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NWZonline.de Region Stadt Oldenburg Wirtschaft

Steuerrecht auf dem Weg nach Afrika

07.05.2013

Oldenburg Wenn Thorsten Dierkes aus dem Fenster sieht, strahlt ihm meistens die Sonne entgegen. Denn der gebürtige Oldenburger hat seinen Arbeitsplatz in Lusaka (Sambia). Seit Februar letzten Jahres unterstützt er die sambische Regierung im Rahmen des „Good-Financial-Governance-Projektes“ der Deutschen Gesellschaft für internationale Zusammenarbeit (GIZ) bei der Modernisierung von Steuersystem und -verwaltung.

Einmal im Ausland zu arbeiten war ein langjähriger Traum des 42-jährigen Steuerexperten. Beinahe hätte er sich bereits im Jahr 2007 erfüllt, als die Vorgängerorganisation der GIZ, die Deutsche Gesellschaft für Technische Zusammenarbeit (GTZ), Steuerexperten für Ghana suchte. Dierkes bekam jedoch keine Zusage und fing stattdessen beim Beratungsunternehmen Pricewaterhousecoopers (PwC) an.

Zunächst arbeitete er in Düsseldorf, Mitte 2011 wechselte er an den PwC-Standort in Oldenburg. Dort war Dierkes noch auf Wohnungssuche, als die GIZ ihn plötzlich kontaktierte. „Die GIZ suchte Steuerexperten für Sambia und hat mich gefragt. Ich habe nicht lange gezögert und zugesagt“, erklärt er. In Lusaka angekommen, warteten ganz neue Herausforderungen auf den 42-Jährigen.

„Ich bin zwar gelernter Rechtsanwalt und Steuerexperte, musste aber erstmal meine Mandanten, die fremde Kultur und das englische Rechtssystem näher kennenlernen“, erklärt Dierkes.

Über seine Sicherheit macht sich der gebürtige Oldenburger keine Gedanken. „Einige Ecken sollten zwar abends gemieden werden, aber größtenteils kann man gefahrlos durch die Stadt laufen. Das ist in Deutschland auch nicht viel anders“, sagt Dierkes. Zusammen mit sambischen Kollegen ist er beim örtlichen Finanzamt (The Zambia Revenue Authority) stationiert und kümmert sich um steuerliche Angelegenheiten. „Ziel ist es, ein System auf die Beine zu stellen, das es Einwohnern leichter macht, ihre Einnahmen zu melden und Abgaben abzuführen. Irgendwann soll das alles auch ohne unsere Hilfe funktionieren“, erklärt Dierkes.

Ein System für eine Wirtschaft, die hauptsächlich mit Bargeld funktioniert. Die Einwohner haben wegen der mangelhaften Infrastruktur außerhalb der Städte nur selten Zugang zu Banken oder Behörden. Ein weiteres Problem ist die hohe Analphabetenquote im Land. „Das Handy funktioniert in Sambia besser als das Internet, und fast jeder Bürger hat eins. Daher möchten wir die Steuerzahlung per Handy einführen und den Menschen erklären, warum es wichtig ist, Steuern zu zahlen“, sagt Dierkes.

„Im Gegenzug muss die Regierung begreifen, dass die Einwohner für ihre Steuergelder etwas zurückbekommen müssen.“ Noch liegt eine Menge Arbeit vor Dierkes und seinen Kollegen.

Heimweh hat der gebürtige Oldenburger bislang nicht. „Das Projekt ist von der Bundesregierung auf drei Jahre befristet. Wenn es länger dauert, habe ich nichts dagegen“, so Dierkes.

Sabrina Wendt Redakteurin / Wirtschaftsredaktion
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