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NWZonline.de Region Stadt Oldenburg Wirtschaft

Gründer: Zellen verraten ihre Geheimnisse

02.11.2012
NWZonline.de NWZonline 2015-07-23T19:39:27Z 280 158

Gründer:
Zellen verraten ihre Geheimnisse

Oldenburg Frédéric Laager (30) erklärt sein Geschäft gern mit einer Kartoffel. Der Biophysiker kann die Knolle mit einem optischen Scanner beispielsweise auf Pestizidbelastung untersuchen, ohne sie zu schälen oder zu zerstückeln – allein durch die Messung der Lichtemission von angeregten Zellen. Das ist neu. „Superlab“ heißt denn auch das Unternehmen, das er mit den Informatikern Nils Raning und Boris Matti und dem Investmentbanker Laurent Guyard im TGO ins Laufen bringt.

„Superlab“ vielleicht auch, weil das Portfolio der Untersuchungsmöglichkeiten weit über die Ernährungsindustrie hinausgeht (wenngleich die in Niedersachsen viele Kunden verspricht). Die Technologie, die Laager bei seinem Masterstudium in Seoul (Südkorea) kennenlernte, spürt nach seinen Angaben die Veränderungen des Proteincocktails in Zellen auf. Ist der Fingerabdruck eines Vorgangs ermittelt, lasse er sich bis in eine Messtiefe von drei Zentimetern sicher wiedererkennen.

Zurzeit laufen bei „Superlab“ Serienuntersuchungen, deren Messprotokolle in eine Datenbank eingespeist werden. Daraus kann sich dann die Software des Scanners für die Ergebnisauswertung bedienen. Hier sieht Laager auch Geschäftschancen in der Forschung: „Wir können etwa die Entwicklung bestimmter Zellkulturen automatisch überwachen und Alarm auslösen, wenn sich etwas verändert, die Zellen etwa nicht ausreichend ernährt werden.“ Die Automatisierung komme Forschern entgegen, die schnell publizieren möchten, aber auch pharmazeutischen Laboren.

In der medizinischen Diagnostik sieht Laager ein mögliches weiteres Geschäftsfeld. Die Erkennung von Hautkrebs etwa sei durch das System zu leisten. Und eine Unterstützung von Chirurgen bei Krebsoperationen. Eine „Superlab“-Applikation könne etwa bei der Entscheidung helfen, wie weit geschnitten werden muss, um Tumore komplett aus dem umliegenden gesunden Gewebe zu entfernen.

Zunächst aber fokussieren sich die Gründer auf die Kartoffel. „Wir sind mit Vertretern der Ernährungswirtschaft im Gespräch über konkrete Projekte“, sagt Laager. Für die weitere Entwicklung sei man auf der Suche nach Kapitalgebern (was die Involvierung des Bankers Guyard erklärt).

Laager, der aus Delmenhorst nach Oldenburg zog – aus persönlichen Gründen – und nun über die Möglichkeiten des TGO schwärmt, hofft zurzeit auf eine internationale Auszeichnung für sein Unternehmen. Im Gründerwettbewerb „Get in the Ring“ des Business-Angels-Netzwerks landete „Superlab" auf Platz zwei. Nun geht es in einer Online-Abstimmung darum, wer von den drei Halbfinalisten beim Finale in Rotterdam dabei sein wird.

Wer „Superlab“ unterstützen will, kann das noch hier erledigen:


     www.gitr.nl/super-lab/