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NWZonline.de Region Stadt Oldenburg Wirtschaft

Wo ein Blätterdach vor Hitze schützt

11.06.2014

Oldenburg Gerade in diesen heißen Sommertagen entfaltet das Eversten Holz einen verlockend kühlen Charme: Der oft unterschätzte Park mit 13 Eingängen und dem Charakter eines Waldes inmitten der Stadt bietet Schatten und an der Bäke ein leicht mooriges Aroma. Unter den Wipfeln der alten Buchen und Eichen fühlen sich Jogger und Spaziergänger gleichermaßen wohl. Blicken sie in die Höhe, sehen sie eine Farbe in tausend Schattierungen: Grün. Vom tiefsten Tannengrün der Eiben über ein Graugrün der Ebereschen bis hin zum lichten Buchenblatt. 22 Hektar misst das unter Schutz stehende Areal, das andere Qualitäten bietet als der Schlossgarten, aber auch zum Wirkungskreis von dessen Chefin Trixi Stalling zählt.

Inzwischen untermauern zwei Studien die Besonderheit dieses Parks als Naherholungsgebiet für Spaziergänger, junge Familien und Sportler, die jüngst beim Brunnenlauf die Qualität der Wege zu schätzen wussten. Ohne die Mitglieder des Lauftreffs vom TuS Eversten und die Freunde des Eversten Holzes würden Jogger wohl noch immer über das ein oder andere Loch stolpern. Und so hofft Dieter Börner, Vorsitzender des Vereins, dass dem Park auch bei Stadt und Politik mehr Aufmerksamkeit gewidmet wird. Der 2008 gegründete Verein Freunde des Eversten Holzes zählt inzwischen 170 Mitglieder und hat sich zum Ziel gesetzt, „dass unsere Bürger sich dort wohlfühlen“.

Dazu zählt etwa, dass sie sich auf Bänken erholen können. 52 davon stehen an den Wegen zur Auswahl, 28 davon mit Rückenlehnen. „Da sind wir nach Lüneburg gefahren und haben uns das Modell dort abgeschaut“, berichtet Börner.

Eine Idee von der Historie dieses Waldes mit offenen Sichtverbindungen bekommt man, wenn man sich einmal direkt in die Mitte an die Haupttraverse zum Wege-stern setzt, der ursprünglich sogar einmal zehnstrahlig angelegt war.

Nach der jüngsten Studie, die im März Studierende der Leibniz-Universität Hannover vorgelegt hatten (NWZ  berichtete), wurde das Eversten Holz erstmals im 15. Jahrhundert erwähnt. Drei Phasen werden bei der Entwicklung unterschieden: unterschiedliche Eigentümer und Nutzungen bis 1773. Die zweite Phase bis 1918 wird „Vom Jagdbusch zur öffentlichen Grünanlage“ betitelt, die maßgeblich von Friedrich August und Peter Friedrich Ludwig geprägt wurde. Die jüngste, bislang 100 Jahre dauernde Phase, da sind sich alle Fachleute einig, bedarf der Überarbeitung.

Ein Arbeitskreis entwickelt ein neues Nutzungskonzept. Schon eine neue Fasson hat die Liege- und Spielwiese, auch wenn sie noch mehr Gäste vertragen würde. Die drei Sitzgruppen haben die Freunde des Eversten Holzes sich in Klagenfurt abgeschaut und dann selbst gebaut, um Kosten zu sparen.

Traurig ist Börner, dass wieder so viele Nistkästen zerstört wurden (NWZ  berichtete). 140 davon hat man gemeinsam mit dem Naturschutzbund (Nabu) aufgehängt, damit Höhlenbrüter eine Heimat finden. Buntspechte hämmern sich ihre selbst.

Fröhliches Treiben herrscht auf dem Spielplatz am Ausgang des Everster Marktplatzes. Hier fühlen sich junge Familien wohl. Und damit die Verbindung zu den Hundebesitzern klappt, gibt es an den Eingängen Tütenspender. 65 000 wurden da 2013 durchgeschoben.

Sabine Schicke
stv. Redaktionsleitung
Redaktion Oldenburg
Tel:
0441 9988 2103

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