• Jobs
  • Immo
  • Auto
  • Kleinanzeigen
  • Trauer
  • Hochzeit
  • Guide
  • Shop
  • Tickets
  • nordbuzz
  • Fußball
  • Werben
  • Kontakt
 
NWZonline.de Region Stadt Oldenburg Wirtschaft

Energiepolitik: Ziel: Vollversorgung mit „Erneuerbaren“

03.06.2011

OLDENBURG Der Ausstieg aus der Kernenergie ist beschlossene Sache. Wie die Stromlücke geschlossen werden soll, ist allerdings noch nicht klar. Denn es gibt sehr unterschiedliche Ansätze. Während die eine Seite auf dezentrale Stromerzeugung und lokale Verbrauchernetze setzt, baut die andere auf große Offshore-Windparks, die größtenteils von Stromkonzernen gebaut und betrieben werden. Das wiederum würde nach Berechnungen der Deutschen Energieagentur (Dena) fast 4500 Kilometer neue Höchstspannungsleitungen erfordern, die den Strom von den Anlagen in der deutschen Bucht zu den Ballungsräumen im Westen und Süden transportieren. Zurzeit beraten die Parteien unter Hochdruck eine Neufassung des Erneuerbare Energien-Gesetzes (EEG), das erste Weichen für den künftigen Kurs stellen wird. Die Kontroverse darum beherrschte die Mitgliederversammlung des Oldenburger Energieclusters (Olec) am Mittwoch im Bundestechnologiezentrum für Energie- und Informationstechnik (bfe).

Land will weniger Abstände

Stefan Birkner, Staatssekretär im Umweltministerium in Hannover, ging in seinem Vortrag vom Szenario der großen Offshore-Windparks aus und befasste sich vor allem mit der Frage, wie für die dann nötigen neuen Stromleitungen Akzeptanz geschaffen werden könne. Zudem teilte er mit, dass das Land sich für eine schnelle Auflage eines Sonderkreditprogramms des Bundes für Offshore-Anlagen einsetze: „Das geht zu langsam voran.“ Es geht um Darlehen von insgesamt fünf Milliarden Euro. Pauschalen Abstandsregelungen des Landkreistags für Windparks an Land sagte er den Kampf an. „Das Land wird sie eventuell mit einem eigenen Erlass aufheben“, sagte er. Es müsse von Fall zu Fall individuell entschieden werden. Gleichzeitig sollten die Kommunen die Probleme vor Ort lösen – Oldenburg etwa die Konflikte um die Solaranlage Fliegerhorst oder den geplanten Windpark am Bornhorster See.

Offshore bevorzugt?

Teelke Oldermann vom Windanlagenhersteller Enercon mahnte die Regierung, den Entwurf zur Neuregelung des EEG zu überdenken. Er bevorzuge große Lösungen auf See. Windparks an Land würden hingegen von einer schnelleren Senkung der Einspeisevergütung benachteiligt: „1000 Megawatt installierte Leistung an Land stehen auf der Kippe“, sagte sie. Auch Solarstrom und kleinere Biogas-Anlagen würden schlechter gestellt. Dabei, so Oldermann, „müssen wir die Talente der unterschiedlichen regenerativen Energien besser bündeln – wir brauchen sie alle.“ Während Windenergie günstig erzeugt werden könne, decke Solarenergie den höheren Tagesbedarf – und Biogas fülle die Lücken, die bei Flauten und Dunkelheit entstehen. „Nur so kommen wir zur Vollversorgung.“ Zudem müssten Speichertechnologien gefördert werden.

bfe-Direktor Thorsten Janßen, gleichzeitig Mitglied im Olec-Vorstand, sieht das Bündnis in der Pflicht: „Wir müssen zeigen, wie man die Talente bündelt.“ Gleichzeitig bot er den über 50 Unternehmen im Olec an, mit den vorhandenen Kompetenzen die für 2012 anstehende energetische Sanierung des bfe-Gebäudes an der Donnerschweer Straße zu einem Modellprojekt zu machen.

Politik uneins

Die politische Dimension der Debatte machte ein Podium deutlich, das vom Radio-Bremen-Fernsehjournalisten Andreas Neumann moderiert wurde. Während die FDP-Bundestagsabgeordnete Angelika Brunkhorst die Ziele für den Ausbau der erneuerbaren Energien in der Gesetzesnovelle zumindest ausreichend nannte („wenn es schneller geht, geht es eben schneller“), kritisierte Dorothea Steiner (Grüne), dass zu geringe Förderung den Ausbau stoppe. Der Landtagsabgeordnete Rolf Meyer (SPD) vermisste kommunale und dezentrale Ansätze im Gesetz, während sein Landtags-Kollege Axel Miesner von der CDU insbesondere den Erhalt des Industriestandorts Deutschland in den Fokus der Energiepolitik stellte.

Thorsten Kuchta stv. Redaktionsleitung / Redaktion Oldenburg
Rufen Sie mich an:
0441 9988 2102
Meine Themen: Verpassen Sie keine für Sie wichtige Meldung mehr!

So erstellen Sie sich Ihre persönliche Nachrichtenseite:

  1. Registrieren Sie sich auf NWZonline bzw. melden Sie sich an, wenn Sie schon einen Zugang haben.
  2. Unter jedem Artikel finden Sie ausgewählte Themen, denen Sie folgen können.
  3. Per Klick aktivieren Sie ein Thema, die Auswahl färbt sich blau. Sie können es jederzeit auch wieder per Klick deaktivieren.
  4. Nun finden Sie auf Ihrer persönlichen Übersichtsseite alle passenden Artikel zu Ihrer Auswahl.

Ihre Meinung über 

Hinweis: Unsere Kommentarfunktion nutzt das Plug-In „DISQUS“ vom Betreiber DISQUS Inc., 717 Market St., San Francisco, CA 94103, USA, die für die Verarbeitung der Kommentare verantwortlich sind. Wir greifen nur bei Nutzerbeschwerden über Verstöße der Netiquette in den Dialog ein, können aber keine personenbezogenen Informationen des Nutzers einsehen oder verarbeiten.