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NWZonline.de Region Stadt Oldenburg Wirtschaft

Knapp 100 Euro fürs kleine Geschäft

08.10.2016

Oldenburg Man schaut ja ungern genauer hin – in diesem Fall aber stehen die so genannten „Wildpinkler“ wieder vermehrt im Fokus: Wie bei allen anderen Veranstaltungen mit erhöhtem Alkoholkonsum werden auch zum Kramermarkt wieder deutlich mehr absichtliche Flüssigkeitsverluste an Hauswänden, hinter parkenden Autos oder in der Botanik verzeichnet. Beschwerden gibt es immer wieder. Der unschöne Anblick ist das eine, Geruch oder Hygienefragen das andere.

„Konsequent gehen wir dagegen vor“, sagt beispielsweise Daniel Hunfeld von der Bundespolizei. Denn gerade im Nahbereich des Bahnhofs häufe sich derzeit das unangenehme Treiben. Wird ein Wildpinkler auf frischer Tat erwischt, kostet ihn das schon mal zwischen 25 und 50 Euro Bußgeld. Klingt viel, ist aber noch vergleichsweise wenig – der Eisenbahnbetriebsordnung sei Dank. Günstiger haben es Notdürftige nur noch auf der Bahnhofstoilette. Dort zahlen sie einen Euro, bekommen aber einen 50-Cent-Gutschein zurück – vielleicht ja fürs nächste Getränk ...

Im restlichen Stadtbereich wird es hingegen richtig teuer: 98,50 €Euro (70 Euro Bußgeld plus 28,50 Euro€ Gebühren) werden hier laut Ordnungsamt fällig. Es könnte doch ein schöner Ausfluss fürs Stadtsäckel sein, wenn es nicht a) so unangenehm und b) derart schwer zu kontrollieren wäre. „Wir können unsere Kollegen nicht an allen Ecken aufstellen und warten lassen“, so Polizeisprecher Stephan Klatte. Dem „Deutschen Wildpinkler Verwarn- und Bußgeldatlas“ von 2014 (Adamus-Erhebung) entsprechend, liegt Oldenburg mit diesem Kurs im oberen Drittel. Zum Vergleich: In Hannover werden „Urinierer“ ab 5 Euro zur Kasse gebeten, in Berlin werden 20 Euro fällig. Der Erstverstoß in Heidelberg kostet 50 Euro, bei wiederholt schwacher Blase sind’s 70 Euro. Bis zu 5000 Euro werden in Karlsruhe fällig – und in Bremerhaven gibt’s gar einen Alkohol-Bonus. Sprich: Wer dringend muss, aber nicht getrunken hat, zahlt 25 Euro. Wer hingegen berauscht und fahrlässig handelt, ist mit 70 Euro dabei.

Helmut Mondorf, Sprecher der Schausteller auf dem Kramermarkt, sieht auf dem Festgelände selbst kaum Probleme, relativiert allerdings auch: „Dass es passiert, will ich gar nicht abstreiten – aber gerade bei älteren Menschen kann es häufiger der Fall sein.“ Um schwachen Blasen Erleichterung zu verschaffen, habe man „überall Toilettenwagen stehen“. Und die dort zu entrichtenden 50 Cent seien schließlich deutlich günstiger als das städtische Bußgeld.

Marc Geschonke
Redakteur
Redaktion Oldenburg
Tel:
0441 9988 2107

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