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NWZonline.de Region Stadt Oldenburg Wirtschaft

Neues Mehrfamilienhaus verärgert die Nachbarn

22.10.2016

Dietrichsfeld Deutliche Worte richtete am Donnerstagabend im Bauausschuss Dezernentin Gabriele Nießen an die politischen Vertreter der Parteien. „Wenn sie den Bau von weiteren Mehrfamilienhäusern in der Kattowitzer Straße verhindern wollen, formulieren sie einen entsprechenden Antrag zur Änderung des gültigen Bebauungsplanes. Über den kann dann abgestimmt werden.“ Die Bürgerfragestunde im voll besetzten Sitzungssaal des Technischen Rathauses an der Industriestraße dauerte da schon mehr als eine Stunde.

Zahlreiche Anwohner hatten die Gelegenheit genutzt, ihren Unmut über den Bau eines Mehrfamilienhauses in der Nachbarschaft zu bekunden. Schon bei einem Ortstermin hatten die Anlieger dem Stadtplanungsamtsleiter Christopher Festersen bedeutet, was sie von dem Bebauungsplan halten – nichts.

Aus Sicht der Anwohner ist das Grundstück Nummer 14 maßlos bebaut worden. Dabei hat der Bauherr die Möglichkeiten noch nicht einmal ausgenutzt – erlaubt sind dort bei entsprechendem Abstand zur Grenze drei Vollgeschosse. Auch so nimmt der Neubau Nachbarin Helga Renken das Licht. Nur noch am späteren Nachmittag fallen die Sonnenstrahlen auf das Grundstück der Seniorin.

Das Problem sind die veralteten Bebauungspläne, der aktuell gültige für die Kattowitzer Straße in diesem Bereich stammt aus dem Jahr 1972. Diese Pläne ließen eine hohe Auslastung der Grundstücke zu, zumal im Umfeld entlang der Alexanderstraße und im weiteren Verlauf der Kattowitzer Straße mehrere Mehrfamilienhäuser älterer Bauart stehen. Rechtlich gibt es keine Möglichkeiten, einen entsprechen Bauantrag im Geltungsbereich dieses Bebauungsplanes abzulehnen, betonte Arend Bewernitz, Fachdienstleiter für Bauordnung und Denkmalschutz. Die Verwaltung muss ihn genehmigen, ihr bleibt keine andere Wahl. Vom Neubau gehe keine unzumutbare Belästigung oder Störung aus.
Baudezernentin Nießen verwies auf das Stadtentwicklungsprogramm 2025, das Programm zur Schaffung von Wohnraum und das Verdichtungsprogramm. Letzteres sieht vor, entlang der Ausfallstraßen und in der Umgebung von Stadtteilzentren (wie die Alexanderstraße eines ist) eine verdichtete Bebauung zur Schaffung von Wohnraum zuzulassen.

Die Anlieger der Kattowitzer Straße im Einzugsbereich der Alexanderstraße haben dafür kein Verständnis. Laut Edgar Weyhausen sind in den vergangenen Jahren junge Familien ganz bewusst in die alte Siedlungsgemeinschaft gezogen, weil sie deren Charme lieben. Weyhausen: „Wir verstehen nicht, warum mit aller Macht Siedlungsstrukturen kaputt gemacht werden.“

Vertreter der Parteien zeigten Verständnis für die Verärgerung der Anwohner. Gleichwohl bekannten sie sich zur verdichteten Bebauung. Vorgeschlagen wurde von Grünen-Ratsherr Markus Dietz ein stadtweites Monitoring, in dem die Baupläne unter die Lupe genommen werden, um eine grenzenlose Verdichtung zu verhindern und planerische Fehler der Vergangenheit zu korrigieren. Die Nachverdichtung müsse verträglich sein, sagte Linken-Ratsherr Hans-Henning Adler. Dann käme eine Menge Arbeit auf die Verwaltung zu, räumte Adler ein. Tatsächlich gelten in Oldenburg 800 Bebauungspläne, pro Jahr werden laut Nießen 1600 Bauantragsverfahren abgewickelt. Der Ausschuss hatte jüngst beschlossen, 29 Bebauungspläne an den Siedlungsrändern zu ändern, um eine maßvolle Bebauung zu garantieren.

Die Stadtverwaltung ist skeptisch und warnt. „Die Anforderungen der wachsenden Stadt führen dazu, dass wir auch Entscheidungen treffen müssen, die auf Widerspruch stoßen. Aber wir können ohne das Instrument einer verdichteten Bebauung nicht genügend Wohnraum schaffen“, teilte Stadtsprecher Reinhard Schenke am Freitag mit.

Thomas Husmann
Redakteur
Redaktion Oldenburg
Tel:
0441 9988 2104
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