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NWZonline.de Region Stadt Oldenburg Wirtschaft

Zentrales Wohnen birgt viele Vorteile

13.12.2008

Auszug aus der Chronik der Firma Isensee

Das Unternehmen wird 1892 von Heinrich Karl Adolf Isensee gegründet. Isensee war 1891 nach einer Schriftsetzerlehre in Schöningen (Braunschweiger Land) nach Oldenburg gekommen.

1902 wird die in Konkurs gegangene Druckerei Winter&Meschett gekauft, der Betrieb zieht in die Kurwickstraße.

1907 übernimmt Ehefrau Anna Maria Isensee einen Einzelhandel mit Papier und Schreibwaren.

1920 leitet Heinrich Oskar Adolf Isensee das Geschäft, Ehefrau Lydia übernimmt ein Jahr später die Leitung des Einzelhandels.

Eine Rotationsmaschine und sieben Setzmaschinen werden 1932 aufgestellt.

Der Umzug in die Haarenstraße 20 erfolgt 1945, Tochter Ingeborg Isensee leitet den Einzelhandel.

1952 übernimmt Dieter Otto Gerhard Isensee die Druckerei.

Das Druckereigebäude wird 1959 um- und mit der Burgstraße 17/18 ausgebaut und erweitert. Ehefrau Hildegard Isensee übernimmt 1962 den Einzelhandel.

Die technische Produktion wird auf Fotosatz und Offsetdruck umgestellt. 1982 gründet Hildegard Isensee die Modeabteilung.

1986 wird an der Burgstraße neu gebaut Der Holzberg Verlag und die Buchhandlung Holzberg werden übernommen.

1994 wird die Florian Isensee GmbH mit Florian Isensee als geschäftsführendem Gesellschafter und Hildegard Isensee gegründet. Andreas Isensee entwirft, plant und leitet den Umbau des Vorderhauses.

Ehefrau Christiane Isensee, geb. Harpenau, übernimmt 1997 die Leitung des Einzelhandelsgeschäfts und wird Gesellschafterin der GmbH.

Das Haus wurde Mitte des 19. Jahrhunderts gebaut. Zunächst war es ein Hotel mit Suiten.

Von Thomas Husmann

Innenstadt Leben wie im Mittelalter: Der Handwerksbetrieb im Erdgeschoss, in den Etagen darüber die Wohnung. Einen plastischen Vergleich wählt Verleger Florian Isensee (41), um seine Lebensumstände und die seiner Familie zu beschreiben.

Im Gegensatz zum beschwerlichen Leben im Mittelalter genießt er es aber sehr, mit seiner Ehefrau Christiane (38) und den Kindern Florentine (10), Christoffer (9) und Maximilie (5) zentral in der Innenstadt zu wohnen. Die Wohnung und das Haus atmen Geschichte. „Es ist eines der wenigen klassizistischen Bauten in der Innenstadt. Entstanden ist es Mitte des 19. Jahrhunderts als Nobelhotel mit Suiten“, sagt Florian Isensee, der die meiste Zeit seines Lebens in dem Haus verbracht hat. Von 1967 bis 1973 lebte er dort mit seinen Eltern, zog mit ihnen und seinen Geschwistern nach Sandkrug, kehrte 1982 zurück an die Haarenstraße, studierte von 1987 bis 1992 Betriebswirtschaftslehre in Saarbrücken und Frankfurt und ließ sich schließlich 1992 endgültig an der Haarenstraße nieder.

Ehefrau Christiane, eine gebürtige Holdorferin, lernte er 1993 kennen. „Die Liebe zwischen uns entflammte allerdings erst zwei Jahre später“, erinnert sie sich. Die beiden zogen 1996 in der Wohnung zusammen – mit getrennten Adressen, Burgstraße 17, Haarenstraße 20. „Die katholischen Eltern von Christiane in Holdorf waren beruhigt“, erinnert sich Florian Isensee schmunzelnd. 1997 wurde geheiratet, und die älteste Tochter Florentine kam 1998 zur Welt.

Die Wohnung ist hübsch eingerichtet, das Interieur erinnert an die Einrichtung der Geschäftsräume. Viel Holz, warme Farben, alles wirkt sehr gemütlich. Der Blick aus den Fenstern geht in die Auslagen des gegenüberliegenden Schuhgeschäftes und aufs Theater beziehungsweise die Lambertikirche.

Die Kinder besuchen den Kindergarten an der Blumenstraße, die Wallschule und die Cäcilienschule. „Alles ist leicht zu Fuß oder mit dem Rad zu erreichen. Für uns und die Kinder ein unschätzbarer Vorteil“, wissen die Eheleute. Auch ansonsten bietet das zentrale Wohnen viele Vorteile. Christiane Isensee vermisst einen Balkon oder eine Dachterrasse, auch wenn es hinter dem Haus einen kleinen sehr grünen Garten gibt.

Zur 190 Quadratmeter großen Wohnung gehört ein Anbau, der 1986 hochgezogen wurde und mit einem Gang im Obergeschoss an den Altbau angeschlossen ist. Die Zimmer sind – bis auf Küche und Wohnzimmer – eher klein. Die Wohnung ist verschachtelt, es geht treppauf treppab mal in den dritten, mal in den zweiten Stock. Fremde verlieren da leicht die Orientierung. Eigentlich kein Problem, nach unten führen nämlich zwei Wege.

Die Küche mit einem großen Esstisch befindet sich auf der zur Haarenstraße zugewandten Seite. Am Tisch finden viele Platz. „Einmal in der Woche ist Spieleabend mit Freunden“, verrät Florian Isensee, der leidenschaftlicher Gesellschaftsspieler ist und sogar schon eigene Spiele entworfen hat. Auf der Spielemesse in Essen hat er sie vorgestellt und mit Erfolg verkauft. Darauf ist er stolz: „Obwohl ich ein Niemand bin, wurde ich dort wahrgenommen“, freut sich Florian Isensee. Die einstige Szenemesse hat sich zu einem Publikumsrenner mit 150 000 Besuchern entwickelt.

Doch nicht nur Gesellschaftsspiele sind sein Steckenpferd. Florian Isensee ist begeisterter Fußballfan und Anhänger von Eintracht Frankfurt. Isensee: „Das resultiert aus meiner Studienzeit in Frankfurt.“ Mit Ehefrau Christiane teilt er die Liebe zum Basketball und ist regelmäßig bei den EWE Baskets.

Probleme haben Isensees nicht damit, in einem Haus zu wohnen in dem sie auch arbeiten. „Wenn ich den Laden abschließe, ist auch für uns Feierabend“, verrät der 41-Jährige.

Die Angestellten gehören praktisch zur Familie. Wenn die Kinder aus der Schule kommen, gehen sie durchs Geschäft in die Wohnung und werden oft unten erst mal von den Verkäuferinnen empfangen. „Unser Familienleben ist öffentlich“, räumt Christiane Isensee ein, die neben der Familienarbeit beruflich den Einzelhandelsbereich des Unternehmens leitet.

Mit ihrem Leben mitten in der Innenstadt sind Florian und Christiane Isensee zufrieden, auch wenn die Geschäfte nur Zeit für einen zehntägigen gemeinsamen Familienurlaub zulassen. „Dann fahren wir im Sommer in ein Hotel mit vielen Sportmöglichkeiten in Österreich“, sagt der Verleger. Für die Zukunft hat er noch große Pläne, er möchte den Standort an der Burgstraße erweitern und ausbauen. Florian Isensee: „Aufgabe, Vorstellung und Ziel ist es, das Unternehmen an die nächste Generation zu übergeben.“

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