur oder rückwärtsgewandte Historisierung aus. Das neue Bauwerk solle sich aber in das städtebauliche Umfeld mit seinen klassizistischen Bauten einfügen. Die Blickbeziehungen auf die anliegenden Denkmale, das Schloss und die Lambertikirche sollen erhalten bleiben – was gegen die denkbare Aufschüttung eines Dammes wie bei der Amalienbrücke spricht.

Die räumliche Ausdehnung ist aufgrund der geringen zur Verfügung stehenden Fläche in engen Grenzen vorgegeben. Auch die Höhe soll den Rahmen der umgebenden klassizistischen Gebäude nicht sprengen. In der Materialwahl wird den Planern in dem Positionspapier freie Hand gelassen (allerdings mit Hinweis auf das Vorgängermodell und die verputzten Fassaden in der Nachbarschaft). Das Staatsarchiv mit einem hohen Glasanteil genieße eine Sonderstellung.

Auf jeden Fall solle die in den 1980er-Jahren geprägte Begrifflichkeit „Das Oldenburger Maß“ zum Tragen kommen. Lange Zeit war der Maßstab des jeweils Vorhandenen maßgebend für das Neue. Mit anderen Worten: Die neue Cäcilienbrücke muss sich in ihrem Erscheinungsbild und ihren Dimensionen nahtlos in das Stadtbild einfügen. Der neue Entwurf sollte durch die Verwendung geeigneter Stilmittel den baulichen Charakter der alten Cäcilienbrücke bewahren, die Brückentechnik sich an den funktionalen und technischen Erfordernissen orientieren, heißt es.

Radfahrer haben Vorrang

In dem Positionspapier unterstreicht die Stadtverwaltung die Funktion und Bedeutung der Cäcilienbrücke als direkte Radverkehrsverbindung zwischen der Innenstadt und den östlichen und südlichen Stadtteilen, da die weiteren Brücken entweder zu weit entfernt (Niedersachsendamm) und/oder mit Rampen und entsprechenden Steigungen versehen seien (Amalienbrücke). Die Cäcilienbrücke sei zudem Bestandteil der noch abschließend auszubauenden „Fahrradroute-Süd“. Zurzeit passieren täglich bis zu 15 000 Radfahrer und 9000 Autofahrer das Bauwerk. Auch der Neubau soll nicht als Hauptverkehrsverbindung für den Kfz-Verkehr zwischen der Innenstadt, dem östlichen und südlichen Stadtgebiet sowie dem angrenzenden Umland dienen. „Diese Funktion hat vielmehr die parallel liegende Amalienbrücke übernommen, die keine Brückenöffnung aufweist“, setzt das Positionspapier auch verkehrliche Prioritäten.

Thomas Husmann
Redakteur
Redaktion Oldenburg
Tel:
0441 9988 2104

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