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NWZonline.de Region Stadt Oldenburg Wirtschaft

Nwz-Serie: Vom Joghurtbecher zum Blumentopf

26.09.2015

Oldenburg Eine Nische auf dem Wertstoffhof reicht aus, um Gelbe Säcke zu sammeln, denn die lagern hier nur kurz: Während ein Container zur Abfuhr bereit steht, kommt schon die nächste Ladung von der Straße. Der Entsorger Springer sammelt im Monat etwa 160 Tonnen Verpackungsabfall; danach kämen im Jahr umgerechnet etwa 12 Kilogramm auf jeden der 160 000 Einwohner.

„Über die Hälfte der Verpackungsabfälle aus dem gelben Sack werden stofflich verwertet“, sagt Norbert Völl, Pressesprecher vom Grünen Punkt. Der Rest dient der energetischen Verwertung als Ersatzbrennstoff. „Ein erheblicher Kostenaufwand“, findet Oliver Springer, Geschäftsführer des Entsorgungsunternehmens Springer; pro Tonne Verpackungsabfall müsse man mehr als 200 Euro für die Entsorgung berechnen. Insgesamt sei an diesem Müll eher wenig zu verdienen.

Die Firma Nehlsen (Bremen) sortiert die Wertstoffe aus dem Gelben Sack, zuerst grob, nach Größe und Gewicht. Eine Siebtrommel lockert die Verpackungsabfälle auf, und durch unterschiedlich große Sieblöcher fällt das Material auf verschiedene Förderbänder. Ein Magnetabscheider wirft Weißblech und Eisen ab, zum Beispiel Konserven oder Dosen. Über einen Windsichter fliegen leichte Verpackungen, Folien und Tüten, heraus. Ein Infrarot-Gerät erkennt die einzelnen Kunststoffarten wie PP, PE oder PET und trennt diese mithilfe von Druckluft voneinander. Die einzelnen Wertstoffe werden dann zu Ballen gepresst und vermarktet. „Die Stahlindustrie schmilzt beispielsweise das Weißblech ein“, weiß Michael Drost, Pressesprecher von Nehlsen.

Je reiner ein Stoff ist, desto besser lässt er sich zur Verwertung vermarkten, erklärt Springer: „Mischkunststoffe sind eher schlecht für das Recycling, weil man die Materialien nicht mehr auseinander bekommt.“ Das ist zum Beispiel so bei Käse- und Wurstverpackungen. Polypropylen (PP) hingegen sei ein guter Wertstoff, sagt Norbert Völl, Pressesprecher vom Grünen Punkt: „Joghurtbecher und Margarineschalen lassen sich gut verwerten. Daraus entstehen Eimer, Pflanzentöpfe oder Einkaufskörbe.“ Auch der beschichtete Getränkekarton sei einfach zu recyceln, so Völl; ein spezielles Wasserbad trennt die Materialien wieder voneinander.

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Da ergibt es doch Sinn, auch andere Wertstoffe wie Alufolie oder Plastikspielzeug in den Gelben Sack zu werfen? „Eigentlich ist das kein Problem. Allerdings bleiben die Hersteller auf den Kosten zur Entsorgung fremder Produkte sitzen“, entgegnet Springer. Das findet auch Völl: „Den Maschinen ist es egal, ob sie ein Metallauto oder eine Raviolidose recyceln“, erklärt er, „aber dann müssen sich die Kommunen an den Kosten beteiligen.“

Mit der Einführung der Wertstofftonne könnte man dieses Finanzierungsproblem lösen. Die Bürger erkennen die Wertstoffe bereits, die sie in den Müll geben; die „stoffgleichen Nicht-Verpackungen“ erhöhen den Anteil recycelbarer Stoffe. „Der Gesetzgeber sollte auch die Verwertungsquoten erhöhen, um weiter Anreize für das Recycling zu schaffen“, meint Völl.

Nina Janssen Volontärin, 3. Ausbildungsjahr / NWZ-Redaktion
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