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NWZonline.de Region Stadt Oldenburg Wirtschaft

Eine Million Euro Defizit: Weser-Ems-Halle rutscht in Schieflage

19.09.2016

Oldenburg Die Weser-Ems-Halle steckt in finanziellen Schwierigkeiten. Prüfer haben erhebliche Abweichungen zwischen dem Wirtschaftsplan und der tatsächlichen Geschäftsentwicklung aufgezeigt. Das bestätigte Oberbürgermeister Jürgen Krogmann auf Anfrage der NWZ .

Der Wirtschaftplan 2016 werde „aktualisiert“, kündigte Krogmann am Wochenende gegenüber der NWZ  an. Die Stadt als Gesellschafterin müsse kurzfristig etwa eine Million Euro zuschießen, um die Liquidität zu sichern. Mit Blick auf die weitere Entwicklung seien „andere Strukturen“ erforderlich. Die Schieflage sei bei einer von der neuen Geschäftsführung in Abstimmung mit der Stadt veranlassten Prüfung aufgefallen. Der Finanzausschuss kommt am Montag, 26. September, außerplanmäßig im großen Saal des PFL zusammen. Um 15.30 Uhr beginnt eine nichtöffentliche Sitzung. Im Anschluss steht die Bewilligung von Mehraufwendungen in Höhe von 838.847 Euro auf der Tagesordnung (öffentlich).

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Kritische Fragen

Dem Vernehmen nach gehen die Probleme auf eine zu optimistische Prognose der Auslastung der großen Arena zurück. Das 27,5 Millionen Euro teure Vorzeige-Projekt war 2013 mit viel Beifall eröffnet worden und soll neue Vermarktungschancen eröffnen.

Bereits in den Vorjahren seien die Prognosen verfehlt worden, heißt es. Besondere Risiken berge der Plan für 2016, den noch der damalige Hallen-Chef Jan-Axel Wartemann und der frühere kaufmännische Leiter Hendrik Upgang erstellt hatten. Wartemann ist Ende 2015 in den Ruhestand gewechselt. Upgang hat die Hallen-Gesellschaft inzwischen verlassen, nachdem sich die Gesellschafterversammlung gegen den von Wartemann favorisierten Upgang als Nachfolger ausgesprochen hatte.

Die Wirtschaftspläne seien ordnungsgemäß geprüft worden, berichten Insider. Die Probleme seien erst durch die zusätzliche Prüfung unter der neuen Geschäftsführung aufgefallen. Wie die NWZ  erfuhr, wurden die Ratsvertreter vergangene Woche im nichtöffentlichen Teil der Finanzausschusssitzung informiert.

Als unklar gilt, wie es zu den unzutreffenden Prognosen kam. Dem Vernehmen nach lässt die Stadtverwaltung prüfen, ob handwerkliche Fehler zugrunde liegen oder ob bewusst Risiken verschleiert werden sollten.

Christoph Kiefer Chefreporter / Reportage-Redaktion
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