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NWZonline.de Region Stadt Oldenburg Wirtschaft

„Wir streiken nicht für uns, sondern für Andere“

25.06.2015

Oldenburg Vor dem Briefzentrum Tweelbäke tut sich momentan nicht viel. Keine gelben Postautos verlassen die Einfahrt, um Briefe zuzustellen. Grund dafür ist der Streik der Mitarbeiter seit rund zwei Wochen. Dennoch ist das Gelände nicht komplett verwaist.

Vor der Zufahrt haben sich links und rechts mehrere Streikende postiert. Zwei Pavillons in unterschiedlichen Farben dienen als Unterkunft – einer weiß-blau, der andere rot-gelb.

Grund dafür sind zwei Gewerkschaften, die sich für die Rechte der Arbeitnehmer einsetzen. Zum einen ist das der Gewerkschaftsriese Verdi, zum anderen die deutlich kleinere Kommunikationsgewerkschaft DPVKom, die aus dem Deutschen Postverband (DPV) hervorging.

Die Ziele sind in etwa die selben: „Wir streiken ja nicht für uns“, betonte Postmitarbeiter Rolf Groth am Mittwoch. „Wir streiken für die Arbeiter der Fremdfirmen. Diese sollen die gleichen Löhne wie wir erhalten. Das Ziel leuchtet ein. Ulrich Dierking vom Betriebsrat erklärt: „Wenn man zum Beispiel Paketzustellern, die für die Firma Delivery arbeiten, weiterhin weniger Geld bezahlt als uns, werden die uns irgendwann ersetzen.“

Dierking betont, dass der Streik nicht dem Ziel dient, mehr Geld zu verlangen und weniger zu arbeiten. „Wir wehren uns lediglich gegen das geplante Finanzierungsmodell, mit dem die Post mehr Gewinne erwirtschaften will. Abbau fair bezahlter Arbeitsplätze bei der Post AG und Aufbau schlecht bezahlter Arbeitsplätze bei den Töchtern werden wir nicht einfach so hinnehmen.“

Wie sich die Deutsche Post den Streikenden gegenüber verhalte, kann Dierking nicht nachvollziehen. „Die Post hat schon immer gestreikt. Aber etwas derartiges habe ich noch nicht erlebt“, sagt er. „Bis jetzt wurde auf keine Forderung eingegangen. Es besteht keinerlei Gesprächsbereitschaft.“ Auf der anderen Seite der Zufahrt, bei der DPVKom, denkt man ähnlich. Tina Kock ist Beschäftigte im Briefzentrum und hat sich für eine Mitgliedschaft in der kleinen Gewerkschaft entschieden. „Hier ist es familiärer. An meinen Gewerkschaftssekretär kann ich mich jederzeit wenden“, so Kock.

Wie lange der Streik dauert, ist offen. Das Briefzentrum sammelt und verteilt Briefe und Pakete aus der Region. Da ein Teil der Mitarbeiter verbeamtet ist und nicht streikt, wird ein Teil der Sendungen trotz des Streiks bearbeitet.

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