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NWZonline.de Region Stadt Oldenburg Wirtschaft

Oldenburg – die Wasserstadt

13.11.2015

Oldenburg Oldenburg ist eine nasse Stadt. Nein, nicht wegen des Wetters. Die Behauptung lässt sich anders begründen: 4 146 885 Quadratmeter der Stadt sind offene Wasserflächen. „4,01 Prozent der Gesamtfläche“, rechnet Reinhard Hövel, Leiter der Stabsstelle Niederschlagsmanagement beim OOWV, vor. Und liefert gleich den Vergleich zur Einordnung: 2,43 Prozent der Fläche Deutschlands sind Wasser, 2,33 Prozent Niedersachsens – und auch gegenüber dem ewigen Konkurrenten Osnabrück hat Oldenburg die Nase vorn: Dort sind es nur 1,12 Prozent der Stadtfläche. Geschlagen geben muss sich Oldenburg regional nur den Bremern, die wohl vor allem Dank der Weser mit 7,9 Prozent Wasser in der Stadt deutlich die Nase vorn haben.

Wenn man über die Wasserflächen spricht, sagt Hövel, dann gibt es nur noch wenige, die von der Natur geschaffen wurden. „Der gesamte Innenstadtbereich und der Schlossgarten sind von Menschenhand geformt.“ Haaren und Hausbäke wurden verlegt, Festungsgräben ausgehoben und zugeschüttet (die Straße Am Festungsgraben erinnert daran) „und der Schlossgarten war ein einziger Sumpf“. Auch der Küstenkanalbau hat die Wasserläufe der Hunte und ihrer Zuflüsse erheblich verändert. Und das nicht nur in Oldenburg: Die Hunte wurde auch im Unterlauf vertieft und begradigt. Das hat Ebbe und Flut mehr Raum und Macht verschafft. Der Unterschied zwischen Hoch- und Niedrigwasser (Tidenhub) beträgt heute bis zu 2,70 Meter. 1915 lag der Tidenhub noch bei 1,50 Meter, sagt Hövel.

Zurück zum Wetter: Jedes Jahr fallen 77 Millionen Kubikmeter Regen auf die Stadt – das ist mehr als drei Mal so viel Wasser wie im Zwischenahner Meer. Würde nichts abfließen oder versickern, stünde das Wasser am Ende eines Jahres 75 Zentimeter hoch in der Stadt. Das muss nicht befürchtet werden: 62 Prozent der Regenmenge verdunsten, 38 Prozent fließen über Grundwasser und Flüsse ab.

Wasser gibt es aber nicht nur in den Wolken oder in Flüssen und Seen: Es fließt auch aus der Leitung. 8,3 Millionen Kubikmeter zapfen die Oldenburger jährlich aus den Leitungen der EWE, berichtet Hövel. In der Kläranlage des OOWV kommen allerdings 13 Millionen Kubikmeter Abwasser an – „weil wir zum Teil Mischwasserkanäle haben, die auch Regenwasser aufnehmen und zur Kläranlage schaffen“, erläutert Hövel. Auch dafür gibt es natürlich Zahlen: In Oldenburgs Straßen liegen 160 Kilometer Mischwasserkanal, 395 Kilometer Schmutzwasserkanal und 320 Kilometer reiner Regenwasserkanal. Ergänzt wird das Entwässerungssystem durch etwa 150 Kilometer offene Straßengräben und 75 Kilometer verrohrte Gräben. „Immer mehr davon verschwinden durch Straßen- und Hochbau“, sagt Hövel. Zum Teil würden sie aber durch Regenwasserrückhaltebecken in neuen Baugebieten ersetzt.

Thorsten Kuchta
stv. Redaktionsleitung
Redaktion Oldenburg
Tel:
0441 9988 2102

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