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NWZonline.de Region Stadt Oldenburg Wirtschaft

Was laute Warnung bewirkt

21.05.2019
Betrifft: „Warntröte nervt Anwohner schon jetzt“ (NWZ vom 3. Mai), und „Warum die Rottenwarnung so laut ist“; zu den Gleisbauarbeiten auf der Strecke nach Rastede und der Warnung der Bauarbeiter (NWZ vom 11. Mai)

Wegen der derzeitigen Gleiserneuerung lese ich hin und wieder in der NWZ, dass es wegen der Rottenwarnung von den Anwohnern Kritik gibt.

Das erinnert mich an ein grausiges Ereignis im Jahr 1958 in meinem Heimatdorf in Süddeutschland. Wir wohnten etwa 30 Meter von der Bahnlinie entfernt, das war noch zu Zeiten der Dampflok.

Zu der Zeit war eine Rotte Gleisarbeiter mit pressluftbetriebenen Maschinen im Schotter tätig. Die Baustelle befand sich direkt hinter einer Kurve an einem Berghang, weder Rotte noch Lokführer konnten sich sehen.

Zum Schutz der Arbeiter war ein Wachtposten da, der beim Herannahen eines Zuges mit der sogenannten Tröte Warnrufe abgab. Aber, die Hauptwarnung unterblieb, der die Menschen zum Verlassen des Gleiskörpers aufforderte – menschliches Versagen.

Der Zug raste in die Gruppe der Bahnarbeiter. Sieben Menschen fanden einen grausamen Tod, ein Schwerverletzter, ein Überlebender. Das Ausmaß dieses Bahnunglücks auf dem Gleis möchte ich nicht im Detail schildern. Es war jedenfalls schrecklich anzusehen.

Josephine Dirksen
Oldenburg

Die Bahn will ihre Bauarbeiter schützen und installiert dazu an der dicht bebauten und bewohnten Stadtstrecke jeweils Megafone, die bei jedem Zug Lärm mit bis zu 126 dB(A) abgeben. Diese Dinger sind nicht, wie behauptet, alle 500 Meter, sondern sind dicht an dicht, in teilweise 5 Metern Abstand, an den Grundstücksgrenzen der Anlieger aufgestellt. Wer denkt sich sowas aus? Egal, ob man Bauarbeiter oder Anwohner ist, dieser Lärm gefährdet die Gesundheit aller Betroffenen. Der notwendige Schutz der Bauarbeiter kann im Digitalzeitalter ganz bestimmt auch anders gewährleistet werden. Wenn die Bahn jetzt schon ohne Planfeststellungsbeschluss anfangen kann, ihre Güterverkehrsstrecke mitten durch die Wohngebiete zu bauen, sollte sie hier mehr technischen und vor allem menschlicheren Sachverstand bemühen.

Sonst fordert die Stadt später, dass jeder Güterzug mit 150 dB (A) auf der Stadtstrecke die mitgeführten Gefahrstoffe laut vor sich her brüllt, damit alle Bewohner sich davor in Sicherheit bringen können. Wäre die gleiche Logik der derzeitigen Beschallung und genauso unsinnig.

Gerald Werner-Kloth
Oldenburg

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