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NWZonline.de Region Stadt Oldenburg Wirtschaft

Nur „Verschnaufpause“ bei Suche nach Unterkünften

14.04.2016

Oldenburg Entspannt? Das Wort geht Daniel Stellmann schwer über die Lippen. Wenn der Sprecher der Koordinierungsstelle für Flüchtlinge an die vergangenen Monate denkt, den Kraftakt, all die hilfesuchenden Menschen irgendwo in der Stadt unterzubringen, gerät er immer noch in Stress.

Daran ändern auch die derzeit rückläufigen Zahlen ankommender Asylbewerber, die am Dienstagabend im Ausschuss für Migration und Integration vorgestellt wurden, nichts. „Der deutliche Rückgang“, fasste Sozialdezernentin Dagmar Sachse zusammen, sei auf die geschlossenen Balkanroute zurückzuführen. „Das verschafft uns eine kleine Verschnaufpause.“

Ausruhen mag sie sich darauf nicht: „Wir können nicht absehen, wie es weitergeht.“

Nach Angaben der Verwaltung ist derzeit von einer Zuweisung von 70 bis 80 Menschen im Monat auszugehen. Zu Beginn des Jahres benötigten den Angaben zufolge zeitweise bis zu 400 Menschen monatlich eine Unterkunft in Oldenburg. Die Verwaltung hält sich bedeckt mit Aussagen zu den Folgen für den Platzbedarf. „Solange das Innenministerium nichts anderes sagt, werden wir keine Einrichtungen auflösen – sonst stehen wir wieder vor einem kaum zu bewältigenden Ansturm“, sagte Dagmar Sachse.

Zahlen und Fakten für Oldenburg

Die Gesamtquote zugewiesener Flüchtlinge liegt für Oldenburg bei 3521 Menschen. Offen sind 709.

Die Zuweisungen haben sich seit Februar (161 Menschen) über März (81) bis April (20) verringert.

Überfüllte Sammelunterkünfte gibt es keine mehr. Einzige Ausnahme ist die Einrichtung an der Alexanderstraße mit 218 Belegungen – zur Verfügung stehen 180 Plätze. Einige Standorte sind bis zur Kapazitätsgrenze ausgenutzt, Notunterkünfte nicht mehr. Die 100 Plätze in der Sporthalle auf dem Fliegerhorst sind unbelegt.

Dezentral in privaten, meist von der Stadt angemieteten Wohnungen sind 666 Menschen untergebracht. Darunter 166 Kinder. 38 unbegleitete, minderjährige Flüchtlinge wurden vom Jugendhilfezentrum in Obhut genommen.

In Sammelunterkünften leben 963 Menschen. 261 könnten ausziehen, da ihr Asylantrag bewilligt wurde oder sie einen Aufenthaltstitel haben.

Dennoch wirkt sich der Rückgang auf die Quartiersuche aus. So verzichtet die Stadt darauf, weitere Gewerbeimmobilien anzumieten. Auch laufende Arbeiten an einigen Objekten werden eingestellt, ist zu hören. Nicht weiterverfolgt werden demnach Pläne, zwei Gebäude auf dem Fliegerhorst für 200 Menschen herzurichten. Die Sporthalle auf dem Fliegerhorst, die seit einem Jahr als Notunterkunft dient und nur als Provisorium gedacht war, wird aufgegeben. Die Flüchtlinge sind von dort bereits an den Standort Georg-Bölts-Straße umgezogen. Die Unterkunft alte BBS 3 an der Willersstraße schließt planmäßig Ende Juni. Wie zu hören ist, lässt die Stadt auch die Hallen im Gewerbegebiet Tweelbäke, die dem Klinikum gehören, nicht als Flüchtlingsquartiere ausbauen. Ob auch die Unterkunft in Etzhorn (bei Firma Munderloh) nicht benötigt wird, lässt die Stadt offen.

Hintergrund: So leben Flüchtlinge in Oldenburg

Immobilieninhaber verhielten sich gegenüber der Stadt kooperativ, berichtete Dagmar Sachsen im Ausschuss. Direktvermietungen liefen jedoch schleppend. Hier sei großer Bedarf, da etliche Asylanträge bereits bewilligt wurden, die Menschen also in Oldenburg bleiben könnten – die Anerkennungsquote sei überdurchschnittlich hoch. Migranten mit Aufenthaltstitel würden mehr.

Die Stadt sei nun verstärkt auf Wohnungssuche. Gerade Familien solle ein rascher Auszug aus den großen Einrichtungen ermöglicht werden, sagt Dagmar Sachse.

Entspannen kann und will sich die Stadträtin also ebenso wenig wie ihr Mitarbeiter Daniel Stellmann. Besser schlafen kann sie aber mit dem Wissen, „den Menschen endlich richtige Betten bieten zu können“.

Lea Bernsmann Redakteurin / Redaktion Oldenburg
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Christoph Kiefer Redaktionsleitung / Redaktion Oldenburg
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