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NWZonline.de Region Stadt Oldenburg Wirtschaft

Zu Hause schmeckt’s am besten

17.02.2014

Oldenburg Mit Appetit war man am Wochenende in der VHS an der Karlstraße genau richtig: Es ging ums Essen und Trinken bei der Regionalmesse Aufgetischt. Mehr als 30 Aussteller aus der Region zeigten an zwei Tagen, dass für genussvolle Ernährung keineswegs weite Wege nötig sind – weder für den Koch, noch für die Zutaten.

Entscheidend an der Beweisführung zu dieser Behauptung beteiligt waren die Köche, die mit ihren kreativen Zubereitungsideen direkt vor Ort die Gaumen der 1200 Besucher herausforderten. In der VHS-Küche zeigten die Dozenten in verschiedenen Workshops zum Beispiel, wie man auch ohne Fleisch Schmackhaftes zubereiten kann. „Viele trauen sich da gar nicht heran und haben oftmals Vorurteile gegen Tofu“, erzählte Sabine Ehlts, die Kurse im vegetarischen Kochen anbietet. Daher versuchte sie, die Gäste mit leckeren fleischlosen Brotaufstrichen zu überzeugen, „die man in ein bis zwei Minuten selbst zubereiten kann“.

Ganz vom Fleischverzehr ablassen mochte Jörn Martens mit seiner Familie nicht. „Aber wir wollen weniger und dafür hochwertigeres Fleisch essen.“ Er sei viel unterwegs und der Anblick von zusammengepferchten Schweinen und Rindern in Transportern auf der Autobahnraststätte habe ihm klar gemacht, dass man zurück zu einer anderen Form der Ernährung kommen müsse, meinte der Familienvater.

Es sind solche Gedanken, die die Organisatoren der Messe anstoßen wollen. Die Resonanz dafür sei erfreulich groß, so Antje Schmidt-Kunert und Jana Blaney von der VHS. Dies zeigte zum Beispiel die große Zahl an Spitzenköchen aus Restaurants aus der Region, die beim Schaukochen an beiden Messetagen ihre Ideen für regionale Küche an die Besucher weitergaben. „Die machen das alle ehrenamtlich“, betonte Schmidt-Kunert.

Ebenfalls wohl auf der Messe fühlten sich die Aussteller. Hofläden waren ebenso dabei wie Metzger, Käsereien oder Anbieter von Spezialitäten wie Essig oder Brotaufstrichen. Zum Teil ist es für solche kleinen Produzenten gar nicht einfach, Personal für eine Messepräsentation abzustellen. „Daher ist noch Potenzial an Ausstellern da“, sagte Blaney. Und Schmidt-Kunert ergänzte: „Wir hoffen, dass wir im nächsten Jahr eine Etage mehr füllen können.“

Netzwerke unter den Erzeugern könnten bei der öffentlichen Darstellung helfen. Für solche Gespräche soll die Messe ebenfalls den Boden bereiten. Darüber wurde auch bei Podiumsdiskussionen gesprochen. „Wir werden die Großproduktion nicht wegbekommen“, sagte Scott Haslett von Slow Food am Sonntag. Aber man könne fördern, dass Menschen etwas anderes wollten, und das ginge nur im Netzwerk. Rolf Grösch vom Nabu kritisierte die politischen Rahmenbedingungen zugunsten der industriellen Landwirtschaft. Er bemerkte allerdings positiv, dass die Bevölkerung auch auf dem Land sensibilisierter bei diesem Thema sei. Gerd Langhorst, Vorstand der Oldenburgerischen Landschaft, sagte, dass man die Verbraucher auch über die Zusammenhänge bei der Nahrungsmittelproduktion aufklären müssen.

Und Kristine Ambrosy-Schütze, Umweltbeauftragte der Evangelischen Kirche, erinnerte an die Kraft der Eigenverantwortung. Damit könne man einen Bewusstseinswandel bewirken.

Patrick Buck
Redakteur
Redaktion Oldenburg
Tel:
0441 9988 2114

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