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NWZonline.de Region Stadt Oldenburg Wirtschaft

Naturschutz: Blühpaten decken Brummern den Tisch

20.03.2018

Stadtnorden Mit Namen sollte man keine Scherze treiben. Das ist zumindest im Journalismus ein eiserner Grundsatz. Christian Brummer darf aber selber von sich sagen, dass sein Nachname irgendwie auch Programm ist. Brummer geht es nämlich darum, dass es im Sommer im Stadtnorden mehr brummt. Der Leiter des Hegeringes Nord der Jägerschaft der Stadt Oldenburg und seine Mitstreiter rufen Landbesitzer dazu auf, Flächen als Blühstreifen zu Verfügung zu stellen – als Lebensraum für Insekten.

Wie in der Kindheit

Denn längst gehört das Geräusch summender, brummender und zirpender Kleintiere nicht mehr selbstverständlich zum Hörerlebnis bei einem Ausflug ins Grüne. „Wenn ich mich aber in den Blühstreifen am Rand meines Grundstückes stelle, fühle ich mich zurückversetzt in meine Kindheit“, sagt Christian Brummer. Er ist der erst private „Blühstreifenpate“. Zusammen mit den Landwirten Jürn Diers, Jens Kuck, Bernd Wempe, Alexander Oetken, Cord Hotes und Henning Meyer-Helms hat er sich am Blühstreifenprogramm der Jägerschaft beteiligt. Jeder von ihnen hat einen bis sechs Blühstreifen angelegt.

„Da, wo am Rande von Monokulturen wie Mais vorher kaum Kleintierleben zu finden war, sehen und hören wir jetzt eine Vielzahl von Insekten, Vögeln und Kleinsäugern“, sagt Brummer. Das hat er gemeinsam mit seinem Stellvertreter Henning Meyer-Helms und dem Obmann für Natur- und Landschaftsschutz, Rolf Schölzel, beobachtet. Hasen, Fasane, Bienen, Hummeln, Schwebfliegen – aber auch Rehe suchten diese vegetativ durchmischten Randzonen auf, um dort Nahrung und Deckung zu finden, so der Hegeringleiter.

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Für ein entsprechendes Nahrungs- und Sichtschutzangebot sorgen die unterschiedlichen Saatmischungen, die Henning Meyer-Helms zusammen mit Jägern und Landwirten ausprobiert. „Bienenweide“ und „Hasenapotheke“ heißen sie beispielsweise, und für besondere Standorte werden auch schon einmal bis zu vier verschiedene Saatmischungen miteinander gemixt – je nach Geschmack der Insekten, Vögel, Kleinsäuger und der wählerischen Tiere wie Hase und Reh.

Wichtig ist laut den Profis, dass unterschiedliche Standorte mit Sonnen- und Schattenseiten und verschiedenen Bodenbeschaffenheiten berücksichtigt werden. Dies müsse über mehrere Jahre genau austariert werden. Besonders die Schattenstandorte an den vielen Wallhecken im Hegering stellten eine Herausforderung dar. Hier würden neben den etwa drei Meter breiten Wallhecken drei Meter breite Blühstreifen angelegt, so dass für die Tierwelt bis zu sechs Meter breite Ruhezonen errichtet werden.

„Im letzten Jahr haben wir relativ spät ausgesät, nämlich nach der Maislegung im Juni. Dadurch wurde die Konkurrenz mit anderen Pflanzen vermieden und zusammen mit dem warmen Boden optimale Chancen für unsere Blühstreifen geschaffen“, sagt Meyer-Helms. Auch für eine Zwischenfruchtsaat auf großen Flächen könnten Blühmischungen interessant sein. Sehr wichtig sei immer die Abstimmung zwischen den Landwirten und dem Hegering. Denn das Saatgut – und gegebenenfalls auch die Maschinen und die Arbeitskraft – werden den Landbesitzern von den Jägern kostenlos bereitgestellt. Die Kosten für das Saatgut übernahm bislang die Raiffeisenbank Oldenburg.

Enge Zusammenarbeit

„Das kann nur funktionieren, wenn beide Seiten ganz eng zusammenarbeiten!“ Hierfür steht Henning Meyer-Helms Interessierten mit Rat und Tat zur Verfügung. „Wer Flächen im Stadtnorden (Etzhorn, Ohmstede, Nadorst, Donnerschwee, Ofenerdiek, Bornhorst) für Blühstreifen und damit für den Naturschutz bereitstellen möchte, kann mich gerne kontaktieren. Wir suchen noch Blühpaten für dieses Jahr.“ Das können sowohl Besitzer landwirtschaftlicher als auch privater Flächen sein, die für eine Aussaat in Frage kommen; Kontakt: Henning Meyer-Helms (Tel. 0151/598 391 74), Christian Brummer (Tel. 0173/475 73 98).

An alle Bürger appellieren die Initiatoren: „Bitte lassen Sie die Blumen in den Blühstreifen stehen. So schön sie auch aussehen – sie sind keine Blumen zum Selberpflücken, sondern sie dienen dem Schutz unserer Natur.“

Susanne Gloger Redakteurin / Redaktion Oldenburg
Rufen Sie mich an:
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