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NWZonline.de Region Stadt Oldenburg Wirtschaft

Umwelt: Unzufrieden mit Mischwasser im Kanal

19.08.2014

Oldenburg Sauberes Wasser in Bächen, Flüssen und Seen – das ist für die CDU-Bundestagsabgeordnete Barbara Woltmann ein wichtiges Ziel. Über den Stand der Abwasserentsorgung in Oldenburg informierte sich die Politikern deshalb zusammen mit CDU-Ratsherr Joachim Voß vor einiger Zeit beim Oldenburgisch-Ostfriesischen Wasserverband OOWV. „Wir haben die Sorge, dass zu viel Schmutzfracht in die Flüsse eingeleitet wird“, erklärten Woltmann und Voss nach ihrem Besuch.

Nach Einschätzung von Voss geht aus der Abwasserbeseitigungssatzung der Stadt Oldenburg hervor, dass Regenwasser vorrangig durch Versickerung oder Rückhaltung (Zwischenspeicherung) entsorgt werden soll.

Das Wasserhaushaltsgesetz des Bundes sehe zudem vor, dass Niederschlagswasser ortsnah versickern oder direkt über eine Kanalisation – ohne Vermischung mit Schmutzwasser – in ein Gewässer eingeleitet werden soll. Woltmann und Voß bedauern, dass der OOWV zum Beispiel bei der Erneuerung der Kanäle in der Auguststraße nicht nach diesen Grundsätzen verfahre.

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Straße unter Wasser: In Oldenburg bei Starkregen keine Seltenheit. BILD: OOWV

Sorge vor Keimen – Neue Ideen bei Überflutung von Straßen

Mischwasser, das heißt Abwasser und Regenwasser gemischt, kann nach Überzeugung von Barbara Woltmann und Joachim Voß eine Gefahr für Menschen bedeuten, die nach Starkregen damit in Kontakt kommen.

Fußgänger sollten durch Absperrungen geschützt werden. „Mischwasser enthält vermutlich Krankheitserreger, Fußgänger sollten nicht damit in Berührung kommen“, fordert Voß. „Der Bereich sollte in so einem Fall abgesperrt werden.“ Die Stadt benötige einen Absperrplan für solche Fälle.

Solche Vorkehrungen hält der OOWV allerdings für nicht erforderlich. Bei Wasser, das aus dem Kanalnetz austritt, handele es sich um sehr stark verdünntes Mischwasser. Da Mischwasser nur bei starken Regen austrete, sei der Regenwasseranteil groß und der Schmutzwasseranteil entsprechend verdünnt.

Gesunde Menschen seien nicht akut gesundheitlich gefährdet. Grundsätzlich könne eine Infektion mit Bakterien und Viren aber nicht ausgeschlossen werden, räumt der OOWV ein.

Sperrungen seien problematisch. Denn Starkregen gehe oft einher mit Windbrüchen und Blitzeinschlägen. Einsatz- und Rettungskräfte seien da oft ausgelastet. Die Vorwarnzeiten seien kurz und und lokal ausgeprägt.

Mit Feuerwehr, Polizei und anderen Akteuren gebe es allerdings Gespräche zu diesem Thema. „Neue Ideen“ würden „kurzfristig und konsequent“ verfolgt.

Der OOWV verteidigt das Mischwassersystem als heute noch dem Stand der Technik entsprechend. Ein großer Vorteil sei, dass die zu Beginn eines Regens verhältnismäßig hoch belasteten Oberflächenabflüsse noch in die Kläranlage fließen und nicht direkt ins Gewässer gelangen.

Abwägungsfrage

Studien hätten gezeigt, dass die Gewässerbelastungen aus einem „nach dem Stand der Technik gebauten Mischsystem in etwa vergleichbar zu den Belastungen aus einem Trennsystem sind“.

Der OOWV prüfe bei jeder Planung, ob der Umbau zu einem Trennsystem sinnvoll und realisierbar sei – auch im Bereich der Auguststraße. Die erforderliche Tiefenlage des Kanals hätte aber dazu geführt, dass Regenwasser in den Vorfluter gepumpt werden müsste. „Daraus würden ein komplexes Bauwerk in einem verkehrstechnisch stark belasteten Bereich sowie anschließend ein hoher Energiebedarf für den Betrieb der Pumpen resultieren“, teilt ein Sprecher des Verbands mit.

Hohe Kosten

Zudem hätten viele Grundstücke nur einen Hausanschluss. Eine Trennung des Systems in den Gebäuden wäre mit hohen Kosten für die Anwohner verbunden. Diese will der Verband nach eigener Aussage vermeiden.

In der Gesamtabwägung habe man sich daher gegen einen Umbau zum Trennsystem bzw. einem „modifizierten Mischsystem“ wie im Gerichtsviertel und in Teilen der Donnerschweer Straße entschieden.

Modifiziert bedeute, dass Regenwasser von Straßen und Grundstücken, bei denen eine Trennung „mit vertretbarem Aufwand“ möglich sei, gesondert über einen Regenwasserkanal abgeleitet werde. Voraussetzung sei ein geeignetes Gewässer in der Nähe.

Christoph Kiefer Chefreporter / Reportage-Redaktion
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