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NWZonline.de Region Stadt Oldenburg Wirtschaft

Weckruf für stationären Einzelhandel

09.07.2014

Oldenburg Das Internet revolutioniert das Einkaufsverhalten im Einzelhandel. Diese Erkenntnis ist weder neu noch unverständlich. Doch welche Veränderungen bevorstehen und wie sich der stationäre Handel positionieren soll, beschäftigt derzeit die Branche wie kein zweites Thema.

In der Aktion „Kauf hier“ setzt sich die NWZ  mit der Online-Konkurrenz und der Stärkung des klassischen Handels auseinander. Bei einer Podiumsdiskussion am Montag im Medienhaus an der Peterstraße äußerten Fachleute Einschätzungen und diskutierten mit den Besuchern.

Zwei wesentliche Botschaften stellten sich heraus: Der Einzelhandel hat Stärken, mit denen er gegenüber der Konkurrenz aus dem Netz punkten kann. Allerdings muss er sich wandeln. Zweitens wurde deutlich, dass es um ein „sowohl als auch“ von Internet und stationärem Handel geht – nicht um ein „entweder oder“.

Rolf Knetemann empfahl jedem Geschäft, einen Mitarbeiter mit dem Thema Online zu befassen. „Wir müssen uns zwingend mit der Entwicklung befassen“, riet der Hauptgeschäftsführer des Einzelhandelsverbands Nordwest. „Die Jugend ist für den Einzelhandel nicht verloren, wenn er urbane Erlebnisqualität bietet – das heißt, der Kunde kann sehen, hören, riechen und fühlen.“

Für Gabriele Nießen ist klar, dass Kommunen den Rahmen für attraktive Innenstädte setzen müssen. Die Stadtbaurätin sieht aber den klassischen Handel gefordert, die neuen Absatzkanäle für sich zu erschließen („Internet ist eine Herausforderung, keine Bedrohung“). Unerreichbar bleibe die Erlebnisqualität von Städten: „Im Internet kann ich nicht wie beim ,Italiener’ nach dem Einkauf schauen, was in der Tüte ist.“

Pointierter formulierte Lutz Herbst die Aufforderung an die Geschäfte: „Niemand hält die technische Entwicklung auf“, rief der Centermanager von ,Famila’, der als Vorstandsmitglied das City-Marketing Oldenburg vertritt. Einkauf sei nicht nur Tausch von Waren. Es gehe um Bummeln, Reden, soziales Leben. „Wenn wir die Emotionen einspielen, dann haben wir gewonnen.“

Den sozialen Mehrwert für Kunden beim Einkauf unterstrich Hans-Georg Hess, der als Optikermeister aus Eversten nicht nur für die örtliche Werbegemeinschaft sprach. „Die Kunden kommen manchmal vor allem, um zu reden“, hat Hess beobachtet. „Mit den familiären Strukturen bieten unsere Läden eine soziale Drehscheibe.“ Gute Erfahrungen sammelt Hess nach eigenen Worten in der Kooperation mit einem Online-Lizenzpartner.

Diese Zusammenarbeit ist auch nach Überzeugung von Thorsten Brendel für den klassischen Handel interessant. „Nicht jeder Händler braucht einen eigenen Online-Shop“, sagte der Internet-Experte, der mit seinem Unternehmen Vicotec Händler im Online-Handel berät. Entscheidend sei die Frage: Wie komme ich an meine Kunden?

Moderator Thorsten Kuchta, stellvertretender Leiter der NWZ -Stadtredaktion, hatte zu Beginn des Abends ein provokantes Zitat von Zalando-Gründer Oliver Samwer vorgelesen: „Geschäfte sind Mittelalter. Sie wurden nur gebaut, weil es kein Internet gab.“ Die Podiumsdiskussion machte den Besuchern deutlich, dass der Internet-Pionier den Abgesang auf den stationären Handel möglicherweise zu früh angestimmt hat. ->

Christoph Kiefer
Redaktionsleitung
Redaktion Oldenburg
Tel:
0441 9988 2101

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Vicotec | Zalando

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